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Veröffentlicht am 31.08.2026 05:44

Was hilft, wenn die Beziehung unter dem Job leidet?

Einer wünscht sich Quality-Time, der andere hängt in Gedanken aber noch auf der Arbeit? Das kann für schlechte Stimmung sorgen.  (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)
Einer wünscht sich Quality-Time, der andere hängt in Gedanken aber noch auf der Arbeit? Das kann für schlechte Stimmung sorgen. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)
Einer wünscht sich Quality-Time, der andere hängt in Gedanken aber noch auf der Arbeit? Das kann für schlechte Stimmung sorgen. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)

Großes Projekt, dünn besetztes Team: Manchmal ist alles zu viel auf der Arbeit. Nicht selten nimmt man dann Job-Grübeleien und das Arbeitshandy abends mit auf die Couch. Das kommt bei dem Menschen, mit dem man dort sitzt, auf Dauer nicht gut an. 

Arbeit, Partnerschaft, Freundschaften, Zeit für uns selbst: Wir alle jonglieren verschiedene Lebensbereiche wie ein Artist im Zirkus: Und jeder kennt das Gefühl, wenn eine Kugel plötzlich fällt. 

„Im Allgemeinen ist der Beruf der Faktor, der alles andere mehr oder minder auffrisst“, beobachtet der Psychotherapeut Wolfgang Krüger aus Berlin. Das gilt vor allem für diejenigen, die nie gelernt haben, Nein zu sagen. Dann könne die Arbeit ein Monster werden, das gar keine Grenzen zulässt. Und unter dem die Partnerschaft leidet - etwa, weil der Liebste sich beschwert: „Du bist gar nicht richtig präsent.“

Auf Spurensuche: Warum nimmt der Job so viel Raum ein? 

Was kann man tun, wenn man sich in so einer Situation wiederfindet? Ein wichtiger, erster Schritt: verstehen, was genau eigentlich los ist. Im besten Falle weiß man dann, wo man ansetzen kann. 

Ein starker Fokus auf den Job kann beispielsweise auf ein geringes Selbstwertgefühl hindeuten. „Durch den Beruf bekommt man dann eine gewisse Anerkennung, ein Gefühl von Bedeutung, das viel stärker sein kann als im Privatleben“, sagt Wolfgang Krüger.

Fragen kann man sich Krüger zufolge: „Gehe ich gern nach Hause? Fühle ich mich zu Hause wohl? Manchmal ist es so, dass man viel zu viel arbeitet, weil der Haussegen schief hängt.“ 

Nach Feierabend gehört das Arbeitshandy aus 

Manche schaffen es einfach nicht, nach der Arbeit abzuschalten, obwohl sie das gern wollen. Wer sich ständig verantwortlich fühlt, lebt in einem Dauer-Stressmodus – immer auf Abruf, nie wirklich entspannt. 

Hier ist der Schlüssel: Abgrenzung vom Job. Klingt simpel, fällt vielen aber schwer. „Ich vereinbare mit Patienten regelrecht Grenzen: Nach einer gewissen Zeit wird das Arbeitshandy ausgeschaltet. Keine Mails, kein „Nur kurz mal schauen”, sondern eine klare Trennung machen zwischen Beruf und Privatleben - das muss man lernen.“ Es lohnt sich aber: So kann es gelingen, wieder ganz im Augenblick zu sein, bei sich selbst und beim Partner. 

Und wenn die Gedanken trotzdem ständig kreisen, während man eigentlich einen netten Abend mit dem oder der Liebsten genießen möchte? „Es passiert nichts Schlimmes, wenn Sie mal nicht erreichbar sind. So wichtig sind Sie gar nicht“, sagt Krüger. 

Rituale schaffen feste Paarzeit

Zweisamkeit, ganz ohne Berufsthemen: Sie sollte nicht erst Thema sein, wenn die ständige Präsenz des Jobs das Privatleben kaputtmacht. Daher gilt es, schon früher Grenzen und Vereinbarungen zu treffen, wie Krüger rät. 

In jeder Partnerschaft müsse man herausfinden: „Was sind die Plus-Themen und was sind die Minus-Themen? Also was passt auch in das Privatleben hinein und was nicht? Das müssen Sie miteinander aushandeln“, sagt der Psychotherapeut. „Welche Grenzen wünscht sich der Partner für das Privatleben und was ist zu viel?“. 

Balance entsteht nämlich nicht von selbst – sie wird gestaltet. Dabei kann es helfen, Rituale zu schaffen. Beispiele: Spaziergänge, gemeinsames Kochen oder gemeinsame Hobbys, ein Filmabend, bei dem das Handy schweigt.

© dpa-infocom, dpa:260831-930-607204/1


Von dpa
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