Schülerinnen und Schüler haben auf dem Weg zur Schule im vergangenen Jahr in Deutschland rund 90.000 Unfälle erlitten. Die Zahl der Schulwegunfälle stieg um rund 3.300 auf fast 90.700 (plus 3,8 Prozent). 25 Mal endete so ein Unfall tödlich, wie eine neue Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zeigt, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Im Vorjahr hatte es 15 tödliche Schulwegunfälle gegeben.
Auch Beschäftigte von Betrieben hatten etwas mehr Wegeunfälle. So gab es 170.306 meldepflichtige Unfälle von der Arbeit zum Wohnort oder umgekehrt (plus 1,0 Prozent). 231 Tote gab es aufgrund eines Wegeunfalls. Im Vorjahr waren dies erst 214 Menschen.
Das Unfallrisiko bei der Arbeit ist 2025 laut Unfallversicherung hingegen weiter gesunken. Es gab 689.900 meldepflichtige Arbeitsunfälle (minus 3,1 Prozent). 299 Versicherte verloren aufgrund eines Arbeitsunfalls ihr Leben, nach 307 um Vorjahr. Die DGUV legte die Geschäfts- und Rechnungsergebnissen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen vor.
Die Zahl der Unfälle in den Schulen stieg um zwei Prozent: Im Schulalltag kam es zu 1.032.500 Unfällen. Fünfmal endete so ein Unfall in einer Bildungseinrichtung tödlich. Unfälle von Schülerinnen und Schülern, Kita-Kindern und Studierenden müssen gemeldet werden, wenn jemand ärztlich behandelt werden muss oder getötet wird.
Bereits vergangenes Jahr berichteten die Unfallkassen von mehr Schulwegunfällen. In einer damals von ihnen veröffentlichten Umfrage sagte ein Drittel der befragten Eltern, ihr Kind habe in zwölf Monaten mindestens einmal eine gefährliche Situation auf dem Schulweg erlebt. Als Gefahrenstellen gelten fehlenden Radwege oder schwer einsehbare Kreuzungen.
In den Betrieben war die häufigste Unfallursache der Verlust der Kontrolle über ein Werkzeug (171.638), gefolgt von Stolper-, Rutsch- und Sturzunfällen (163.430). Die häufigste Ursache für einen tödlichen Arbeitsunfall war der Kontrollverlust über ein Transportmittel (101), gefolgt von Absturzunfällen (53). 12.645 Versicherte erhielten 2025 erstmals eine Rente aufgrund eines Arbeits- oder Wegeunfalls.
DGUV-Geschäftsführer Stephan Fasshauer nannte es eine „sehr gute Nachricht“, dass das Risiko eines Unfalls bei der Arbeit wieder gesunken sei. Trotz gestiegener Kosten sei zudem der durchschnittliche Beitragssatz zur Berufsgenossenschaft von 1,09 auf 1,08 Euro je 100 Euro Lohnsumme gesunken. Die gewerblichen Berufsgenossenschaften und die Unfallkassen finanzieren sich durch die Beiträge der Unternehmen. Die Berufsgenossenschaften legten 2025 14,7 Milliarden Euro auf die versicherten Unternehmen um.
Versichert sind auch Teilnehmende an Rehabilitationsmaßnahmen, Feuerwehrleute, pflegende Angehörige und verschiedene ehrenamtlich Tätige. In dieser Gruppe gab es 40.651 Arbeitsunfälle sowie 4.836 Wegeunfälle. 35 im Ehrenamt Versicherte verloren bei einem Unfall das Leben. 686 Versicherte erhielten erstmals eine Rente aufgrund eines Versicherungsfalls.
2025 erhielten die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen zudem 91.200 Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit, Tendenz gleichbleibend. Hauptgründe: Anzeigen wegen Hautkrebs und Muskel-Skelett-Erkrankungen. In 24.340 Fällen wurde eine Berufskrankheit anerkannt, mehr als 9.800 Mal und damit am häufigsten wegen lärmbedingter Schwerhörigkeit.
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