Die lebende Krippe war im vergangenen Jahr eine Ergänzung des Weihnachtsmarktes, über die geredet wurde – positiv wie negativ. Auch in diesem Jahr wird sie nach Ansbach zurückkehren, allerdings an einen anderen Platz. Zwei Gerüchte bestätigten sich in diesem Zusammenhang nicht.
Zum Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr hatte die Stadt Ansbach eine Überraschung im Gepäck. Nach sieben Jahren Pause war erstmals wieder eine lebende Krippe Teil des Events in der Vorweihnachtszeit. Zentral platziert am Stadthaus auf dem Martin-Luther-Platz warteten Kamel Zamu und seine Gefährten wie ein Schaf, ein Lama oder ein Esel auf die Besuchenden
Viele Besucher blieben an dem Gehege stehen. Gerade bei Familien erfreute sich die lebende Krippe großer Beliebtheit, weil die Mädchen und Buben so auf Tuchfühlung gehen konnten und die Vierbeiner keinerlei Scheu zeigten. Dass die Tiere keine Scheu zeigen, kommt nicht von ungefähr. Zamu zum Beispiel wurde von Betreiber Franz Schubert mit der Flasche großgezogen.
Normalerweise leben die Tiere, die überwiegend aus Zirkushaltungen stammen, auf dem Kalber Gnadenhof in Kalbensteinberg nordöstlich von Gunzenhausen. Aus Sicht der Stadtverwaltung war die Verpflichtung von Schubert ein Gewinn für beide Seiten. Einerseits konnte man so vor allem den Kleinsten einen neuen Programmpunkt bieten. Andererseits bot man Schubert eine Plattform, um an dringend benötigte Spenden zu gelangen. Denn der Gnadenhof finanziert sich ausschließlich dadurch, bekommt keine staatliche Unterstützung.
Gleichwohl gab es auch kritische Stimmen zu der lebenden Krippe. Der Tenor: Tiere zur Belustigung von Menschen zur Schau zu stellen, ist nicht mehr zeitgemäß. Wohl auch wegen dieser Diskussionen machte in den vergangenen Wochen das Gerücht die Runde, Oberbürgermeister Thomas Deffner sei unter dem Druck von Tierschutzorganisationen eingeknickt, weshalb die lebende Krippe nicht mehr am Weihnachtsmarkt angeboten wird.
Gerücht Nummer zwei hat derweil mit dem Wildtierschutz zu tun. Es geht aber nicht darum, die Tiere vor zu viel Lärm und zu großen Menschenmengen zu schützen. Vielmehr sollte die Krippe vom Martin-Luther-Platz weichen, um zu verhindern, dass die Tiere vorbeilaufende Passantinnen und Passanten beißen.
„Beide Gerüchte stimmen nicht”, macht Anne Ziegler vom Geschäftsbereich Oberbürgermeister auf Anfrage der Fränkischen Landeszeitung deutlich. „Die lebende Krippe ist auch in diesem Jahr wieder für den Ansbacher Weihnachtsmarkt eingeplant.” Alle erforderlichen Genehmigungen liegen der Stadt nach den Worten von Anne Ziegler vor.
Eine gewisse Wahrheit steckt dann aber doch in den Gerüchten. Denn auf den Martin-Luther-Platz wird die Krippe nicht zurückkehren. Stattdessen bekommen Zabu und seine tierischen Gefährten einen neuen Standort auf einer Freifläche an der Riviera, wie Anne Ziegler weiter ausführt. Die Verwaltung begründet dies mit konzeptionellen Änderungen auf dem Martin-Luther-Platz.
Was sich hinter den Änderungen am Konzept verbirgt, dazu hüllt sich die Stadt noch in Schweigen und verweist auf den üblichen Pressetermin im Vorfeld des Weihnachtsmarktes, bei dem berichtet wird, auf welche Programmpunkte sich die Ansbacherinnen und Ansbacher in diesem Jahr freuen dürfen.
Die Verlagerung hin zur Riviera wirft freilich die Frage auf, ob dann sich auch wirklich viele Menschen zu der Krippe verirren. Denn bislang wurde dieser Standort, der ein gutes Stück entfernt ist vom eigentlichen Markttreiben, noch nicht bespielt. Auch in diesem Punkt vertröstet die Stadtverwaltung bis zur Programmvorstellung.