Nach Querelen im Ansbacher Stadtrat: Franz-Xaver Huber aus CSU ausgetreten | FLZ.de

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Veröffentlicht am 12.06.2025 07:00

Nach Querelen im Ansbacher Stadtrat: Franz-Xaver Huber aus CSU ausgetreten

Selbstgewählter Abschied: Stadtrat Franz-Xaver Huber hat die CSU verlassen. (Archivfoto: Jim Albright)
Selbstgewählter Abschied: Stadtrat Franz-Xaver Huber hat die CSU verlassen. (Archivfoto: Jim Albright)
Selbstgewählter Abschied: Stadtrat Franz-Xaver Huber hat die CSU verlassen. (Archivfoto: Jim Albright)

So ganz überraschend kommt dieser Schritt nach den jüngsten Querelen nicht: Professor Franz-Xaver Huber hat der Stadtratsfraktion der CSU mit sofortiger Wirkung den Rücken gekehrt und ist aus der Partei ausgetreten.

Der Landtagsabgeordnete Andreas Schalk, der zusammen mit Jochen Sauerhöfer die Geschicke der Ansbacher CSU-Stadtrats-Fraktion lenkt und an der Spitze des CSU-Kreisverbandes Ansbach-Stadt steht, bestätigte gegenüber der FLZ den Austritt Hubers als Parteimitglied und als CSU-Stadtrat, der bereits einige Wochen zurückliege. „Zuvor gab es Gespräche mit Jochen Sauerhöfer und mir, in denen Huber uns seine Sicht der Dinge klargemacht hat“, sagte Schalk.

Schwieriges Verhältnis zum Oberbürgermeister?

Offensichtlich haben beide Seiten in der Folge nicht mehr zueinander gefunden, das Tischtuch zwischen Huber und dem Rest der Ansbacher CSU war wohl zerschnitten, wie eine Äußerung Schalks vermuten lässt: „Für ihn ist der Schritt folgerichtig und konsequent. Das muss man akzeptieren.“

Huber selbst wollte auf eine Anfrage zu den Gründen seines Abschieds gegenüber der FLZ nicht eingehen. Mit Schalk und Sauerhöfer war Stillschweigen dazu vereinbart worden. Wie aus Stadtratskreisen zu erfahren war, soll vor allem Hubers Verhältnis zu Oberbürgermeister Thomas Deffner bereits seit längerem nicht frei von Konflikten gewesen sein. Auch mit der Fraktion gab es immer wieder Reibungspunkte, wie zu hören war.

Zuletzt war das Zerwürfnis zwischen Franz-Xaver Huber und den anderen Stadträten der CSU bereits offensichtlich geworden. In der Sitzung des Stadtrates im Januar hatte sich der Mediziner in dem öffentlichen Teil der Zusammenkunft mit der Stadtspitze angelegt.

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Dissonanzen in der öffentlichen Sitzung

Damals legte Huber besonderen Wert darauf, einen von ihm formulierten Fragenkatalog zu verlesen, in dem es um die maroden Verhältnisse in den Ansbacher Gymnasien, vor allem im Theresien-Gymnasium (ThG), geht. Die massiven Probleme würden unter den Nägeln brennen und keinen Aufschub dulden, argumentierte Huber.

Penibel hatte Franz-Xaver Huber die baulichen Mängel für die Stadtratssitzung aufgelistet und Bilder der bestehenden Defizite gleich mitgeliefert. Baureferent Jochen Büschl nannte die Offensive Hubers ein „Konvolut von 22 Fragen“ und verwies den Stadtrat an den Bauausschuss als zuständiges Gremium. Oberbürgermeister Deffner bestätigte diese Einschätzung, zudem hatte Huber die Antworten der Verwaltung per Mail bereits bekommen.

Huber behält sein Mandat bis März 2026

Doch Huber, ansonsten und bis dahin nicht als Lautsprecher in der CSU-Fraktion bekannt, bestand darauf, wenigstens die zehn wichtigsten Fragen stellen zu dürfen. „Lesen Sie vor, wir haben Zeit“, antwortete Deffner damals einsilbig. Huber stellte Fragen, Antworten darauf bekam er in der Sitzung allerdings nicht.

Nach Aussage von Andreas Schalk wird Huber sein Mandat als Stadtrat in der noch bis März 2026 andauernden Wahlperiode weiterhin wahrnehmen – aber eben nicht als Teil der CSU-Fraktion. Diese ist damit noch mit zehn Sitzen vertreten.

Da sich Huber nach Informationen der FLZ der Fraktion Freie Wähler/Die Ansbacher anschließen will, würde der Zusammenschluss mit sechs Vertretern künftig die zweitstärkste Kraft im Stadtrat stellen.


Florian Pöhlmann
Florian Pöhlmann
Nach der journalistischen Grundausbildung beim Fernsehen rief 1999 die große weite Welt des Sports, die ich in Nürnberg in nahezu allen Facetten kennenlernen und in verantwortlicher Position gestalten durfte. Erst der verlockende Ruf aus Ansbach und die Aussicht, im fortgeschrittenen Alter Neues zu wagen, sorgten ab 2021 für einen Neustart in der Lokalredaktion.
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