Haus, Hochzeit, Kind: Einer will, eine nicht - und nun? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 03.08.2026 05:34

Haus, Hochzeit, Kind: Einer will, eine nicht - und nun?

Für den Moment stimmt alles, doch die Vorstellungen der Zukunft gehen auseinander? Das sollten Paare nicht verdrängen, sondern offen ins Gespräch kommen.  (Foto: Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn)
Für den Moment stimmt alles, doch die Vorstellungen der Zukunft gehen auseinander? Das sollten Paare nicht verdrängen, sondern offen ins Gespräch kommen. (Foto: Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn)
Für den Moment stimmt alles, doch die Vorstellungen der Zukunft gehen auseinander? Das sollten Paare nicht verdrängen, sondern offen ins Gespräch kommen. (Foto: Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn)

Dass zwei Menschen sich finden, ihr jeweiliges Leben miteinander verbringen wollen, sich verstehen, vieles teilen - das ist nicht selbstverständlich. Viele würden das wohl als großes Glück bezeichnen. 

Doch was, wenn Uneinigkeit über zentrale Fragen herrscht? Er will Kinder. Sie findet das Leben zu zweit wunderbar. Sie will heiraten. Er wüsste nicht, wozu. Ist die schöne Beziehung dann zum Scheitern verurteilt? 

„Nein, denn in Paarbeziehungen geht es immer darum, unterschiedliche Bedürfnisse auszubalancieren, ohne sich dabei selbst zu verlieren“, sagt Diplom-Psychologin Simone Jank. Nur wenn man das nicht hinbekomme, würden die Konflikte irgendwann zur Trennung führen. 

Konflikte können gemeinsames Wachstum bedeuten

Bevor es so weit kommt, kann man als Einzelperson sowie als Paar aber noch einiges tun. „Nirgends erleben Menschen ein größeres persönliches Wachstum als in Beziehungen“, sagt Simone Jank. Reibung sei auch immer eine Chance. „Zuerst würde ich mich deshalb fragen: Ist etwas wirklich mein Bedürfnis oder ist es eher sozialer Druck, den ich da spüre?“

Und wenn es auch nach diesem Check dabei bleibt: Einer will, einer nicht? Dann kann man sich laut Simone Jank folgende Fragen stellen: 

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  • Wie weit kann ich mitgehen, und was brauche ich dafür?
  • Worauf kann ich verzichten, und welchen Kompromiss brauche ich dafür?
  • Wie würde das Leben ohne Kind/Haus/Hochzeit aussehen? Und wie mit? 

Und dann muss das Paar sprechen - und absolut ehrlich miteinander sein. Einander Fragen stellen, gemeinsam Optionen abklopfen. Denn wenn eine Partei ihre Bedürfnisse einfach um der Beziehung willen übergehe, seien Wut und Groll eine häufige Folge. „Und das ist dann ganz schlecht“, sagt Simone Jank. 

Auch die Trennung als Option sehen 

Bei der Suche nach einem gemeinsamen Weg könne auch eine Therapeutin oder ein Therapeut helfen. „Das zu zweit zu machen, ist immer gut. Aber wenn die Bereitschaft fehlt, gern auch allein“, sagt Jank. 

Kommt ein Paar bei grundsätzlichen Fragen trotz allem gar nicht zusammen, führt an einer Trennung manchmal einfach kein Weg vorbei. 

In so eine Situation stellt sich oft die Frage: Was ist, wenn das ein großer Fehler ist? „Vertrauen Sie in den Entscheidungsprozess“, sagt Simone Jank. Die Übergangsphase sei stressig und koste viel Energie. „Ist die Entscheidung aber einmal gefallen, sind die meisten Menschen tatsächlich erleichtert.“

© dpa-infocom, dpa:260803-930-475942/1


Von dpa
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