Weihnachten ganz alleine in den eigenen vier Wänden? Das muss nicht sein, findet die Initiative Brücke zum Nächsten in Ansbach. Sie lädt wieder zu einer Heiligabend-Feier ein. Diese findet zum 35. Mal statt. Vertreter der Initiative freuen sich noch über Mitstreiter. Sie erzählen auch schon, was die Gäste dieses Jahr erwartet.
Gut 65 ehrenamtliche Mitarbeiter engagieren sich zum Stand jetzt bei der Feier der Brücke. Dies erklärt Bernd Hochreuter. Er wirkt mit David Jess als Hauptorganisator. „Das heißt aber auch, wir könnten an dem Abend noch ein paar Mitarbeiter gut brauchen“, macht Bernd Hochreuter deutlich.
Auch Speisen, am nötigsten Salate, Nachspeisen, Plätzchen, Kuchen oder Lebkuchen, ließen sich grundsätzlich noch spenden. „Wichtig ist, dass alles angemeldet ist“ – wegen der Menge und der Hygienebestimmungen, aber auch weil es eine alkoholfreie Veranstaltung ist, betont der Hauptorganisator. Die Evangelische Allianz Ansbach ist die Trägerin der Heiligabend-Feier.
Die Feier findet seit 2018 im Onoldiasaal statt – mit Ausnahme der Corona-Jahre 2020 und 2021, in denen es ein „Weihnachten zum Mitnehmen“ gab. Den Saal stellt die Stadt der Initiative für die Heiligabend-Feier wieder kostenfrei bereit.
Mit ihr möchte das Team nach Bernd Hochreuters Worten eine bestimmte Personengruppe ansprechen: „all die Menschen in Ansbach und Umgebung, die Weihnachten nicht allein feiern möchten“. Dahinter verbergen sich Einsamkeit, aber auch Menschen, die sich so ein Festessen vielleicht finanziell nicht leisten können, wie er erläutert.
Die Feier ist auch diesmal kostenfrei und dauert von 18 bis gegen 21.30 Uhr (Einlass ab 17.30 Uhr). Kommen kann, wer mag, ohne sich anzumelden. Für Gäste, die nicht gut zu Fuß sind, richtet das Team wieder einen Fahrdienst ein.
Sie können ein Kontaktformular im Internet ausfüllen oder die Initiative anrufen, wenn sie ihn brauchen. Auch wer mithelfen oder Speisen spenden möchte, nutzt diese Kommunikationswege.
Bernd Hochreuter und David Jess würdigen all die vielen Unterstützer, die die Brücke finanziell, mit Lebensmitteln oder als Mitarbeiter vor Ort ermöglichen. Sie denken zum Jubiläum an die Gründerinnen der Brücke, Schwester Hanni Rietsch, Ruth Banna und Inge Braun, wie Bernd Hochreuter darlegt.
Ingo Sips zum Beispiel ist seit 2020 Mitarbeiter. „Dieses Jahr habe ich die Moderation, aber ich habe auch schon die Andacht gemacht und in der Küche gearbeitet“, sagt er. Er komme selbst aus schwierigen Verhältnissen, auch mit eigener Alkohol-Vergangenheit.
„Als ich das erste Mal bei der Brücke dabei war, war das für mich ein wunderschönes Erlebnis.“ Es sei ein wenig wie Weihnachten zu Hause gewesen, wie er es von seinen inzwischen verstorbenen Eltern her kenne – mit Menschlichkeit und Nächstenliebe. Egal in welches Team er geschnuppert habe, habe er die Freude am Dienen gespürt. Wie er informiert, sagten ihm einige Besucher bereits, sie freuen sich schon das ganze Jahr auf die Feier.
„Die Mitarbeiterschaft, die doch so bunt und vielfältig ist, eint eines: den Menschen in Ansbach und Umgang einen gesegneten Weihnachtsabend zu bescheren, damit keiner alleine und einsam sein muss“, hebt Bernd Hochreuter hervor.
Das Programm enthält diesmal zum Beispiel ein Theaterstück und weitere kreative Beiträge, aber auch „das gemeinsame Weihnachtslieder-Singen, das bei den Gästen immer sehr gut ankommt“, wie Bernd Hochreuter hervorhebt.
Das große Büfett bietet etwa warme Hauptspeisen von Bratwürsten über Wiener Würste bis zu Hähnchenschenkeln. Die Andacht ist wieder vor dem Essen.
Der Organisator freut sich über eine Spende aus dem Erlös des 15. Benefizkonzerts am Tag der Deutschen Einheit („Brückenbauer für bedürftige Kinder in und um Ansbach“) um den Stifter Friedrich Hilterhaus, dessen Gesamtbetrag noch gar nicht bekannt ist. „Wir konnten großzügig Geschenke für die Kinder einkaufen“, aber auch für Bastelbedarf und für das Essen der Mädchen und Jungen fließe noch Geld.
Voriges Jahr ließ die Brücke zum Nächsten die Besucherzahl über einen Personenzähler exakt bestimmen: 252 Menschen kamen da in den Saal – um das Fest in der Gemeinschaft zu verbringen.
Für den Fahrdienst, für die Mitarbeitersuche und für Speisenspenden stehen eine Internetseite mit Kontaktformular und eine Telefonnummer bereit:
0178/1874740