Antrag der DB zurückgewiesen: RE10 Nürnberg–Würzburg geht an Privatbahn Agilis | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 13.07.2026 14:17, aktualisiert am 16.07.2026 16:08

Antrag der DB zurückgewiesen: RE10 Nürnberg–Würzburg geht an Privatbahn Agilis

Der Regionalexpress zwischen Nürnberg und Würzburg steht derzeit im Fokus einer Ausschreibung. (Symbolbild: Johannes Hirschlach)
Der Regionalexpress zwischen Nürnberg und Würzburg steht derzeit im Fokus einer Ausschreibung. (Symbolbild: Johannes Hirschlach)
Der Regionalexpress zwischen Nürnberg und Würzburg steht derzeit im Fokus einer Ausschreibung. (Symbolbild: Johannes Hirschlach)

Im Tauziehen um den künftigen Betrieb des „Regionalverkehrs Mainfranken”, zu dem auch der Regionalexpress Nürnberg–Würzburg gehört, ist eine Entscheidung gefallen: Der Einspruch der unterlegenen Deutschen Bahn (DB) wurde laut Pressemitteilung zurückgewiesen. Nun kommt die Gesellschaft Benex zum Zug.

Zuständig für die Ausschreibung ist die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG). Sie organisiert und finanziert den Nahverkehr auf den Schienen im Freistaat. Das Netz „Regionalverkehr Mainfranken” beinhaltet die elektrifizierten Strecken rund um Würzburg. Dazu zählt auch die Expresslinie RE10 von Nürnberg über Neustadt/Aisch nach Würzburg.

Agilis-Fahrzeuge statt roter Züge

Bisheriger Betreiber ist die DB. Im Oktober 2025 gab die BEG bekannt, das Netz für den Zeitraum Dezember 2030 bis Dezember 2042 an Benex vergeben zu wollen – eine Gesellschaft im Besitz eines britischen Investmentfonds, die an mehreren Eisenbahnunternehmen Anteile hält. Unter dem Namen Agilis fahren in Bayern bereits Züge im Raum Regensburg und Ingolstadt sowie in Oberfranken.

In Folge der Ankündigung reichte die DB einen Nachprüfungsantrag ein. Das Ergebnis nun: „Die Vergabekammer Südbayern hat den Nachprüfungsantrag der DB Regio im Vergabeverfahren Regionalverkehr Mainfranken zurückgewiesen”, berichtet die BEG auf FLZ-Anfrage.

„Benex hat das beste Angebot in Bezug auf Preis und Qualität abgeliefert”, lässt sich Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) in einer Pressemitteilung der BEG zitieren.

Das könnte Sie auch interessieren
Unfall mit Güterzug bei Heglau: Polizei sucht geflohenen MotorradfahrerRanking für 2025: Wie pünktlich waren S-Bahn und Regiozüge in Westmittelfranken?Kreisstraße nach Weihenzell bald für Monate dicht: So verläuft die UmleitungUngemütliche Zeiten im RE80: Züge von Arverio sind „sehr, sehr voll”Nach Störung am Zug: Strecke zwischen Wicklesgreuth und Windsbach wieder frei64 Meter Gleis: „Großer Bahnhof” beim Historischen Verein Bad WindsheimColmberg: Ehrenamtliche Fahrer für Bürgerbusse gesuchtBahnstrecke Nürnberg–Würzburg: Signalstörung bei Neustadt sorgte für VerspätungenStreik im Nahverkehr: S-Bahn Nürnberg–Ansbach indirekt betroffen – DB reagiertUnternehmen im Landkreis Ansbach klagen über Fachkräftemangel und den ÖPNVUnbefugte im Gleis: Verspätungen und Ausfälle zwischen Nürnberg und WürzburgBarrierefreier Ausbau am Bahnhof Neustadt/Aisch startet – wirft aber Fragen aufBürgerbus-Projekt: Dinkelsbühler OB sorgt für Verwunderung in SchopflochAktion für die Bahnreaktivierung: Initiative Mission Bahnstation plant GroßeventBürgerbus in Dinkelsbühl: Über 150.000 Kilometer ehrenamtlicher Service

Mehr Sitzplätze und WLAN im RE10 gefordert

Noch unklar ist, mit welchen Fahrzeugen Agilis an der Ausschreibung teilgenommen hat. Die BEG hat für den künftigen Betrieb auf dem RE10 mehr Sitzplätze gefordert. Auch WLAN sollen die Züge erhalten. Langfristig sei zudem ein Halbstundentakt gewünscht – allerdings nur, wenn der Infrastrukturbetreiber DB InfraGO hierfür die nötigen baulichen Kapazitäten schafft.

Die S-Bahn zwischen Nürnberg und Neustadt/Aisch ist nicht Teil des Pakets. Die Linie wird im Zuge der Vergabe zur S-Bahn Nürnberg vergeben. Die Ausschreibung hierzu ist kürzlich gestartet.

Ein Hochgeschwindigkeitszug des italienischen Anbieters „Italo”: Das Unternehmen will nach Deutschland expandieren. (Foto: Italo)
Ein Hochgeschwindigkeitszug des italienischen Anbieters „Italo”: Das Unternehmen will nach Deutschland expandieren. (Foto: Italo)

Deutsche Bahn gegen neuen Fernzugbetreiber: Begräbt „Italo” den ICE-Halt Ansbach?

In Bahnkreisen geht die Sorge um, dass mehr Wettbewerb im Fernverkehr fatale Folgen für bis zu 120 Bahnhöfe haben könnte. Was dran ist? Eine Analyse.
am 09.07.2026
query_builder7min

Johannes Hirschlach
Johannes Hirschlach
Redakteur für Digitales
north