Senegalesische Praktikantin auf Bauernhof bei Lehrberg | FLZ.de

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Senegalesische Praktikantin auf Bauernhof bei Lehrberg

Seynabou Fall (rechts) lernt als Praktikantin von Linda Schwarzbeck, wie ein moderner landwirtschaftlicher Betrieb geführt wird, etwa im Hinblick auf die Direktvermarktung von Brombeeren. (Foto: Kurt Güner)
Seynabou Fall (rechts) lernt als Praktikantin von Linda Schwarzbeck, wie ein moderner landwirtschaftlicher Betrieb geführt wird, etwa im Hinblick auf die Direktvermarktung von Brombeeren. (Foto: Kurt Güner)
Seynabou Fall (rechts) lernt als Praktikantin von Linda Schwarzbeck, wie ein moderner landwirtschaftlicher Betrieb geführt wird, etwa im Hinblick auf die Direktvermarktung von Brombeeren. (Foto: Kurt Güner)

Es weht ein angenehmer kühler Wind. Die Brombeeren leuchten in der Sonne. Seynabou Fall (26) freut sich zusammen mit ihrer Chefin, Linda Schwarzbeck (35), über die Früchte der gemeinsamen Arbeit. Auf deren Hof für Sonderkulturen vom Spargel bis zu Erdbeeren ist die Afrikanerin 20 Wochen lang Praktikantin.

Als Nächstes steht Marmeladekochen an. Die Senegalesin ist schon gespannt darauf, wie die Beeren fürs Frühstück veredelt werden. Ihr Ziel ist ein Master im Studiengang Internationales Farm Management an der Hochschule in Triesdorf.

Verkauf im Hofladen

Linda Schwarzbeck setzt bei ihrem Bauernhof in Buhlsbach (Gemeinde Lehrberg, Kreis Ansbach) auf Direktvermarktung. Neben dem Selberpflücken durch die Kunden steht der Verkauf im Hofladen im Mittelpunkt.

Doch welcher Weg führte ihre Praktikantin, eine 26-Jährige aus der Großstadt Saint-Louis an der Atlantikküste Senegals, in das grüne Paradies rund um das Dorf Buhlsbach?

Rasch wachsende Bevölkerung ernähren

Die Antworten darauf erschließen sich insbesondere aus den Motiven der jungen Frau für die Wahl ihres Studienfachs: „Im Senegal haben wir große Probleme, die rasch wachsende Bevölkerung zu ernähren. Deshalb habe ich mich dafür entschieden, Landwirtschaft zu studieren.“ Als Praktikantin will sie in Deutschland erlernen, wie ein moderner Landwirtschaftsbetrieb geleitet wird.

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Sie erläutert dies auf Englisch. Doch die Studentin spricht auch schon relativ gut Deutsch. Denn die Zeit bei Linda Schwarzbeck ist nicht ihr erstes Praktikum in der Bundesrepublik. Von September 2023 bis Dezember 2023 war sie bereits auf einem Bauernhof in der Umgebung von Roßtal. Dort lernte sie viel über Getreideanbau.

Sie verweist darauf, dass ihr Heimatland wertvolle Devisen für den Getreideimport aufwenden muss, um die Menschen zu ernähren. Sie hoffe, mit dem in Deutschland erworbenen Wissen einen Beitrag zur Ausweitung des Getreideanbaus im Senegal leisten zu können, trotz der dortigen langen Trockenphasen.

65 Studenten aus Afrika in Bayern

Hilfe zur Selbsthilfe: Mit diesem Grundsatz will die Hochschule in Triesdorf jungen Leuten aus Afrika wie Seynabou Fall die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse für eine moderne Landwirtschaft vermitteln. Die 26-Jährige zählt zu den aktuell 65 afrikanischen Studierenden, die ein 20-Wochen-Praktikum auf bayerischen Bauernhöfen absolvieren. Und auch ihr erstes Praktikum in Deutschland im Raum Roßtal kam im Rahmen des Afrika-Programms der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf zustande.

Die Tochter eines Pädagogen und einer Hausfrau machte im Senegal ihren Bachelor in Agrar- und Lebensmitteltechnologie. Einer der Schwerpunkte in diesem Studiengang war gesunde Ernährung.

Zu ihrer Studienwahl erläuterte sie, dass inzwischen auch im Senegal durch zu fett- und zuckerreiche Kost Zivilisationskrankheiten wie Diabetes auf dem Vormarsch seien. Sie wolle künftig beruflich einen Beitrag zur Herstellung gesunder Lebensmittel und entsprechender Beratung der Verbraucher, insbesondere auch im Hinblick auf Kinder, leisten.

Spritzmittel zu intensiv eingesetzt

Um gesunde Ernährung geht es auch Linda Schwarzbeck. Bei ihr kann sich die Praktikantin damit vertraut machen, wie ohne Spritzmittel, allein mit mechanischer Unkrautbekämpfung, Erdbeeren und andere Beeren gedeihen, die ebenfalls als Vitaminbomben gelten. Antworten auf die Frage, wie künftig weniger chemische Spritzmittel verwendet werden können, seien im Senegal sehr wichtig, so die 26-Jährige. Denn dort würden diese Mittel teils zu intensiv eingesetzt.

Mindestens ebenso wertvoll ist es für die junge Afrikanerin jedoch zu lernen, wie Linda Schwarzbeck seit Jahren erfolgreich auf die Direktvermarktung setzt. Dieses Wissen ist auch wichtig im Hinblick auf den englischsprachigen Studiengang Internationales Farm Management. Um auch den Theorieteil dafür absolvieren zu können, muss Seynabou Fall nach dem Praktikum noch eine Prüfung der Hochschule bestehen.


Von Kurt Güner
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