Rumänien verdoppelt Abschussquote für Bären trotz Kritik | FLZ.de

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Veröffentlicht am 05.10.2026 12:20

Rumänien verdoppelt Abschussquote für Bären trotz Kritik

Rumänien verdoppelt die Abschussquoten für Bären. (Archivbild) (Foto: Kathrin Lauer/dpa)
Rumänien verdoppelt die Abschussquoten für Bären. (Archivbild) (Foto: Kathrin Lauer/dpa)
Rumänien verdoppelt die Abschussquoten für Bären. (Archivbild) (Foto: Kathrin Lauer/dpa)

Angesichts zahlreicher Angriffe von Bären auf Menschen hat Rumänien die Abschussquote der wilden Tiere verdoppelt - trotz Protesten von Tierschützern und trotz Widerstands des Staatspräsidenten Nicusor Dan. Der Staatschef unterzeichnete nun ein bereits im September beschlossenes Gesetz, dem zufolge in diesem Jahr fast 1.000 Bären abgeschossen werden dürfen. 

Davor hatte Dan den entsprechenden Entwurf erfolglos beim Verfassungsgericht angefochten. Das Gericht wies Dans Beanstandung zurück, der zufolge das Projekt EU-Recht verletze. Daraufhin schickte der Präsident das Projekt dem Parlament zur Neuberatung zurück, jedoch blieb die Volksvertretung bei ihrem früheren Beschluss.

Tierschützer wollen EU alarmieren

Neben anderen Tierschützern kritisierte auch die Welttierschutzgesellschaft in Berlin die Verdopplung der Abschussquoten. Sie startete eine Petition an die EU-Kommission, in der verlangt wird, dass Brüssel „sowohl die wissenschaftliche Grundlage, die die rumänische Regierung als Argumentation für die Abschussquote heranzieht, als auch die Rechtmäßigkeit des neuen Gesetzes sorgfältig überprüft“.

Dem neuen Gesetz zufolge dürfen in diesem Jahr 859 Bären vorsichtshalber abgeschossen werden und weitere 110, falls diese nachweislich Menschen gefährdet haben. In Gebieten Rumäniens, in denen das Jagen generell verboten ist, bleibt auch der Abschuss von Bären untersagt. Im Jahr 2024 hatte die Abschussquote zur Prävention 426 betragen und im Falle eines Eingriffs nach Gefährdung von Menschen 55.

In Rumänien leben nach Schätzung des Umweltministeriums etwa 12.800 Bären - mehr als doppelt so viele wie die Anzahl, die als ökologisch vertretbar gilt. Rumänien hat demnach die zweitgrößte Bärenpopulation in Europa - nach Russland. 

Erst vor vier Tagen wurde im siebenbürgischen Dorf Hoghiz - nahe der Stadt Brasov - ein 55 Jahre alter Bauer während seiner Arbeit auf einem Maisfeld von einem Bären getötet, wie rumänische Medien berichteten. Seine ebenfalls am Angriffsort anwesende Ehefrau konnte sich im letzten Moment retten. Immer wieder greifen Bären in Rumänien Wanderer an, dringen in Bauernhöfe ein, reißen Schafe und nähern sich Städten, wo sie in Mülltonnen Futter suchen. 

Bären mit Handywurf verscheucht

Die Behörden beklagen zudem, dass viele Touristen trotz offiziellen Verbots die Bären füttern und dadurch deren Annäherung an Menschen fördern. Im Sommer 2025 tötete eine Bärin einen italienischen Touristen auf der Karpaten-Passstraße Transfagarasan, Minuten nachdem dieser das Tier gefüttert hatte. 

Einzelne Kommunen versuchen, die Bären zu verscheuchen, indem sie elektrisch geladene Zäune bauen, Mülltonnen verschließen und Obstbäume beseitigen, die die Tiere anziehen würden. Als Vorbild gilt dabei der Karpaten-Kurort Baile Tusnad. Dennoch sah sich vergangenen Sommer ein ungarischer Journalist beim Joggen nahe Tusnad mit einem wütenden Bären konfrontiert. Er verscheuchte das Tier, indem er mit seinem Smartphone nach ihm warf.

© dpa-infocom, dpa:261005-930-791446/1


Von dpa
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