Breit auffächern will Susanne Hoch das Musikprogramm des Ansbacher Theaters. 23 Veranstaltungen hat die Konzertdramaturgin für die Spielzeit 2025/2026 geplant. Das Spektrum reicht vom Volkslied über große Sinfonik bis hin zur Filmmusik.
„So ein bisschen zum Wegträumen“, findet Susanne Hoch, war das Programm ihrer ersten Saison als Konzertdramaturgin. Konzerte mit Musik zum Genießen, plant sie weiter, aber wichtig war es ihr, auch andere Akzente zu setzen und mit „Weckrufen“ auf „Veränderungen in der Welt“ reagieren. So gibt die Württembergische Philharmonie Reutlingen ein Konzert unter dem Motto „Eroica und die Menschenrechte“. Politische Untertöne schwingen auch beim Amadeus-Chor Neuendettelsau mit. Dessen Konzertmotto stellt die Frage „Das deutsche Volkslied: veraltet oder verkannt?“
In der Abo-Musikreihe des Theaters, der Konzertplatzmiete, gibt es acht Konzerte. Der Anfang macht das Würzburger Kammerorchester mit einer bunten Filmmusikmischung. Für das nächste Konzert hat Susanne Hoch die Nürnberger Symphoniker mit der Geigerin Martina Trumpp zusammengebracht. Die Musikerin, die aus Leutershausen stammt und in Tübingen lebt, ist die Solistin in Erich Wolfgang Korngolds Violinkonzert D-Dur. Umrahmt wird das Werk mit Verdis Nabucco-Ouvertüre und Beethovens Siebter.
Am Ensemble Sweet Bird gefällt Susanne Hoch die Besetzung mit Flöte, Sopran und Klavier, die Leichtigkeit bei einem klassisch-romantischen Programm verspricht.
Mit Gefühlen, die Krankheit und Tod mit sich bringen, setzt sich das tschechische Bennewitz-Quartett auseinander. Es spielt dementsprechende Streichquartette von Smetana, Britten und Mendelssohn. „An der Schwelle zur Ewigkeit” ist das Konzert überschrieben.
Das Blechbläsersextett Ensemble Classique reist mit seinem Programm „Brassissimo – 35 Jahre Leonard Bernstein“ an. Die Schauspielerin Katja Riemann, die Geigerin Franziska Hölscher und die Pianistin Marianna Shirinyan widmen sich Saint-Saëns „Karneval der Tiere“ und verbinden Musik mit einem Text von Roger Willemsen, der die Geschichte von Hiob neu erzählt.
Die Württembergische Philharmonie Reutlingen kommt mit einer deutschen Erstaufführung nach Ansbach, dem Flötenkonzert von Elżbieta Sikora. Die Komponistin hat es Maria Kalesnikava gewidmet. Die belarussische Flötistin, Bürgerrechtlerin und Oppositionelle ist seit 2020 inhaftiert. Beethovens dritte Symphonie, die „Eroica“ rundet das Programm ab.
Zusammen mit dem Amadeus-Chor Neuendettelsau will Susanne Hoch die Vorbehalte gegen deutsches Volksliedgut abbauen helfen.
Geplant sind außerdem zwei Gesprächskonzerte mit dem Pianisten Paul Sturm, drei Weihnachtskonzerte mit dem Windsbacher Knabenchor, das Neujahrskonzert des Ansbacher Kammerorchesters und das Deutsche Requiem von Johannes Brahms, das Ludwig Böhme mit den Windsbachern aufführt (ein Bericht über die Angebote des Theaters in Sachen Musikvermittlung folgt).