Ein Bild, ein Krug, eine Zeitung – das sind drei Dinge, die im Alltag eher selten Katastrophen auslösen. Es kann aber anders kommen. Wie, das ist in der nächsten Wintersaison beim Landestheater Dinkelsbühl zu sehen. Der Spielplan ist „pickepackevoll”, sagt die Intendantin. Sie übertreibt nicht.
Intendantin Jasmin Meindl und ihr Referent Christian Muggenthaler haben einen Klassiker-Spielplan mit Komikpotenzial zusammengestellt. Soll heißen: Komödien und Artverwandtes, Stücke, die sich in der weiten Theaterwelt bewährt haben. „Mitten im Leben” haben Meindl und Muggenthaler als Motto über die Spielzeit 2026/2027 geschrieben.
Die Intendantin frischt eine Inszenierung des Bandhaus Theater Backnang auf, an dem sie vor Dinkelsbühl gearbeitet hat: „Kunst”, Yasmina Rezas moderner Klassiker über drei dicke Freunde, die in Streit geraten, weil einer ein weißes Bild mit weißen Streifen gekauft hat.
Heinrich von Kleists Lustspiel „Der zerbrochene Krug” dreht sich um Macht und Missbrauch. Ein Dorfrichter muss seine eigene Tat verhandeln, was der ausnutzen will. Regie führt Klaus Kusenberg, der in Dinkelsbühl bereits die „Erbschaft” inszeniert hat. Diese Produktion wird ebenso wieder aufgenommen wie die tragikomische Hommage an Karl Valentin und Liesl Karlstadt „Dann haben Sie eben eine andere Weltanschauung” von Gisela Maria Schmitz
Eugène Labiche, ein produktiver Pariser Lustspielautor des 19. Jahrhunderts, führt vor, wie zwei alte Schulfreunde in Panik geraten: „Die Affäre Rue de Lourcine” heißt seine hinterhältig gut gemachte Komödie. Die beiden Herren vermuten, dass sie im Vollrausch einen Mord begangen haben. Ein Blick in eine herumliegende Zeitung bringt sie auf diese Idee. Was sie dann tun, um alle Spuren zu verwischen, wird zunehmend absurder. Wie mit dem „Zerbrochenen Krug” wollen die Theaterleute mit der „Affäre” ein Stück anbieten, das zeigt, so die Pressemitteilung, „was für ein wunderbares Schauspiel-Ensembe wir am Landestheater Dinkelsbühl haben.”
Für Klein und Groß ist die Bühnenversion eines Bilderbuchklassikers von Sven Nordqvist gedacht: „Petterson und Findus bekommen Weihnachtsbesuch”. Nicht für Kinder, sondern für Erwachsene wollen Jasmin Meindl und Christian Muggenthaler ein sehr berühmtes Kunstmärchen auf die Bühne bringen und dabei auch von dessen Schöpfer erzählen: „Der Autor und sein Prinz” heißt ihr Stück. Den kleinen Prinzen von Antoine de Saint-Exupéry wird FLZ-Theaterpreisträgerin Léonie Thelen spielen. Die Nürnberger Figurentheatermacherin Kathrin Blüchert übernimmt mit ihren Puppen die anderen Rollen.
Wieder aufgenommen werden noch als Nachholproduktion „Der geflügelte Froschgott” mit Léonie Thelen und das mobile Kleinkinderstück „Frederick”, dem eine zweite Produktion für Kindergärten folgen soll.
Zum Klassenzimmerstück „Mit gefesselten Fäusten” kommt eines über Mobbing dazu: „War doch nur Spaß”. Christian Muggenthaler führt außerdem seine Reihe „Lyrik ist nicht schwyrik” weiter.