Beim Pausenhof der Neuhöfer Grund- und Mittelschule spielt Wasser eine große Rolle | FLZ.de

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Veröffentlicht am 20.09.2026 10:10

Beim Pausenhof der Neuhöfer Grund- und Mittelschule spielt Wasser eine große Rolle

Noch viel zu tun gibt es, bis der Pausenhof der Neuhöfer Grund- und Mittelschule sein neues Erscheinungsbild erhalten hat und wieder genutzt werden kann. (Foto: Mirko Fryska)
Noch viel zu tun gibt es, bis der Pausenhof der Neuhöfer Grund- und Mittelschule sein neues Erscheinungsbild erhalten hat und wieder genutzt werden kann. (Foto: Mirko Fryska)
Noch viel zu tun gibt es, bis der Pausenhof der Neuhöfer Grund- und Mittelschule sein neues Erscheinungsbild erhalten hat und wieder genutzt werden kann. (Foto: Mirko Fryska)

Eine Großbaustelle ist der Pausenhof der Neuhöfer Grund- und Mittelschule derzeit. Das rund 1600 Quadratmeter große Areal soll modern und klimaresilient gestaltet werden. Regenwasserrückhaltung und Entsiegelung sind zentrale Anliegen. Über das Projekt mit Modell- und Pilotcharakter wurde nun informiert.

Verschwunden ist bereits die bisher mit Pflaster und Asphalt versiegelte Fläche. Anders als bisher, wo das gesamte Regenwasser über Hofabläufe und Regenfallrohre in die Kanalisation abgeleitet wurde, soll es künftig dezentral zurückgehalten und gespeichert werden, um dann zu verdunsten und verzögert zu versickern. Auf diese Weise werde, so Bürgermeisterin Claudia Wust, ein aktiver Beitrag zur klimaresilienten Stadtentwicklung geleistet. Das Ganze ist zudem ein weiterer Baustein im Konzept der „Schwammregion” und auf dem Weg zum klimaresilienten Pilot-Landkreis.

Als ein solcher hat sich der hiesige Landkreis aufstellen lassen. Gemeinsam mit Kommunen, dem Amt für Ländliche Entwicklung und dem Wasserwirtschaftsamt, sowie unterstützt von weiteren Institutionen und Verbänden erarbeitet man Konzepte für einen nachhaltigeren Umgang mit dem begrenzt zur Verfügung stehenden Nass.

Mulden, aber keine Teiche

Was passiert nun auf dem Pausenhof? Darauf gingen Lukas Lockl und Landschaftsarchitektin Nicol Dießl vom beauftragten Ingenieurbüro ein. Zum einen soll das Gelände, das bisher durch Treppen zu erreichen war, aufgefüllt werden, so dass sich ebenerdige Eingänge zu den Pausenhoftüren ergeben, die über Brücken oder Stege zu erreichen wären. Die Geländeauffüllungen können als Speicher für Regenwasser genutzt werden. Geplant ist, dass der größte Teil der Fläche als Grünareal gestaltet wird. Daneben gibt es Wegeflächen und entsiegelte Spielareale, die höher liegen als die anderen Flächen.

Die vorgesehenen Mulden werden begrünt. „Es handelt sich dabei nicht um Teiche”, so Dießl. „Das Wasser soll nur kurzfristig darin stehen und dann versickern.” Geplant ist die Anpflanzung von Bäumen, die für Beschattung sorgen. Für Schatten sollen auch Pergola und Sonnensegel sorgen. Sitzmöglichkeiten und Spielgeräte werden ebenfalls nicht fehlen.

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Kindgerechte Informations-Aufbereitung

„Die Verdunstung und Versickerung des Wassers sollen sichtbar sein”, stellte Dießl fest. An Informationstafeln soll dies erläutert werden. Vorgesehen ist zudem ein Guckbrunnen (Sichtungsschacht), der Einblicke ins Erdreich ermöglicht. Mit all diesen Maßnahmen könnte man das Prinzip der Schwammstadt und den Wasserkreislauf kindgerecht etablieren und erfahrbar machen.

Dies wäre auch im Sinne von Thomas Keller, Leiter des Ansbacher Wasserwirtschaftsamtes. Unterricht könnte so im grünen Klassenzimmer, also im Freien, erfolgen. Beim Pressetermin auf der Baustelle in Neuhof hebt er hervor, dass nur ganz wenige Projekte der „Schwammregion” im Innen-Ort realisiert werden. „In Wald und Flur gibt es vieles.” Hitzesommer mit Rekordtemperaturen, Wassermangel und fehlenden Niederschlägen hätten auch Einfluss auf die Grundwasserstände.

Das Thema soll neu gedacht werden

„Wir müssen Wasser neu denken”, erklärt Tobias Steinbauer, Referent für Städtebau bei der Regierung von Mittelfranken. Auch was versiegelte Pausenhöfe betrifft, gelte es, neue Wege zu gehen. Durch die Entsiegelung des Areals in Neuhof wird auch zur Grundwasserbildung beigetragen.

Mittels des klimaresilienten Landkreises werden Projekte umgesetzt, Wasser in der Fläche zu halten. Einiges sei schon geschehen. Genannt wurden etwa Baumpflanzungen und nun das Pausenhofprojekt in Neuhof. Es sei toll, wenn man das Ganze den Kindern schmackhaft mache, diese dann die Eltern darüber informierten und sie so dazu animierten, selbst aktiv zu werden. „Ich bin total happy”, resümierte Steinbauer.

Hohe Förderung für das über ein Dreiviertelmillion Euro teure Projekt

Hinter dem Projekt stehen neben der Gemeinde Neuhof und dem Schulverband auch das Amt für Ländliche Entwicklung, das Landratsamt, das Wasserwirtschaftsamt und die Städtebauförderung. Dies sei wichtig, stimmten alle überein. Möglich ist die Umsetzung des auf rund 785.000 Euro bezifferten Projektes auch nur dank einer stattlichen Förderung. Knapp 630.000 Euro seien, so Steinbauer, bewilligt worden, davon 500.000 Euro aktuell und fast 130.000 Euro fürs kommende Jahr.

Der Schulverband mit den Mitgliedsgemeinden Neuhof, Trautskirchen und Rügland hätte nicht genügend Mittel gehabt, um eine solche Maßnahme alleine zu stemmen, unterstrich Claudia Wust. Der nicht förderfähige Restbetrag werde von der Gemeinde Neuhof vorfinanziert und dann durch die drei Kommunen des Schulverbandes geteilt.

Einweihung ist für Juli 2027 geplant

Da der Pausenhof nicht nur von der Schule genutzt werden soll, sondern auch der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt wird, konnte die Maßnahme in die bayerische Förderinitiative „Klima wandelt Innenstadt” aufgenommen werden. Steinbauer wies darauf hin, dass die Öffentlichkeit davon profitieren soll. Das Ganze sei zudem mehr als die Schaffung von Grünflächen und Baum-Anpflanzungen. Hier gebe es innovative Ansätze, die man sonst nicht oft sehe.

Auf das Thema „Schwammregion” ging die Umsetzungsbegleiterin der Kommunalen Allianz Aurach-Zenn, Verena Birkmann, abschließend noch kurz ein. Der Innenort sei ein Teil des Ganzen, der Fokus liege in der Regel auf Wald und Flur. Am Schluss des Treffens, an dem Claudia Wust, Tobias Steinbauer, Thomas Keller, Lukas Lockl, Nicol Dießl, Verena Birkmann und Schulleiterin Kerstin Stiegler teilnahmen, wurde die Idee geäußert, dass der für den 22. Juli vom Landkreis ins Leben gerufene Wassertag 2027 in Neuhof gefeiert werden könnte, verbunden mit der Einweihung des neu gestalteten Pausenhofs.

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