Theo Mutsios ist an sich ein fröhlicher Mensch. Dem Wirt des griechischen Lokals in der Uzstraße, der vielen Menschen und vor allem Fußballfreunden als Vorstand der SpVgg Ansbach bekannt ist, ist das Lachen aber vergangen. Grund dafür sind die noch immer nicht ganz abgeschlossenen Arbeiten vor seinem Restaurant.
Mutsios ist beileibe nicht der einzige Unternehmer in diesem Bereich der Ansbacher Altstadt, der unzufrieden ist. Gefühlt sei die nach dem berühmten Ansbacher Dichter Johann-Peter Uz (1720 bis 1796) benannte Straße das ganze Jahr über nicht frei passierbar gewesen, moniert der Gastronom.
Tatsächlich hatten die Arbeiten in der stark frequentierten Verbindung aus dem westlichen Bereich der Stadt zum Martin-Luther-Platz bereits 2021 begonnen, damals wurde vor dem Herrieder Tor gebuddelt. Seitdem rückten immer wieder Bagger an, um in die Jahre gekommene Versorgungsleitungen im Boden zu erneuern.
„Anstoß der Baumaßnahmen war der Zustand der vorhandenen Gasleitungen“, erklärt Karin Patera, Assistenz der Geschäftsführung bei den Stadtwerken Ansbach, auf Anfrage der FLZ. Patera führt aus, warum sich die verschiedenen Maßnahmen im abgelaufenen Jahr über viele Monate erstreckten und erst spät im Dezember abgeschlossen werden konnten. „Im Zuge dieser Arbeiten wurde auch gleich unser dortiges Wasser- und Stromnetz erneuert, um die Belastung für die Anlieger möglichst gering zu halten und um langfristig Kosten zu sparen.“
Den Ärger der Bewohner und Geschäftsinhaber in der Uzstraße kann wohl auch die Vertreterin der Stadtwerke nachvollziehen, mussten Kunden doch seit Anfang März 2023 erhebliche Einschränkungen auf sich nehmen. Immer wieder versperrten Baugruben den Weg, lediglich ein schmaler Durchgang blieb etwa wochenlang zwischen dem Buchladen Rupprecht und Mutsios’ Gaststätte.
„Ich hoffe, dass die Baustelle bis zum Weihnachtsmarkt abgeschlossen ist“, hatte sich auch Oberbürgermeister Thomas Deffner Ende November des vorigen Jahres – zwischen den Zeilen – wenig erfreut über das Minus an Attraktivität und Einkaufserlebnis in der Altstadt geäußert.
Allerdings war der Zeitplan bereits im Vorfeld exakt so ausgelegt gewesen. Zum Jahresabschluss erfolgte den Stadtwerken gemäß mit den letzten neuen Hausanschlüssen das Finale der Arbeiten. „Eine baubedingte Verzögerung gab es bei den Arbeiten nicht“, stellte Patera klar.
Grundsätzlich ist die Lebensdauer von Versorgungsleitungen nach Auskunft der Stadtwerke abhängig von unterschiedlichen Gegebenheiten, die beispielsweise durch die Geologie vor Ort und durch die Materialbeschaffenheit der Leitungen beeinflusst werden. Regelmäßige Überprüfungen zeigen an, wann Rohre tatsächlich ausgetauscht werden müssen. „Im Fall der Uzstraße erforderten sowohl Alter als auch Zustand der Gasleitung deren Erneuerung“, legte Karin Patera dar.
Komplett abgeschlossen sind die Maßnahmen im Herzen der Stadt allerdings noch nicht. „In der Schwanenstraße und der Büttenstraße sind überschaubare Baumaßnahmen erforderlich“, kündigten die Stadtwerke an. Die Lücken im derzeit notdürftig mit Bitumen verfüllten Pflaster, das in der Uzstraße momentan einem Flickenteppich gleicht, „werden nach der Winterpause und Beendigung der Tiefbaumaßnahmen gepflastert“, versprach Patera. Auch Theo Mutsios wird das gerne hören.