Das Ziel ist eine durchgehende Radwegeverbindung bis nach Wassermungenau: Dafür muss die Gemeinde Neuendettelsau einen Geh- und Radweg entlang der Kläranlage bauen. Zwei Varianten stehen zur Wahl, eine endgültige Entscheidung hat der Gemeinderat noch nicht getroffen. Der Grund: die Kosten.
Teile dieser durchgehenden Verbindung bestehen bereits – sowohl auf Neuendettelsauer als auch auf Windsbacher Gebiet. Im konkreten Fall geht es um ein etwa 500 Meter langes Teilstück von der Kreuzung der Windsbacher Straße mit dem Wernsbacher Weg bis zum Ende der Kläranlage in Richtung Wernsbach.
In der Sitzung des Gemeinderates stellte Erwin Christofori vom gleichnamigen Ingenieurbüro zwei Varianten für dieses Teilstück vor. In beiden Fällen hat der Planer darauf geachtet, dass alle Vorgaben, beispielsweise die Breiten oder die Oberflächenentwässerung, eingehalten werden, um eine Förderung für die Maßnahme zu bekommen.
In Variante 1 würde der Geh- und Radweg auf der nördlichen Seite verlaufen, also am bestehenden Weiher und der Böschung vorbei. Etwa auf Höhe der Kläranlage ist eine Querung vorgesehen, um die Radler auf die Südseite und damit auf ein bereits bestehendes Teilstück zu bekommen.
Die zweite Variante sieht vor, den Weg auf der Seite der Kläranlage zu führen. Damit würde die Querungsstelle und damit eine mögliche Gefahrenstelle wegfallen. Aufgrund der einzuhaltenden Breiten müsste aber die Straße ein Stück weit nach Norden verschoben werden, wie Christofori berichtete. „Von der alten Straße bleibt nicht viel übrig.“
Gemäß einer ersten groben Schätzung würde die erste Variante rund eine Million Euro kosten. Zieht man eine Förderung von 60 bis 70 Prozent ab, bleibt im schlimmsten Fall ein Eigenanteil von rund 400.000 Euro. Die zweite Variante verursacht derweil Kosten von rund 1,5 Millionen Euro. Hinzu kommt, dass es für die Straßenverlegung wohl keine Förderung gibt. Das macht unter dem Strich einen Eigenanteil von 900.000 Euro.
Aus Sicherheits- und Kostengründen plädierten derweil Marcus Schomber (CSU) und Siegfried Horn (Unabhängige Wähler) für die erste Variante. „Aus Sicht des Radfahrers muss man eigentlich die Variante 2 bevorzugen“, sagte dagegen Christian Scheuerpflug (SPD). Er fragte an, ob es nicht die pragmatischere Lösung wäre, das Ortsschild zur Kläranlage zu verlegen, Tempo 30 anzuordnen und dafür keinen Radweg zu bauen.
Zu diesem Vorschlag äußerte Bürgermeister Christoph Schmoll (SPD) persönliche Bedenken. Das sei dem Autofahrer nicht zu vermitteln, warum irgendwo in der Pampa ein Ortsschild stehe. Zudem warnte der Rathauschef vor einer halbgaren Lösung. So werde man die bestehenden Probleme an dieser Stelle nicht lösen. „Entscheidend ist, ob sich der Radfahrer auf dem Weg sicher fühlt.“ Und weiter: „Entweder machen wir es gescheit oder wir lassen es.“
Erwin Christofori brachte noch eine weitere Möglichkeit in die Diskussion. Um eine Gesamtzuwendungsfähigkeit für Variante 2 herzustellen, könnte man versuchen, einen Komplettausbau der Straße in einem Teilbereich mit in die Maßnahme zu bekommen. Dafür müsse aber die Notwendigkeit, zum Beispiel weil der Unterbau nicht tragfähig ist, dafür nachgewiesen werden.
Diese Möglichkeit fand durchaus Anklang, weil die Straße ohnehin irgendwann gerichtet werden müsse, so die Meinung in der Sitzung. Deshalb beschloss der Gemeinderat gegen zwei Stimmen, dass dies jetzt geprüft werden soll. Entsteht dadurch eine Gesamtzuwendungsfähigkeit, wird Variante 2 weitergeplant. Ist dies nicht der Fall, geht es mit Variante 1 weiter.