Fernbeziehung mit Kind: Wie kann das klappen? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 06.07.2026 05:11

Fernbeziehung mit Kind: Wie kann das klappen?

Abschiedsmomente fallen immer schwer. Für Kinder ist es besonders wichtig, zu wissen, wann genau das nächste Wiedersehen stattfindet.  (Foto: Uwe Umstätter/Westend61/dpa-tmn)
Abschiedsmomente fallen immer schwer. Für Kinder ist es besonders wichtig, zu wissen, wann genau das nächste Wiedersehen stattfindet. (Foto: Uwe Umstätter/Westend61/dpa-tmn)
Abschiedsmomente fallen immer schwer. Für Kinder ist es besonders wichtig, zu wissen, wann genau das nächste Wiedersehen stattfindet. (Foto: Uwe Umstätter/Westend61/dpa-tmn)

Eine Fernbeziehung ist oft schon herausfordernd, wenn man nur zu zweit ist. Doch was, wenn auch Kinder im Spiel sind? Etwa weil man zusammenlebend eine Familie gegründet hat und ein Elternteil später für den Beruf wegziehen muss. 

In so einer Situation haben Eltern viele Fragen: Was braucht es, damit eine Fernbeziehung mit Kind funktionieren kann? Und leidet der Nachwuchs darunter? Die gute Nachricht dazu: „Es muss für das Kind kein wesentlicher Nachteil sein, solange ein verlässlicher Bezugsmensch vor Ort bleibt“, sagt Peter Wendl. Er ist Paar- und Familientherapeut, forscht an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt zu Fernbeziehungen und schreibt Bücher zum Thema. 

Kinder brauchen Verlässlichkeit und Perspektive

Kinder bräuchten aber nicht nur zu Hause Verlässlichkeit, sondern auch von dem abwesenden Elternteil. Konkret heißt das: Der Kontakt sollte nicht nur über gemeinschaftliche Familientelefonate bestehen, sondern auch individuell. 

Die abwesende Mutter oder der abwesende Vater sollten also für das Kind erreichbar sein. „Das ist natürlich einfacher, wenn das Kind schon etwas älter ist und dem Elternteil selbst schreiben oder anrufen kann“, sagt Peter Wendl. Aber auch Drei- oder Vierjährige könne man bereits allein telefonieren lassen.

Außerdem entscheidend: Kinder brauchen eine Perspektive. Wann werden sie den abwesenden Elternteil wiedersehen? Bei jungen Kindern, für die Zeitangaben wie „in 14 Tagen“ nicht greifbar sind, empfiehlt Peter Wendl spielerische Methoden. Ein Beispiel: jeden Tag eine von vierzehn Murmeln von einem Glas in ein anderes legen. „Wir nennen das den Adventskalender-Effekt: Wenn das Glas leer ist, kommt Papa beziehungsweise Mama nach Hause“, beschreibt der Therapeut.

Die Nähe beim Wiedersehen stellt das Kind her

Für das Wiedersehen ist laut Wendl eine Regel wichtig: „Die Nähe stellt das Kind her und nicht der Elternteil, gerade die körperliche Nähe.“ 

Was sich Elternteile, die in der Ferne leben, nämlich bewusst machen sollten: Während sie weg sind, geht der Alltag ohne sie weiter. Und kehren sie zurück, wird nicht unbedingt alles stehen und liegen gelassen. „Das kann ein verletzender Moment sein“, so Peter Wendl. Das Kind brauche unter Umständen Zeit, bis es kuscheln möchte. Das muss man aushalten, anstatt sich aufzudrängen. 

Paar bleiben in der Fernbeziehung mit Kind

Eine Fernbeziehung mit Kindern birgt auch für das Elternpaar selbst Herausforderungen. „Die wichtigste Challenge wird sein, trotz Kind ein Paar zu bleiben.“ Das ist laut Wendl hier noch schwieriger als in Nahbeziehungen mit Kind. 

Denn in der knappen Zeit zu Hause würden die Kinder viel Raum einnehmen. Er rät Paaren, sich dennoch Freiräume zu zweit zu schaffen und einander im Blick zu behalten. 

Eine Fernbeziehung mit Kindern ist herausfordernd. Haben Paare die möglichen Schwierigkeiten im Blick und gehen sie bewusst an, kann es aber durchaus funktionieren.

© dpa-infocom, dpa:260706-930-339154/1


Von dpa
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