Gezielte Baumpflege für gesunde Streuobstbestände und größere Artenvielfalt: Über 20 Teilnehmer haben bei den Baumwarten des Obst- und Gartenbauvereins Dietenhofen gelernt, worauf es beim Winterschnitt ankommt. Unterstützt wurde der halbtägige Kurs vom Landschaftspflegeverband und der Initiative Zukunft.Streuobst II des Landkreises.
Gemeinsam mit Akteuren vor Ort werden unter anderem Bürgeraktionen und Umweltbildungsprogramme rund um den Erhalt des Streuobstes durchgeführt, das als prägender Bestandteil der fränkischen Kulturlandschaft gilt und dessen Blüten wichtige Nahrung für Insekten liefern.
Die Mittel stammen aus Zahlungen, die bei Bauvorhaben und anderen Eingriffen in die Natur geleistet werden müssen. Nachdem in der ersten Projektperiode unter anderem 1750 Obstbäume im westlichen Landkreis geschnitten wurden, steht während der aktuell laufenden, zweiten Runde der nordöstliche Landkreis im Fokus.
Die Zielgruppe des kostenlosen Baumschnittkurses waren Gartenbesitzer, die sich weiterbilden möchten. Unter der Anleitung der von den Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf ausgebildeten, vereinseigenen Baumwarte Günther Volland, Barbara Lehmeyer und Joachim Graf bestand die Aufgabe darin, den Baumbestand auf einer Fläche südlich des Biberttal-Radwegs für die neue Vegetationsperiode in Form zu bringen. Gearbeitet wurde an alten Apfel- und Birnensorten wie dem Berlepsch oder der „Köstlich von Charneux“ sowie an Kirsch- und Zwetschgenbäumen.
„Der Baumschnitt ist wichtig für den Ertrag, die Standfestigkeit und die Vitalität“, erläuterte Baumwart Günther Volland. Bei einem gut beschnittenen Baum bekämen die Früchte mehr Sonne. Die Entfernung langer, dünner Triebe verleihe dem Baum außerdem eine stabilere Struktur, die ihn unter anderem vor Witterungsschäden schützt.
„Das Ziel ist die sogenannte Saftwaage.“ Dies beschreibe die Balance zwischen oberem und unterem Baum, Krone und Wurzelwerk. Außerdem werden beim Schnitt auch alte und kranke Äste entfernt und so die Gesundheit des Baums gefördert. Schon bald durften die Teilnehmer selbst auf die Leiter steigern und sich mit Handsägen, Astscheren, Hochentastern und weiteren Werkzeugen ans Werk machen. „Am besten schneidet man den Ast oberhalb des Astkragens – das ist eine leicht verdickte Stelle am Ansatz. Das fördert die Heilung“, so Volland. Entfernt werden müssten außerdem lange Triebe, die bereits in die Nachbarbäume hinein wuchern und diesen Konkurrenz machen.
Die Streuobstwiese mit 20 Obstgewächsen gehört Altbürgermeister Heinz Henninger und seiner Frau Maria, die sich jedes Jahr auf die Blütezeit freuen. „Wenn die Bäume blühen und die Bienen summen, das ist ein Traum“, berichtete Maria Henninger. Gepflanzt wurden die Hochstammgewächse vor rund 25 Jahren ebenfalls im Rahmen einer Aktion des Landschaftspflegeverbands.
Der Obst- und Gartenbauverein hat aktuell 430 Mitglieder, bei leicht steigender Tendenz. Zulauf bescheren unter anderem Wettbewerbe, Veranstaltungen rund ums Gärtnern sowie Kurse und Fortbildungsmöglichkeiten.
Infos unter www.ogv-dietenhofen.de