Das Fränkische Freilandmuseum Bad Windsheim wartet mit der Dauerausstellung „Wie kommen die Häuser ins Museum?” auf. Besucherinnen und Besucher erhalten einen Einblick in die Forschungsarbeit und Handwerkskunst, die hinter einer „Translozierung”, dem Versetzen von Häusern, steckt.
Als „DNA des Museums” bezeichnete Museumsleiterin Dr. Karin Falkenberg das neue Highlight auf dem Gelände der mittelfränkischen Kurstadt. Die neue Dauerausstellung zeige anhand von Museumsgebäuden deren Weg vom Originalstandort bis zum Wiederaufbau auf, heißt es in der Pressemitteilung des Fränkischen Freilandmuseums. Erläutert wird unter anderem die Bedeutung der Dendrochronologie, einem naturwissenschaftlichen Verfahren zur Bestimmung des Holzalters. Daraus ergibt sich auch das genaue Baujahr der Gebäude.
Genaue Einblicke bekommen die Gäste zudem in das sogenannte verformungsgerechte Aufmaß, in dem alle im Laufe der vorgenommenen Veränderungen, Verformungen und Bauschäden hinterlegt sind. Ebenso wie in die Restauration, die oftmals schon am ursprünglichen Standort beginnt. Die beschäftigt sich mit den Veränderungen in der Bausubstanz und holt in früheren Farbfassungen und Putzschichten die Geschichte des Gebäudes hervor, heißt es in dem Schreiben. Über die gibt auch ein Bauphasenplan Aufschluss. Beispielsweise zeigt dieser, welche Wandabschnitte aus der Entstehungszeit einer Synagoge aus dem unterfränkischen Allersheim stammen.
Die Dauerausstellung zum Erlebnis machen unterschiedliche Stationen. An einer können die Besucher und Besucherinnen abgebildete Möbelstücke dem Zeitschnitt unterschiedlicher Gebäude zuordnen, wie des Stahlhauses aus Nerreth, des Badhauses aus Wendelstein und des Amtshauses aus Obernbreit. Eine weitere Station verschafft Interessierten einen Eindruck von der Wirkung verschiedener Farbpigmente unter dem Mikroskop.
Als das Herzstück hoben die Aussteller das Wandteil eines Gebäudes hervor, das früher in der Bad Windsheimer Pfarrgasse stand. Ein Teil ist verpackt wie ein Haus auf Reisen, ein weiterer Teil ist saniert mit rekonstruierten Elementen und frischem Anstrich, so, als stünde das zugehörige Gebäude kurz vor der Eröffnung im Freilandmuseum.
Das faszinierte auch Peter Daniel Forster. Der mittelfränkische Bezirkstagspräsident lobte zudem die inklusiven Elemente der Ausstellung, darunter Taststationen für blinde Menschen und Videos zum Thema Translozierung in Gebärdensprache. Forster und Falkenberg würdigten zudem das Engagement des ehemaligen Museumsleiters Dr. Herbert May, der trotz Ruhestand maßgeblichen Anteil an der Gestaltung der Ausstellung hatte.