Machen wir es kurz und schmerzlos: Es dürfte uns das „vermutlich staureichste Wochenende des Sommers“ bevorstehen, sagt der Auto Club Europa (ACE) voraus. Denn mit dem Ferienstart in Baden-Württemberg und Bayern sind am kommenden Wochenende (31. Juli bis 2. August) alle Bundesländer und weitgehend das europäische Ausland in den Sommerferien.
Daher lautet auch die Prognose des ADAC entsprechend: „Auf vielen Autobahnen droht am Wochenende der Dauerstau!“ Erfahrungsgemäß sei das erste August-Wochenende das staureichste der gesamten Ferienzeit.
Es dürften sich vor allem wieder füllen: die Routen in Richtung Süden, die Strecken weiter in die Alpen und ans Mittelmeer sowie die Wege an die Küsten von Nord- und Ostsee. Die Staugefahr ist im Süden besonders hoch.
Doch auch der Verkehr auf den Heimreisespuren nimmt den Clubs zufolge immer weiter zu und „gerät immer öfter ins Stocken“, so der ADAC. Denn in so manchen Bundesländern enden bald die Ferien. So zeichne sich eine Trendwende ab: „Die Staus auf den Heimreiserouten werden länger als auf den Anreiserouten.“
Wer an die Nordsee will, dürfte mancherorts auf noch mehr Verkehr stoßen, als ohnehin schon - etwa zwischen Itzehoe und Heide in Schleswig-Holstein. Denn zum Wacken-Festival (29. Juli bis 1. August) werden rund 90.000 Heavy-Metal-Fans erwartet. So dürften Störungen auch auf der A 23 (Hamburg – Heide) nicht ausbleiben.
Vor allem am Freitagnachmittag bis in den Abend hinein und am Samstagvormittag sowie am Sonntagnachmittag ist mit langen Staus zu rechnen. Und gerade bei schönem Wetter dürften zudem viele Tagesausflügler oder Kurzentschlossene für Trubel sorgen - auch auf dem untergeordneten Straßennetz in die Naherholungsgebiete. Gebremst wird der Verkehr vielerorts durch zahlreiche Dauerbaustellen - der ADAC zählt derzeit rund 1.000. Dazu könnten noch kurzfristige Baustellen kommen.
Wer beim Termin für den Reisestart etwas flexibel ist, sollte das nutzen und besser unter der Woche am Montag, Dienstag oder Mittwoch außerhalb des Berufsverkehrs aufbrechen.
Gar kein guter Startzeitpunkt ist der Freitag. Denn hier treffen die Berufspendler auf die Erholungsreisenden, was sich meist bis in den späten Abend hinein mit dichtem Verkehr und hoher Staugefahr bemerkbar macht.
Wer unbedingt am Wochenende starten muss, sollte das laut ACE möglichst früh am Morgen tun oder überlegen, in der Nacht zu fahren. Das allerdings erfordert noch mehr Konzentration, richtige Selbsteinschätzung und regelmäßige Pausen. Vom Wochenende ist der Sonntag noch der beste Reisetag - mit den erst am Mittag zu erwartenden Staugefahren.Der ACE und der ADAC erwarten in den Großräumen Hamburg, Berlin, Rhein-Main, Rhein-Ruhr, Stuttgart und München, dazu auf den Fernstraßen und Nebenstrecken zur Nord- und Ostsee sowie auf folgenden Autobahnen mehr Verkehr und Staus (oft in beiden Richtungen):
Staus drohen jetzt auch im benachbarten Ausland fast überall. Das gilt auch für Österreich, wo vor allem die Transitstrecken stark belastet sind - speziell am Freitagnachmittag und am Samstag.
Zudem machen einige Baustellen den Reisenden das Leben weiterhin schwer - etwa im Zuge der mehrjährigen Generalsanierung der Luegbrücke auf der Brenner-Autobahn (A 13).
Dazu kommt auf der Fernpass-Route (B 179) in Tirol: Wegen einer angemeldeten Demonstration ist sie zwischen Reutte und Nassereith von 9:45 Uhr bis 12.00 Uhr für den gesamten Verkehr gesperrt.
Da sich der Rückstau bereits Stunden zuvor aufbauen könne, rät der ACE, die Fernpass-Strecke am Samstag ganztägig großräumig zu umfahren. Zeitgleich bleibt laut ADAC auch das Hahntennjoch (L 246) geschlossen, um Ausweichverkehr zu verhindern. So lautet auch der Rat aus München: „Reisende Richtung Tirol und Italien sollten die Strecke weiträumig umfahren oder einen anderen Reisetag wählen.“
Zudem weisen die Clubs auf Restriktionen auf den Ausweichstrecken in Tirol hin. So gelten laut ADAC hier seit 1. Mai generell Abfahrtssperren und Fahrverbote an Samstagen, Sonn- und Feiertagen auf den Ausweichstrecken im Raum Reutte (Fernpassroute), Kufstein (Inntalautobahn) und im Großraum Innsbruck für den Transitverkehr.
Wegen der stichprobenhaften Einreisekontrollen an der deutschen Grenze kann es speziell an den Übergängen von Österreich – Suben (A 3), Walserberg (A 8) und Kiefersfelden (A 93) – zu Wartezeiten kommen.
Die aktuellen Reisezeiten in Echtzeit lassen sich für viele wichtige Transitkorridore des österreichischen Autobahnnetzes in nördlicher und südlicher Richtung auf der Webseite der Asfinag ansehen.
Der starke Transitverkehr macht sich ebenfalls in der Schweiz bemerkbar - vor allem aus nördlicher Richtung. Auch hier wird es bereits ab Freitagnachmittag voll. Neben den Hauptachsen wie etwa der A 1 (Bern – Zürich – St. Gallen) oder der A 3 (Basel – Zürich – Chur) ist hier die Gotthardroute (A 2) speziell gefährdet. Hier wird der Gotthardtunnel zum Nadelöhr, wo die Staugefahr vor dem Tunnel durchgehend hoch bleibt - Blockabfertigungen sind möglich. Dies gilt auch in nördlicher Richtung aufgrund des hohen Rückreiseaufkommens.
Ab einer Stunde Wartezeit vor dem Gotthardtunnel kommt dem ACE zufolge ein Ausweichen über die San-Bernardino-Route (A 13) infrage. Letztere dürfte allerdings auch stark befahren sein. Reisende sollten entsprechend Wartezeiten einplanen.
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