Der Bad Windsheimer Stadtrat hat die Entwurfsplanung und den Kostenrahmen für die Daueranlagen der Landesgartenschau 2027 am Donnerstagabend mehrheitlich beschlossen. Die geplanten Investitionen belaufen sich auf rund 21 Millionen Euro. Der Eigenanteil der Stadt liegt dabei bei zirka vier Millionen Euro.
Die Vorstellung übernahm Planer Philip Haggeney, der auf Unterschiede zwischen Wettbewerbsplan und jetzigem Entwurfsplan und auch auf das Wegekonzept im Kurpark einging. Demnach ist ein zusätzlicher Radweg geplant, der den Park quert. Ziel war bei der Konzeption, so wenig wie möglich Fußgängerwege zu kreuzen. Heruntergekommene Pfade sollen repariert werden. Johannes Gerhäuser (CSU) merkte an, gleich mitzuprüfen, wo im Strom- und Wasserbereich Maßnahmen nötig sind.
Haggeney ging auf das Spiel- und Bewegungsband im Norden des Parks ein, zu dem ein Kletterturm, Fitnessgeräte, Trampoline, Liegeflächen, ein Kleinkindbereich sowie eine Schaukelgruppe zählen. In deren Gestaltung spielen Solekristalle eine zentrale Rolle.
Bei der Errichtung werde aufgrund des Heilquellenschutzgebietes so wenig wie möglich in den Boden eingegriffen. Es sind keine Gründungen nötig. Die Kristalle werden beispielsweise aus dem Boden „herausgeholt“ und bieten dann Sitzmöglichkeiten. Im Süden des Parks sind zwei, drei Spielpunkte mit Wipp-Elementen und Balancier-Teilen vorgesehen. Die lärmintensiveren Elemente finden sich im Norden.
Die Stellplätze beim Kurpark sollen optimiert werden. Der Parkplatz an der Augustinumstraße soll erhalten, weitere auf der gegenüberliegenden Straßenseite geschaffen werden. Dafür müssen einige Bäume weichen, die anderswo aber um ein vielfaches gepflanzt werden. Horst Allraun (CSU) fragte nach einem allumfassenden Vorher-Nachher-Stellplatz-Vergleich. Eine genaue Zahl konnte Haggeney nicht nennen, betonte aber, dass künftig wohl etwas mehr Stellplätze zur Verfügung stehen werden. Der Parkdruck in dem Bereich bleibe aber hoch. Ob auch an Stellplätze für Fahrräder gedacht wurde?, fragte Annemarie Bruckert (Grüne). In den Eingangsbereichen seien solche vorgesehen.
Auf dem Areal der Stadtgärtnerei, die im Zuge der Schau verlegt werden soll, könnte ein Gewächshaus erhalten und mitgenutzt werden, so Haggeney. Auf dem Gelände könnten zudem die Bewegungsgeräte, die schon heute im nördlichen Kurpark stehen, konzentriert Platz finden.
Der See im blau-grünen Herz des Geländes beim Gradierwerk wird erweitert. Terrassierungen sind zu finden. Ein natürlicher Filterbereich ist im Wasser vorgesehen. Auch die Nachspeisung wurde geklärt: 50 Prozent des Niederschlagswassers auf dem Thermendach reichen aus, um die mittlere Verdunstung auszugleichen. Zudem ist eine Zisterne geplant. Eberhard Gurrath (FWG) wollte wissen, ob das Gewässer fischtauglich bleibt. Das bejahte Haggeney, wenngleich der Planer auf die Tiere aufgrund deren Einträge in das Gewässer gerne verzichten würde.
Die Erkenbrechtallee soll zum grünen Boulevard werden. Bäume verlaufen in zwei Reihen, zwischen ihnen ist ein zwei Meter breiter gepflasterter Fußweg geplant. Links und rechts der Bäume verlaufen die asphaltierten Straßen, die 3,50 Meter breit sein sollen. Der Vorplatz des Kur- und Kongress-Centers (KKC) soll entsiegelt und verkleinert werden. Schotterrasen könnte hier beispielsweise zum Einsatz kommen.
Durch den Landschaftspark nahe des Reisemobilhafens sollen Mähstreifen als Laufwege führen. Um einen Kreuzungspunkt in dem Park soll das Kunstwerk, das derzeit auf dem KKC-Vorplatz steht, platziert werden. Auch eine Aussichtsplattform mit Kletterband ist angedacht. Terrassen sollen entstehen. Sport und Bewegung wird auch hier geboten. Ein grünes Klassenzimmer soll entstehen, ein Rundweg ist geplant und ein Steg soll über das Reputationsbecken verlaufen.
Rund 21 Millionen Euro netto sind für die geplanten Investitionen veranschlagt, erläuterte Haggeney. Der Eigenanteil der Stadt liegt bei rund vier Millionen Euro. Neben der Landesgartenschauförderung setzen die Verantwortlichen auch auf die Städtebauförderung. Von 60 Prozent wird derzeit ausgegangen. Unter gewissen Bedingungen kann die Förderung auch auf 80 Prozent steigen, erklärte Haggeney. „Das haben wir aber erstmal nicht reinverpreist, weil wir nicht wissen, ob es so kommt. Außerdem wissen wir auch nicht, ob jedes geplante Element auch gefördert wird.“ Wenn es für manche Teilprojekte keine Städtebauförderung gibt, „müssen wir schauen, was wir einsparen können“, so Bürgermeister Jürgen Heckel (WiR).
Kostentechnisch sei man bei den reinen Baukosten seit Anfang Juli etwas gestiegen. – von 15,9 Millionen Euro auf nun rund 16,6 Millionen Euro. Der Puffer von zwei Millionen Euro, den man sich selbst gegeben hatte, sei damit derzeit aufgebraucht, so Bürgermeister Heckel.
Die vorgestellten Kosten bezogen sich nur auf die Daueranlagen. Separat zu betrachten ist der Durchführungshaushalt, darauf wies Horst Allraun hin. „Das ist eine völlig andere Baustelle“, erklärte Jürgen Heckel. In ihn fließen Aspekte wie Personalkosten oder die Durchführung von Programmpunkten hinein. Andersrum werden dort auch Sponsoren- und Eintrittsgelder berücksichtigt. Die Stadt schießt zum Durchführungshaushalt maximal drei Millionen Euro zu, erläuterte Heckel auf Nachfrage unserer Redaktion.
Der Beschluss für Planung und Kostenrahmen fiel in der Sitzung schließlich gegen die Stimme von Dr. Stefan Eckardt (FWG).