Thomas Preininger will die Automatenwelt im Großraum Uffenheim erobern | FLZ.de

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Veröffentlicht am 11.03.2025 17:35

Thomas Preininger will die Automatenwelt im Großraum Uffenheim erobern

Thomas Preininger an seinen Automaten. Ob Energydrinks, Süßigkeiten oder Mystery-Pakete: An der Nürnberger Straße 3 in Uffenheim ist die Auswahl groß. (Foto: Johannes Zimmermann)
Thomas Preininger an seinen Automaten. Ob Energydrinks, Süßigkeiten oder Mystery-Pakete: An der Nürnberger Straße 3 in Uffenheim ist die Auswahl groß. (Foto: Johannes Zimmermann)
Thomas Preininger an seinen Automaten. Ob Energydrinks, Süßigkeiten oder Mystery-Pakete: An der Nürnberger Straße 3 in Uffenheim ist die Auswahl groß. (Foto: Johannes Zimmermann)

Thomas Preininger aus Uffenheim hat ein Faible für Technik. Und er liebt ausländischen Süßkram. Beide Leidenschaften hat er kombiniert – und betreibt mehrere „Schmaggomaten“ in Uffenheim und der weiteren Umgebung. Aus dem einstigen Hobby ist mittlerweile ein kleiner Geschäftszweig geworden.

Mit zwei Automaten am ehemaligen Aldi an der Nürnberger Straße in Uffenheim ist Preininger vor gut einem Jahr gestartet. Er sprach von „Zucker für die Seele“, von „Liebhaberei“. Doch in der Zwischenzeit zählt sein kleines Imperium elf Automaten an sieben Standorten: drei in Uffenheim, zwei in Scheinfeld, einer in Sugenheim und einer in Marktbreit. Weitere sollen folgen. In Ochsenfurt ist er auf der Suche, mit Iphofen liebäugelt er ebenfalls.

Wäre da nur nicht dieser Engpass. Denn die Geräte sind beliebt und Mangelware. Aber die Geduld soll sich auszahlen, im doppelten Sinne. „Ab 20 Automaten ist es so, dass es richtig Spaß macht“, betont der Uffenheimer. Dann könnte er eine feste Teilzeitkraft anstellen, die zwei- bis dreimal pro Woche Touren startet, um alle Standorte aufzufüllen.

Von überraschenden Paketinhalten

Der Automaten-Fan hat auch sein Portfolio und sein Netzwerk erweitert. Zum einen bietet er nun neben Süßigkeiten aus aller Welt auch Retouren in einzelnen Automaten an: Von außen sind nur die Päckchen zu sehen, nicht aber die Inhalte. „Das bleibt der Überraschungseffekt – was bestellt diese bekloppte Welt?“ Die einen haben Glück und finden ein Smartphone, eine Uhr oder eine 3D-Brille darin. Andere müssen sich mit einem Pärchen Strümpfe zufriedengeben. Das ist eben Reiz und Risiko.

Thomas Preininger kauft diese Überraschungspakete paletten- wenn nicht sogar lasterweise. Aber auch er wisse nicht, was sich darin verbirgt. Mit diesen Boxen fährt Preininger ebenso auf Flohmärkte in der Region – oftmals mit seinem Lagerarbeiter aus der Ukraine. Die Mystery-Pakete sind jedenfalls beliebt, sagt Preininger. „Die Leute freuen sich, in diesem Geschäft ist sehr viel positive Energie.“ Die springt über.

Ein bürokratischer Kraftakt

Im Brotberuf betreibt der Uffenheimer eine Spedition. Da sei die Stimmung wesentlich ernster. Ein riesiger Personalmangel beschäftigt Preininger ebenso wie eine große Regelflut. Spediteure aus Osteuropa seien nicht an den Mindestlohn gebunden. Die Konkurrenz ist groß, „und ich als Deutscher muss mich an alle Spielregeln halten“. Das frustriere ihn zusehends. „Entsprechend geht die Tendenz mehr zu den Automaten als in die Transportbranche.“ Aber nein, aufgeben will der Unternehmer beides nicht.

Deshalb plant Preininger, seine Automatenwelt „peu à peu“ auszubauen. Schließlich falle so ein Gerät nicht einfach vom Lastwagen und sei einsatzbereit. Eine Standortakquise ist nötig, ein Fundament muss geschaffen werden, Strom vorhanden sein, und alles entsprechend genehmigt werden. Ein bürokratischer Kraftakt. Bis die Automaten dann tatsächlich Süßigkeiten oder Pakete ausspucken, vergehen Monate.

Mittlerweile kooperiert der Uffenheimer auch mit der Familie Birklein, Inhaber des Sugenheimer Dorfladens „Treffpunkt Wild“ und passionierte Jäger. Auf einer Dienstfahrt hat Preininger Sugenheim genauer unter die Lupe genommen. Das Zentrum gefiel ihm, im Dorfladen kam er ins Gespräch. Nach weiteren Beratungen war klar: Preininger stellt einen Automaten auf und die Birkleins bestücken ihn mit Wild-Wurstwaren, etwa Leberkäse, neben Süßigkeiten und Getränken. Als Testballon werden Wild-Spezialitäten auch im Uffenheimer Automaten an der Nürnberger Straße angeboten. Das läuft seit einigen Wochen und wird gut angenommen. Preininger freut sich über alles abseits des Mainstreams. Das sieht er mit dem Wild gegeben.

140 verschiedene Produkte im Lager

Das Sortiment hat der Uffenheimer deutlich breiter aufgestellt als früher, erzählt er. 140 verschiedene Produkte finden sich im Lager. Preininger pflegt Händlerkontakte in die Türkei, nach Holland, eigentlich europaweit – und die bescheren ihm so manchen Vorteil. Ein Beispiel: Die neueste Red-Bull-Edition hat er bereits seit Anfang März in seinen Automaten, obwohl der offizielle Verkauf in Deutschland erst am 1. April startet. Dank seines Netzwerkes.

„Wir sind immer wieder den Trends voraus“, sagt Preininger. Das sei wichtig, weil viele die Ersten sein wollen, die ein Hype-Produkt probieren – die Sozialen Medien spielen da eine große Rolle. Dubai-Schokolade hat er auf dem kurzen Dienstweg ebenso besorgt wie die angesagte Engelshaar-Schokolade mit Zuckerwattenfüllung, die jedoch vergriffen ist.

Damit letztlich nichts weggeworfen werden muss, bietet Thomas Preininger auch eigene Mystery-Pakete an – mit Produkten, die kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum stehen oder schon abgelaufen sind, zum kleinen Preis. Quasi eine Snack-Überraschung mit Dingen, die zu schade für die Tonne sind.

Fraglich ist allerdings, ob die Schmaggomaten zur neuen Saison ins Uffenheimer Freibad zurückkehren. Schließlich will Preininger nicht in Konkurrenz zum Kiosk-Betreiber stehen. Entsprechend plant er vorab noch ein Gespräch mit Bürgermeister Wolfgang Lampe. Ansonsten hat es ihm die Automatenwelt aber voll angetan. Auf Dauer, so sagt er, sollen diese das erste Standbein werden. Denn: „Wenn ein Automat monatlich 500 Euro abwirft und dann die Steuer weggeht, dann bleibt was übrig, das ist mehr als nur ein Hobby.“

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