Trainer der SpVgg Ansbach findet: „Jugendarbeit muss noch besser werden“ | FLZ.de

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Veröffentlicht am 18.02.2025 16:00

Trainer der SpVgg Ansbach findet: „Jugendarbeit muss noch besser werden“

„Wir werden viele Heimspiele am Freitagabend austragen“: Flutlichtfan Niklas Reutelhuber. (Foto: Martin Rügner)
„Wir werden viele Heimspiele am Freitagabend austragen“: Flutlichtfan Niklas Reutelhuber. (Foto: Martin Rügner)
„Wir werden viele Heimspiele am Freitagabend austragen“: Flutlichtfan Niklas Reutelhuber. (Foto: Martin Rügner)

Der Spielplan der Fußball-Regionalliga sieht für die SpVgg Ansbach am Samstag, 22. Februar, zum Start der zweiten Saisonhälfte das Gastspiel bei der DJK Vilzing vor. Allerdings ist fraglich, ob der Platz dort bespielbar ist. Falls doch: Ansbach ist bereit. Sagt jedenfalls Trainer Niklas Reutelhuber. Und noch einiges mehr.

Herr, Reutelhuber, am Donnerstag, 20. Februar, werden Sie 26 Jahre alt. Was passiert zu diesem Anlass bei der SpVgg Ansbach?

Wir werden uns auf das nächste Spiel vorbereiten. Okay, ich werde wohl eine Kleinigkeit zu essen spendieren.

Mit Michael Belzner und Jonas Bayerlein haben zwei langjährige Leistungsträger den Abschied zum Saisonende verkündet. Wird sich das Gesicht der Mannschaft im Sommer noch weiter verändern?

Ich denke nicht, mit allen anderen sind wir in guten Gesprächen.

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Beide werden Spielertrainer in ihren Heimatvereinen, die auf Kreisebene aktiv sind. Fühlen Sie sich als Vorbild?

Schauen wir mal, ob sie sich von mir was abgeschaut haben, oder ob sie als Trainer ganz andere Präferenzen entwickeln.


Die beste Vorbereitung meiner Amtszeit.


Diesmal ging es in der Wintervorbereitung nicht in die Sonne. Hat die Mannschaft ein Trainingslager im Süden vermisst?

Wir haben nichts vermisst, zumal man sagen muss, dass das Trainingslager letztes Jahr in Spanien nicht so gut war, dass es uns meilenweit nach vorne gebracht hätte. Wir hatten heuer die beste Vorbereitung, seit ich Trainer bin. Es waren physisch und psychisch anstrengende Wochen. Es wurde körperlich extrem gut gearbeitet, die Jungs wirken fit und austrainiert. Die Stimmung im Team ist gut, was für das Mannschaftsgefüge spricht.

In den fünf Vorbereitungsspielen gab es drei Siege bei zwei Niederlagen und kein Spiel ohne Gegentor.

Das ist richtig, aber etwas pauschal bewertet. Normalerweise stehen wir defensiv gut und wenn dann eine Mannschaft wie der SC Großschwarzenlohe aus ganz wenig Offensivaktionen zu einem Treffer kommt, muss man das akzeptieren. Anders war es beim 5:4 gegen den VfB Eichstätt, da gab es Gegentore, die wir genauer anschauen müssen, vor allem das erste nach der Ecke. Prinzipiell haben wir viel am Defensivverhalten gearbeitet.

Folge der Analysen aus dem ersten Saisonhalbjahr?

Die Punktspiele bisher teilen sich für mich in zwei Hälften. In der ersten Phase, die so acht, neun Spiele dauerte, waren viele Spieler verletzt, wir mussten Positionen tauschen, haben relativ viele Gegentore kassiert und wenig Punkte geholt. Im Herbst wurden unsere Leistungen stabiler, wir bekamen im Schnitt sehr viel weniger Gegentore und haben gepunktet.

In den Testspielen hat Ansbach 16 Tore erzielt, allein sieben gingen auf das Konto von Michael Sperr. Die Offensive scheint bereit.

Der Michi ist spritzig, laufstark, arbeitet gut gegen den Ball, aber das Wichtigste ist: er trifft. Auch Patrick Kroiß spielt eine richtig gute Vorbereitung und hat seine beste Phase seit langem. Ich bin insgesamt sehr zuversichtlich, dass wir unser Saisonziel einstelliger Tabellenplatz am Ende erreichen werden. Wobei nach wie vor gilt, dass wir das Maximum an Leistung bringen müssen, um Spiele zu gewinnen.

Für Ansbach geht es beim Re-Start von Null auf Hundert. Mit der DJK Vilzing, dem FC Augsburg II, dem TSV Aubstadt und der SpVgg Hankofen-Hailing geht es in den ersten Spielen gleich gegen in der Tabelle benachbarte Gegner. Es besteht die Chance, nach oben zu klettern, aber auch die Gefahr, vollends in die Abstiegszone abzurutschen.

Man kann das so sehen und ich kenne den Spielplan natürlich auch, aber es bringt uns nicht weiter, so weit nach vorne zu schauen. Unsere Konzentration in dieser Trainingswoche gilt dem ersten Gegner. Da gehen wir all in, da wollen wir alles raushauen. Und dann kommt der nächste. Irgendwelche Hochrechnungen sind irrelevant und stören höchstens den mentalen Fokus, der im Moment auf Vilzing liegen sollte.


Man braucht drei Co-Trainer.


Bisher hat Heiko Schiefer die Mehrzahl der Spiele im Tor gemacht. Ist er auch in der Rückrunde die Nummer eins?

Wir haben mit Schiefer und Sebastian Heid zwei sehr gute Keeper, um die uns andere Vereine beneiden. Wir schauen uns im Trainerteam die Trainingswoche an und dann entscheiden wir, wer spielen wird.

Blicken wir nach vorne. Die SpVgg Ansbach hat das Trainerteam für die neue Saisonvorgestellt, das um Matthias Rascher vom Landesligisten SV Unterreichenbach erweitert wurde. Womit beschäftigt der Cheftrainer all seine Assistenten und Zuarbeiter?

Also Moment, das Trainerteam wurde nicht erweitert, die Co-Trainer-Position, die bisher Michael Griebel ausfüllte, wurde mit Rascher neu besetzt. Man braucht in der täglichen Arbeit drei Co-Trainer, wobei Steed Ray für die Torhüter zuständig ist, Jürgen Paul wie bisher intensiv mit einzelnen Spielern arbeitet und Micha Rascher wird unter anderem für die Standards zuständig sein.

Was qualifiziert ihn für den Job?

Wir kennen seine Arbeit. Er hat in Unterreichenbach aus einem kleinen Verein das Maximum herausgeholt und eine starke Truppe geformt, die gut organisiert ist, diszipliniert und leidenschaftlich auftritt. Genau so ist sein Coaching an der Linie. Ich hatte schnell das Gefühl, dass das sehr gut passt.

Michael Griebel übernimmt den neuen Posten des Verbindungstrainers zum Nachwuchsbereich. Eine Reaktion auf Defizite in der Jugendarbeit?

Wir haben eine gute Jugendarbeit, aber sie wird noch besser werden müssen. Sinn der neuen Trainingsgruppe aus den talentierten Spielern, die auch ich mit betreuen werde, ist, die Jungs früher und auch charakterlich näher kennenzulernen, noch besser zu entwickeln und im Idealfall zügig an die erste Mannschaft heranzuführen. Noch passt die Altersstruktur im Regionalligakader, aber wir müssen was tun, damit das in Zukunft so bleibt.

Gibt es mehr Abendspiele in Ansbach, wenn dasFlutlicht im Xaver-Bertsch-Sportparkendlich brennt?

Ja, wir haben vor, sehr viele Heimspiele am Freitagabend auszutragen. Flutlichtspiele haben ihren eigenen Reiz und ergeben die Möglichkeit auf ein freies Wochenende.

Sie haben sich bis 2027 an die Ansbacher gebunden, wahrscheinlich nicht ohne sich über die künftige Entwicklung mit den Verantwortlichen abzustimmen. Was haben Sie sich für die Unterschrift zusichern lassen?

Ich weiß mittlerweile sehr genau, was finanziell und strukturell bei der SpVgg Ansbach möglich ist. Die Arbeit, die die verschiedenen Personen für den Verein leisten, kommt dem, was ich als ideal erachte, sehr nahe. Insofern lagen die Vorstellungen beiderseits nie weit auseinander. Ich fahre jedenfalls jedes Mal mit sehr viel Energie und einem guten Gefühl nach Ansbach. Klar würde uns ein eigenes Fitnessstudio weiterbringen, aber, siehe oben, man muss die Realitäten sehen.


Wir fühlen uns wohl in dieser Regionalliga


Wo steht Ihre Mannschaft in zwei Jahren?

Ich hoffe in der Regionalliga, im Idealfall sogar im oberen Drittel.

Möglicherweise steht das gar nicht alleine in der Macht der SpVgg Ansbach. Dieser Tage ploppt wieder das Thema Regionalliga-Reform auf. Die vierte Liga ist eine Liga der Gegensätze. Da kicken Dorfklubs vor 250 Zuschauern ohne jede Aufstiegsambition gegeneinander, andererseits gibt es Traditionsvereine mit Millionenetat und großer Fanbasis, die beklagen, dass sie nicht einmal als Meister direkt in die Dritte Liga aufsteigen dürfen. Reformvorschläge sehen vor, die Anzahl der Regionalligen in Deutschland zu verkleinern, was aller Voraussicht nach einen verschärften Abstieg nach sich ziehen dürfte.

Ich kann die Kollegen sehr gut verstehen, die eine Mannschaft zur Meisterschaft geführt haben und dann auch direkt aufsteigen wollen. Aber aus Sicht der SpVgg Ansbach ist die Regionalliga so wie sie jetzt ist ideal. Geografisch auf das Bundesland begrenzt, mit attraktiven Mannschaften besetzt und mit überschaubarem finanziellen Aufwand zu meistern. Wir fühlen uns wohl in der Regionalliga Bayern.

Was macht die A-Lizenz, die Regionalligatrainer eigentlich vorweisen müssen?

Bisher war es mir noch nicht möglich, den entsprechenden Lehrgang zu besuchen, weshalb wir erneut eine Sondergenehmigung beantragt haben. Aber ich bleibe an dem Thema dran.

Zur Person

Niklas Reutelhuber aus Alesheim war als Spieler bereits für die SpVgg Ansbach aktiv und übernahm 2023 den Cheftrainerposten bei den nullneunern. Der Student der Sportwissenschaft spielt nebenbei noch für den Bezirksligisten SV Alesheim.


Alexander Keck
Alexander Keck
Der noch in Vor-Internetzeiten der FLZ zugelaufene Schwarzwälder hat im Verlauf von fast drei Jahrzehnten die fränkischen Merkwürdigkeiten, die in Ohrmuscheln (Allmächd!) und auf Esstellern (Saure Zipfel!) landen schätzen gelernt. Nur die im Vergleich zu Spätzle stets zu breiigen Knödel mag der Schwabe nicht. Das Schreiben über Sport dagegen immer noch sehr - gerne auch abseits des Mainstreams.
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