Kaum ein Verbrechen fühlt sich schlimmer an als ein Einbruch in die eigene Wohnung. Das Gefühl, in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher zu sein, kann beklemmend sein und einen wahnsinnig machen. Wie ist die Situation im Raum Rothenburg? Wie oft gibt es hier Einbrüche und wie können Bürgerinnen und Bürger sich schützen?
Erster Hauptkommissar und Inspektionsleiter Florian Stelzig sowie Polizeihauptkommissarin Andrea Dick haben Antworten. „Die Zahlen liegen auf sehr niedrigem Niveau”, sagt Stelzig, „grundsätzlich lebt man in Rothenburg sehr sicher.” Er zeigt die Statistik zu Wohnungseinbrüchen der vergangenen fünf Jahre: 2021 gab es überhaupt keinen registrierten Einbruch, 2022 waren es sechs, 2024 und 2025 jeweils drei.
Einzig das Jahr 2023 sticht mit zehn Einbrüchen heraus. Stelzig ordnet ein: „Damals gab es eine Einbruchsserie, nicht nur hier in Rothenburg. Sieben oder acht Fälle allein waren einem Diebes-Duo zuzuordnen.” Damals machten die beiden Täter im März und April 2023 das Gebiet von Rothenburg, Würzburg und Gebsattel unsicher. Sensibilisiert fuhr die Rothenburger Polizei verstärkt Streife und ertappte tatsächlich einen dunkel gekleideten Mann auf einem Fahrrad, mit verdächtiger Ausrüstung. Die Ansbacher Kriminalpolizei übernahm, konnte ihn und seinen Komplizen so überführen und die Einbruchserie so aufklären.
Niedrige Zahlen, und doch sind die ersten drei Monate des Jahres 2026 auffällig: „Dieses Jahr gab es schon sechs Einbrüche”, sagt Stelzig. Für ihn kein Grund zur Besorgnis, dies könne ein normaler Ausreißer in der Statistik sein. Die Polizei reagiert in solchen Fällen: „Wir fahren verstärkt Streife, vor allem in Wohngebieten und mit Zivilstreifen.”
Selbst hat Stelzig in seiner Laufbahn und privat noch keinen Einbrecher und keine Einbrecherin auf frischer Tat ertappt – Fälle sind selten. Aber wie sollen Menschen reagieren, wenn es sie einmal trifft? Wie sollen sie reagieren, wenn sie im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung auf eine Einbrecherin oder Einbrecher treffen? „Auf keinen Fall den Helden spielen”, antwortet der Polizeichef. „Man sollte sofort die 110 wählen.”
Überhaupt ist die wichtigste Maßnahme, einem Einbruch vorzubeugen, präventiv den Zugriff auf ein Haus zu erschweren: „Das heißt, immer die Haustür abschließen, keine Schlüssel irgendwo draußen verstecken und auch die Fenster schließen.” Generell sollten Bewohnende eines Hauses keine Hinweise auf eine Abwesenheit geben: „Vielleicht können die Nachbarn den Briefkasten leeren und die Rollläden mal hochziehen.” Auch sollten man auf verdächtige Personen in der Nachbarschaft achten. Auch wenn die Haupturlaubszeit im Sommer ist, passieren die meisten Einbrüche im Winter – die Dunkelheit soll das Verbrechen schützen.
Zu technischen Einbauten kann Stelzig keine Angaben machen: „Dafür fehlt mir die Expertise.” Aber grundsätzlich seien Neubauten heute schwerer aufzubrechen, die Technik ist einfach weiter.