Verdi demonstriert in Ansbach für höhere Löhne und mehr freie Tage | FLZ.de

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Veröffentlicht am 06.02.2025 14:39

Verdi demonstriert in Ansbach für höhere Löhne und mehr freie Tage

Mit Trillerpfeifen und Transparenten zogen die Demonstranten über die Residenzstraße. (Foto: Andrea Walke)
Mit Trillerpfeifen und Transparenten zogen die Demonstranten über die Residenzstraße. (Foto: Andrea Walke)
Mit Trillerpfeifen und Transparenten zogen die Demonstranten über die Residenzstraße. (Foto: Andrea Walke)

Für höhere Löhne und mehr freie Tage haben am Donnerstag in Ansbach Beschäftigte des öffentlichen Dienstes demonstriert. Nach den ersten ergebnislosen Tarifverhandlungen am 24. Januar hatte die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) Mittelfranken zum eintägigen Warnstreik aufgerufen. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf rund 450 Personen.

„Heute ist kein Arbeitstag – heute ist Streiktag“, skandierten die Teilnehmer. Mit Trillerpfeifen und Transparenten zogen sie vom Schlossplatz über die Residenzstraße, den Kasernendamm und die Würzburger Straße bis zum Martin-Luther-Platz, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Mehrere Redner sprachen dort über die Erfahrungen in ihren Betrieben und machten ihrem Unmut lautstark Luft.

„Die Menschen werden älter und die Pflegekräfte weniger“, stellte Theresia McQuaid als Vertreterin der Azubis im Ansbacher Bezirksklinikum fest. Wenn sich die Arbeitsbedingungen nicht verbesserten, werde es schwierig, noch genügend Auszubildende zu finden, ist sich die junge Frau sicher.

„Und wir streiken für unsere Azubis“

„Wir streiken für mehr Geld, wir brauchen es dringend. Und wir streiken für unsere Azubis“, betonte Sabine Witthuhn, Betriebsratsvorsitzende der Stadtwerke Ansbach. „Wir brauchen das Geld aber auch, um neue Fachkräfte zu finden“, wies sie auf einen weiteren Grund für den Arbeitskampf hin.

Eiseskälte und Schneeflocken nutzte Xenia Münderlein vom Klinikum ANregiomed für eine Metapher. „Das Wetter entspricht so ungefähr der Art und Weise, wie uns die Arbeitgeber abgespeist haben“, sagte sie. Die Beschäftigten wünschten sich Entlastung in Form von „mehr Geld oder mehr Freizeit“. Immer mehr ihrer Kollegen litten als Folge der ständigen Überlastung an physischen und psychischen Problemen. Es fehle an Zeit, um sich auf den einzelnen Patienten zu konzentrieren. „Personalmangel führt zu einer schlechteren Versorgung.“

„Es geht um Gerechtigkeit, es geht um Anerkennung und darum, dass wir das Stück vom Kuchen bekommen, dass uns zusteht“, machte Benjamin Kießling vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) deutlich. Rita Wittmann, Geschäftsführerin der Verdi Mittelfranken, erklärte mit Blick auf die erste Tarifrunde: „Streiken ist notwendig, denn wir haben kein Angebot.“

Unbefristete Übernahme für den Nachwuchs

Die Gewerkschaft Verdi fordert unter anderem acht Prozent mehr Lohn – mindestens aber 350 Euro –, höhere Zuschläge für Schicht-, Nacht- und Mehrarbeit sowie zusätzliche freie Tage. Die Azubis sollen 200 Euro mehr Lohn erhalten und nach der Ausbildung in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen werden.

Unter den Streikenden waren nach Angaben von Verdi Mitarbeiter der Ansbacher Stadtverwaltung sowie des Landkreises, Beschäftigte der städtischen Betriebe wie Kitas und Betriebsamt, Mitarbeiter der Ansbacher Stadtwerke, des ANregiomed-Klinikums und des Bezirksklinikums. Darüber hinaus beteiligten sich die Stationierungsstreitkräfte aus Katterbach sowie Beschäftigte aus weiteren Kommunen wie Gunzenhausen, Weißenburg, Rothenburg, Dinkelsbühl, Neustadt und Bad Windsheim.

Weitere Warnstreiks sind in der kommenden Woche in Fürth, Erlangen und Nürnberg geplant. Die zweite Verhandlungsrunde ist dann für 17./18. Februar angesetzt.


Andrea Walke
Andrea Walke
... ist Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach und seit Dezember 2012 bei der FLZ. Sie fühlt sich in Rathäusern genauso wohl wie in Gerichtssälen und trifft am liebsten Menschen, die eine interessante Geschichte zu erzählen haben. Seit 2017 betreut sie redaktionell die Aktion "FLZ-Leser helfen".
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