In den letzten Zügen des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung befindet sich die Schulers Biobackhaus GmbH. Nach intensiven Einsparmaßnahmen sieht es gut aus für die Filialen im Raum Ansbach, Neustadt/Aisch, Fürth und Nürnberg. Gläubiger können bald mit einem Teil ihres Geldes rechnen.
Alle „Ziele sind erreicht“ und „mit hoher Wahrscheinlichkeit werden wir es schaffen“. Das teilt Rechtsanwalt Jörg Franzke auf Nachfrage der FLZ mit. Der Berliner Spezialist für Unternehmenssanierungen begleitet Schulers Biobackhaus bei dem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Damit das Unternehmen wieder liquide wird, musste die Bäckerei mit ihren elf Niederlassungen sparen, was das Zeug hält. Der Hauptsitz und die Backstube sind in Dietenhofen. Die meisten Filialen – fünf, um exakt zu sein – finden sich in Ansbach.
Die Bäckerei musste sich ein Stück weit neu aufstellen. Die reine Fokussierung auf Biobackwaren wurde aufgelöst. Es gibt zwar nach wie vor Bioprodukte, daneben finden sich aber auch herkömmliche Brote, Semmeln, Brezen oder Gebäck in der Auslage.
„Man möchte den Kern des Unternehmens nicht aufgeben“, sagt Rechtsanwalt Franzke. Aber die Kunden würden gerne auch herkömmliche Produkte kaufen. Dieser Trend wird nun berücksichtigt. Das Wort Bio ist von den Schildern bereits weitgehend verschwunden. An der Firmierung im Handelsregister ändert sich aber nichts. Dort heißt das Unternehmen weiterhin Schulers Biobackhaus GmbH.
Zum Jahreswechsel 2022 hat Günter Schuler die Bäckerei Held mit allen Beschäftigten und Niederlassungen übernommen. Der Plan war: ein reines Bio-Konzept zu etablieren. Nach einiger Zeit ist das Unternehmen in wirtschaftliche Schieflage geraten. Geschuldet war das den gestiegenen Energiepreisen und der Inflation – die Kunden gingen auf Sparkurs. Im Juni 2023 meldete die Firma das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung an.
Ein mit dem Gericht und den Gläubigern abgestimmter Insolvenzplan wird – vermutlich im Februar oder März diesen Jahres – das Verfahren abschließen. Hierfür muss die Bäckerei den Gläubigern vorschlagen, wie viel Prozent der Schulden – auch Quote genannt – sie begleichen kann. Diese Quote wird derzeit noch berechnet, so Franzke. Sie werde „erfahrungsgemäß nicht sehr hoch“ ausfallen, mutmaßt der Anwalt. In der Regel liegt sie zwischen einem und 25 Prozent.
Bei einer gesamten Schuldensumme in der Größenordnung von eineinhalb Millionen Euro sei es sehr wahrscheinlich, dass die Gläubiger – deren Anzahl im dreistelligen Bereich liegt – die vorgeschlagene Quote annehmen werden, glaubt Franzke. Das Unternehmen werde dann mit all seinen Filialen weiter bestehen können, führte der Fachanwalt aus. Die Zahl von rund 100 Mitarbeitern bleibe gleich.
Trotz der allgemeinen Konjunktur und der Kaufzurückhaltung seien die Kunden den Back-Filialen auch in den vergangenen Monaten treu geblieben, zeigte sich Franzke dankbar. Der Rechtsanwalt lobt vor allem Schulers Mitarbeiter: „Sie haben sehr tolle Arbeit geleistet“ und „geben alles fürs Unternehmen“.