20 Jahre Essenshilfe für Bedürftige in Rothenburg | FLZ.de

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Veröffentlicht am 20.09.2024 07:03

20 Jahre Essenshilfe für Bedürftige in Rothenburg

Wurden für ihr Engagement geehrt (von links): Helga Kandert, Gabriele Staudacher, Gudrun Huggenberger, Ursula Lerch, Luitgard Herrmann, Günter Deeg und Rudolf Wanck. (Foto: Karl-Heinz Gisbertz)
Wurden für ihr Engagement geehrt (von links): Helga Kandert, Gabriele Staudacher, Gudrun Huggenberger, Ursula Lerch, Luitgard Herrmann, Günter Deeg und Rudolf Wanck. (Foto: Karl-Heinz Gisbertz)
Wurden für ihr Engagement geehrt (von links): Helga Kandert, Gabriele Staudacher, Gudrun Huggenberger, Ursula Lerch, Luitgard Herrmann, Günter Deeg und Rudolf Wanck. (Foto: Karl-Heinz Gisbertz)

Die Rothenburger Tafel hat alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens zu einem Festakt eingeladen.

Dekanin Jutta Holzheuer ist sowohl Vorsitzende des Zentralen Diakonievereins in den Dekanatsbezirken Rothenburg und Leutershausen als auch des Diakonischen Werkes Rothenburg. „Unter dem Dach des Diakonischen Werkes wurde unter der Federführung von Dekan Dr. Wünsch vor 20 Jahren die Tafel gegründet“, berichtete sie.

In ihrer Festrede erinnerte die Dekanin daran, dass im Jahr 1993 eine Berliner Fraueninitiative die erste deutsche Tafel gegründet habe. „Niemand hat daran gedacht, dass daraus einmal die größte sozial-ökologische Bewegung Deutschlands werden würde.“ Die Tafeln hätten sich bald über das ganze Land verbreitet. „Inzwischen gibt es deutschlandweit 970 von ihnen.“

Auch in Rothenburg würden bis zu 200 bedürftige Personen mit günstigen und gesunden Lebensmitteln von der Tafel versorgt. In dem frisch renovierten Laden in der Wenggasse würden die Lebensmittel von vielen helfenden Händen „mit einem freundlichen Gesicht, netten Worten und manchmal auch mit einem guten Rat ausgegeben“. Mehrere Fahrer würden die Waren regelmäßig bei rund 20 Lebensmittelspendern abholen.

Alle Fäden der Organisation und der Verwaltung würden bei Beate Junkersfeld zusammenlaufen. „Sie alle leisten einen wirklich entscheidenden Dienst am Nächsten und damit auch für unsere ganze Gesellschaft. Ganz herzlichen Dank an Sie alle, auch an die Gründerväter und -mütter.“ Die Hoffnung, dass das Sozialsystem irgendwann so aufgestellt sei, dass die Tafeln überflüssig würden, habe sich bisher leider nicht erfüllt. Im Gegenteil: Der Empfängerkreis sei deutlich angewachsen, während gleichzeitig die Menge der überschüssigen Lebensmittel sinken würde. Daher müsse man für die Tafel auch immer häufiger Lebensmittel zukaufen. Dekanin Holzheuer schloss trotzdem positiv: „Ich beglückwünsche Rothenburg zu dieser Einrichtung und die Tafel zu ihrem 20-jährigen Bestehen.“ Oberbürgermeister Dr. Markus Naser bedankte sich für den wertvollen Dienst, den die Tafel in der Stadt leiste. „Die Stadt Rothenburg ist sehr glücklich und dankbar dafür. Auch in unserer Stadt gibt es viele bedürftige Leute.“

Beate Junkersfeld blickte in ihrer Ansprache auf die Anfangszeit im Alten Keller zurück. „Wir wussten damals überhaupt nicht, was eigentlich auf uns zukommt.“ Bald habe sich herausgestellt, dass die Räumlichkeiten dort viel zu klein waren und die Menschen draußen vor dem Haus warten mussten. Nach dem erfolgreichen Umbau des Anwesens in der Wenggasse sei der Umzug dorthin erfolgt.


Wir wussten damals überhaupt nicht, was eigentlich auf uns zukommt.

Beate Junkersfeld

Vor kurzem habe dort eine umfassende Renovierung stattgefunden. Ein großer Meilenstein für die Tafel sei die Anschaffung eines Kühlfahrzeuges für den Transport der Lebensmittel gewesen. Sie betonte: „Ohne unsere Ehrenamtlichen wäre das alles nicht machbar.“ Zahlreiche Geldspender hätten die Tafelarbeit immer wieder großzügig unterstützt.

Junkersfeld nahm anschließend mehrere Ehrungen vor. Für zehn Jahre ehrenamtliche Mitarbeit wurden Günter Deeg, Gudrun Huggenberger und Rudolf Wanck ausgezeichnet. Von der ersten Stunde an sind Luitgard Herrmann und Gabriele Staudacher unermüdlich für die Tafel tätig. Seit zehn Jahren halte Ursula Lerch als Reinigungskraft den Laden in Schuss.

Eine besondere Anerkennung wurde Helga Kandert zuteil, die ebenfalls seit fast 20 Jahren für den reibungslosen Ablauf der wöchentlichen Lebensmittelausgabe sorgt und Ansprechpartnerin für das Team und die Besucherinnen und Besucher der Tafel ist.


Von Karl-Heinz Gisbertz
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