Schafft Amtsinhaber Dr. Christoph Hammer zum fünften Mal den Einzug ins Amtszimmer des Dinkelsbühler Oberbürgermeisters oder bekommt die Stadt mit Herausforderin Anja Schmidt-Wagemann erstmals eine Frau an der Stadtspitze? Die Wählerinnen und Wähler können diese Fragen bei der Kommunalwahl am 8. März entscheiden.
Der promovierte Jurist Dr. Christoph Hammer (64) ist seit 2003 Oberbürgermeister. Er ist der erste Rathauschef in Dinkelsbühl, der es bisher auf vier Amtszeiten gebracht hat. Eine fünfte wäre diesbezüglich ein neuer Rekord und auch im Freistaat Bayern rekordverdächtig. Er ist Kandidat der CSU.
Seit 18 Jahren arbeitet der gebürtige Oberpfälzer auch als Kreisrat an der Entwicklung des Landkreises Ansbach mit. Das Dinkelsbühler Krankenhaus ist ihm dabei auch in seiner Funktion als Verwaltungsrat des ANregiomed-Klinikverbunds ein besonderes Anliegen. Für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Dinkelsbühler Klinik will er sich im Falle seiner Wiederwahl weiter einsetzen, führt er aus. Flankierend will er auch die ambulante medizinische Versorgung im Fokus behalten.
Ebenso wichtig ist ihm die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt, wie er seine Pläne für eine mögliche fünfte Amtszeit beschreibt. Dazu gehören für ihn Betriebsansiedlungen und die dafür nötigen Gewerbegebiete.
Während eines seiner Wahlziele von vor sechs Jahren – der Bau der B25-Ortsumfahrung – abgearbeitet ist, wartet er bei einem weiteren Vorhaben der Verkehrsinfrastruktur, das bereits im Wahlkampf 2020 eine Rolle gespielt hat, so wie alle anderen in Dinkelsbühl noch: „Dass die Bahn kommt.” An der Umsetzung der Reaktivierungspläne werde er im Falle seines Wahlsieges weiterarbeiten.
Alle wesentlichen Schwerpunkte sind am Laufen.
Während „alle wesentlichen Schwerpunkte” in Dinkelsbühl am Laufen oder in der Entwicklung seien, hat er dennoch offene Punkte auf seiner Agenda, die er in seiner fünften Amtszeit anpacken würde: die Sanierung der Sportstätten wie Hallenbad und Dreifachturnhalle. Und noch ein Arbeitsziel gibt es, das er angehen will: die „Energiewende implementieren”.
Seine Herausforderin Anja Schmidt-Wagemann kennt Hammer nicht zuletzt von einem gemeinsamen Projekt: Die Stadt Dinkelsbühl und die Nachgemeinde Fichtenau (Baden-Württemberg), wo Schmidt-Wagemann seit 2015 Bürgermeisterin ist, planen gemeinsam eine „Grüne Tankstelle”. Die 48-Jährige wurde von fünf Gruppierungen nominiert: Bündnis 90/Die Grünen, Dinkelsbühl Gemeinsam Gestalten, Freie Wähler, SPD und Wählergruppe Land.
Dieser breite Zusammenschluss kam auch deshalb zustande, weil die Unzufriedenheit mit der Rathauspolitik im Stadtrat in der jetzt zu Ende gehenden Amtsperiode so groß wurde, dass im vergangenen Sommer die CSU-Fraktion auseinandergebrochen ist. Hammer hat seitdem keine Mehrheit mehr im Kommunalparlament.
Wenn Anja Schmidt-Wagemann die Wahl am 8. März gewinnt, „dann sorge ich zuerst für ein gutes Miteinander – im Rathaus, im Stadtrat und mit der Bürgerschaft. Und für transparente, nachvollziehbare Entscheidungen”, kündigt die 48-Jährige an.
Die in Bopfingen geborene Diplom-Verwaltungsfachwirtin war zwölf Jahre lang bei der Regierung von Mittelfranken beschäftigt, unter anderem in den Bereichen Kosten- und Leistungsrechnung, Controlling, Kommunalrecht sowie im Gesundheitswesen. Sie ist seit 2009 kommunalpolitisch tätig, zuerst als Gemeinderätin in Fichtenau und stellvertretende Bürgermeisterin.
Seit 2019 ist sie Mitglied im Kreistag des Landkreises Schwäbisch Hall und dort Mitglied im Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Schulen. Daneben sitzt sie im Aufsichtsrat der Gesundheitsholding des Landkreises Schwäbisch Hall (Diakonie Schwäbisch Hall und Krankenhaus Crailsheim) und ist Vorsitzende des Fördervereins PSNV (Psychosoziale Notfallversorgung im Landkreis Schwäbisch Hall).
Wir müssen zentrale Themen zusammendenken.
Die größte Herausforderung in den kommenden sechs Jahren für die Stadt Dinkelsbühl wird ihrer Ansicht nach darin bestehen, „finanzielle Stabilität zu sichern und gleichzeitig zentrale Zukunftsfragen entschlossen anzugehen – insbesondere die medizinische Versorgung und den Wohnraum”.
Die eigentliche Herausforderung liegt für sie darin, diese drei Themen zusammenzudenken: verantwortungsvolle Finanzpolitik, Sicherung der Gesundheitsversorgung und Schaffung von Wohnraum. Es werde darauf ankommen, klare Prioritäten zu setzen, Fördermittel konsequent zu nutzen, Kooperationen auszubauen und Entscheidungen transparent zu kommunizieren, ist sie überzeugt.
Handlungs- und Gestaltungsschwerpunkte will sie im Falle ihrer Wahl in der Gesundheitsversorgung, der Stadt- und Quartiersentwicklung, einer soliden Infrastruktur, einer zukunftsfähigen Mobilität und der Digitalisierung der Verwaltung setzen – „immer mit Blick auf Lebensqualität und finanzielle Verantwortung”, wie sie betont.