Wer etwas im Leutershäuser Rathaus zu erledigen hat, muss sich nächstes Jahr für eine Weile umstellen. Der Großteil der Stadtverwaltung zieht temporär in die Gustav-Weißkopf-Schule um, während das außen bereits renovierte Haus im Stadtzentrum innen komplett umgebaut wird. Nun wurde das Ausweich-Konzept vorgestellt.
Die Generalsanierung vom Keller bis zum Dachgeschoss bei laufendem Betrieb zu erledigen, war für Planer und Stadtrat keine Option. Zum einen hätte das die Arbeiten verzögert und verteuert. Zum anderen wären, da war man sich einig, Monate mit Dreck und Lärm den Angestellten nicht zuzumuten.
Um teure Ersatzlösungen wie etwa Anmietungen oder Container zu vermeiden, suchte die Verwaltung nach Räumen in eigenem Besitz. In der Mittelschule wurde sie fündig. Im zweiten Obergeschoss sollen 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter temporär unterkommen – vor allem die aus jenen Bereichen, in denen es auch „Kundenkontakt“ gibt, etwa das Standesamt.
„Dort werden wir die Dienstleistungen für die Bürger anbieten“, erläuterte Bürgermeister Markus Liebich dem Stadtrat. Der Bereich ist über eine stählerne Fluchttreppe von außen zu erreichen – der Schulbetrieb wird also nicht gestört. Wer auf einen barrierefreien Zugang angewiesen ist, kann – nach Anmeldung – Rampe und Aufzug in der Schule benutzen. „Wir haben mehrfach durchexerziert, wie wir Begegnungen von Bürgern und Schülern möglichst minimieren können“, sagte Liebich. Für den Zugang zur Rathaus-Etage soll eine eigene Wegführung markiert werden, die um das Grundschulgebäude herum führt, also nicht über den Pausenhof: „Es soll nicht zu Vermengungen kommen“.
Problematisch könnte dies ohnehin nur bei Publikumsverkehr während der Pausen werden, so Liebich. Die Verwaltung dagegen sei räumlich gut getrennt „sehr kompakt im zweiten Obergeschoss“ untergebracht. Etwas Kopfzerbrechen mache lediglich die Parkplatzsituation im Umfeld der Weißkopf-Schule. Da müsse man, sobald man erste Erfahrungen habe, gegebenenfalls nachjustieren, so der Bürgermeister.
Der Umzug vom Rathaus in die Schule solle in Ferienzeiten stattfinden – frühestens aber Ostern. Der Hauptserver des städtischen EDV-Netzwerkes werde ebenfalls vorübergehend in die Schule wandern, und zwar in den Keller.
Komplett wird die Verwaltung indes nicht auf den Alten Postberg verlagert – dazu reicht der Platz in der Schule nicht. Finanzverwaltung und Kasse werden in den Räumen des Kommunalunternehmens KUL eine temporäre Bleibe finden; dort – im Sparkassengebäude – muss man dazu laut Liebich „etwas zusammenrücken“. Projektleiter Dieter Mäckler wird sein Interims-Büro im Weißkopf-Museum bekommen.
Und wo tagt in der auf „nicht unter zwölf Monate“ taxierten Umbauphase der Stadtrat? Größtenteils im Feuerwehr-Gerätehaus, kündigte der Bürgermeister an, um nicht – wie während Corona – eine der Turnhallen zu blockieren.
Einstimmig votierte der Stadtrat dafür, für die zeitweilige Nutzungsänderung der Schule das Placet des Landratsamtes einzuholen.