Sanierungsprojekt in Dinkelsbühl: Woran es im Hoffeld bislang hapert | FLZ.de

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Veröffentlicht am 02.12.2024 12:31

Sanierungsprojekt in Dinkelsbühl: Woran es im Hoffeld bislang hapert

Das Dinkelsbühler Siedlungsgebiet Hoffeld ist in die Jahre gekommen. Jetzt soll es mit Mitteln der Städtebauförderung saniert werden. (Foto: Stadt Dinkelsbühl/Philip Schürlein)
Das Dinkelsbühler Siedlungsgebiet Hoffeld ist in die Jahre gekommen. Jetzt soll es mit Mitteln der Städtebauförderung saniert werden. (Foto: Stadt Dinkelsbühl/Philip Schürlein)
Das Dinkelsbühler Siedlungsgebiet Hoffeld ist in die Jahre gekommen. Jetzt soll es mit Mitteln der Städtebauförderung saniert werden. (Foto: Stadt Dinkelsbühl/Philip Schürlein)

Die Menschen, die im Dinkelsbühler Siedlungsgebiet Hoffeld wohnen, zeigen schon jetzt, vor der Sanierung ihres Quartiers, großes Interesse an dem Projekt, das in den kommenden fünf bis zehn Jahren umgesetzt werden soll. Noch gibt es nur eine Zustandsbeschreibung. Die wurde am Mittwochabend dem Stadtrat vorgestellt.

Bevor Konstantin Rühl vom Planungsbüro stadt + land Fürth loslegen konnte, nutzte ein Anwohner aus dem Hoffeld die Bürgerfrageviertelstunde, um nachzuhaken, wie man sich in die Planung der Sanierung einbringen kann. Denn ihn und seine Nachbarn störten die vielen Autos, die so geparkt würden, dass die Anlieger kaum noch aus ihren Hofeinfahrten herausrangieren könnten.

Auch der Planer Konstantin Rühl berichtete von einer außergewöhnlich hohen Resonanz auf die Aufrufe, an Umfragen teilzunehmen. Das sei nicht in allen Kommunen so. In der kommenden Zeit werde es weitere Umfragen geben, unter anderem auch für Kinder und Jugendliche. Geplant seien auch Workshops.


Es ist ein heterogenes Gebiet.

Konstantin Rühl

Rühl bezeichnete das Hoffeld als ein „heterogenes Gebiet“, dessen Ursprünge auf das Jahr 1938 zurückgehen, als im Dinkelbauerweg die ersten Gebäude gebaut wurden. Damals war auf den Grundstücken noch zwingend eine Selbstversorgung vorgeschrieben. Anfangs habe das Siedlungsgebiet den Charakter einer Gartenstadt gehabt. Dieser habe sich im Laufe der Zeit verändert. Eine Durchgrünung wie im Nachbarquartier Königshain fehle im Hoffeld, fuhr Rühl fort.

Auch eine städtebauliche Struktur sei kaum wahrnehmbar, die Gebäude dienten hauptsächlich dem Wohnen. Leerstand gebe es wenig, bauliche Mängel seien hauptsächlich an Nebengebäuden feststellbar, berichtete der Planer über die Analyse.

Straßen in schlechtem Zustand

In einem schlechten Zustand sind die laut Rühl extrem breiten und geraden Straßen im Wohngebiet, das in seiner Konzeption voll auf den Autoverkehr ausgelegt sei, stellte Rühl fest. Gemeinschaftsgaragen vermitteln oft einen tristen Eindruck. Die Bedingungen für Fußgänger seien problematisch. Bushaltestellen seien unattraktiv.

Die Zahl der Grünflächen im Hoffeld ist überschaubar, ein einziger öffentlicher Spielplatz steht zur Verfügung. Immerhin: Das Quartier ist gut an das Naherholungsgebiet im Süden angebunden, ist in der Vorerhebung dokumentiert. Und: „Das Hoffeld hat Potenzial“, so Konstantin Rühls Überzeugung.

Um diese Entwicklungsmöglichkeiten zu realisieren und vor allem die Straßen und Infrastruktur zu sanieren, muss die Stadt Dinkelsbühl viel Geld in die Hand nehmen. Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer sprach in der Sitzung von einem zweistelligen Millionenbetrag. Deshalb sollen die Möglichkeiten der Städtebauförderung genutzt werden. Dafür muss allerdings ein Sanierungsgebiet definiert werden. Die Förderquote liegt in der Regel bei 60 Prozent, für gute Konzepte kann es auch 80 Prozent geben, erklärte Rühl.

Auch Private können Förderung erhalten

Außerdem hätte die Stadt erweiterte Rechte, zum Beispiel ein Vorkaufsrecht. Und auch die Bürgerinnen und Bürger könnten von der Städtebauförderung profitieren: durch steuerliche Abschreibungen oder eine direkte Förderung. Allerdings müsse dies der Stadtrat beschließen.

Der Stadtrat nahm die Bestandsaufnahme zur Kenntnis. Eine Analyse der erhobenen Daten soll dem Gremium im Januar vorgestellt werden. In diesem Zeitraum soll auch eine Umfrage zur Zukunft des Hoffelds laufen. Der städtebauliche Rahmenplan steht am Ende des Prozesses.

Bedarfsmitteilung an die Regierung

In der Sitzung wurde auch der Bedarf für die Städtebauförderungsprogramme 2025 festgestellt. Diese Mitteilungen an die Regierung von Mittelfranken dienen der Bereitstellung der Mittelkontingente, eine Entscheidung über die konkrete Umsetzung werde damit nicht getroffen. Größter Posten im Programm „Lebendige Zentren“ ist dabei das dynamische Parkleitsystem, das die Stadt anschaffen will. Die Kosten dafür werden mit 1,5 Millionen Euro angegeben.

Weil Stadtrat Markus Schneider (Freie Wähler Dinkelsbühl) die Investition in ein solches Parkleitsystem prinzipiell ablehnt, war er gegen die Aufnahme dieses Punktes in die Bedarfsmitteilung. Die Bedarfsmitteilung beschloss der Stadtrat dann aber einstimmig.

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