Die makellose Heimbilanz der SpVgg Ansbach gegen den FC Augsburg II setzt sich fort. Bislang hatte sie gegen die Zweitvertretung des Fußball-Bundesligisten FC Augsburg drei Siege in drei Regionalliga-Pflichtspielen geholt. Am Freitagabend kamen die nullneuner zu einem 3:2-Sieg in letzter Minute.
Es war eine bisweilen hektische, wilde Partie, in der beide Mannschaften leidenschaftlich um den Sieg kämpften. Der entscheidende Treffer zum 3:2 gelang Dino Nuhanovic in der 94. Minute.
Im Vergleich zum Verbandspokalspiel gegen den Drittligisten Jahn Regensburg (4:5 nach Elfmeterschießen) änderte SpVgg-Trainer Niklas Reutelhuber seine Startelf auf einer Position. Für Lukas Oberseider rückte Sven Landshuter von Beginn ins Team. Nicht im Aufgebot waren der erkrankte Patrick Kroiß und Neuzugang Ben Müller (Adduktorenverletzung).
Die Ansbacher wurden in der 7. Minute erstmals richtig gefährlich. Tobias Dietrich fing den Ball ab und brachte sofort Niklas Seefried in Position. Der zog ab, doch meisterte Gästekeeper Tobias Jäger reaktionsschnell den Schuss. Sieben Minuten später war Seefried wieder frei durch, er legte sich aber den Ball zu weit vor, sodass Jäger erneut zur Stelle war.
Augsburg spielte gefällig und schnell von hinten heraus, kam aber selten in die gefährliche Zone, weil die Ansbacher Abwehr (insbesondere Riko Manz) sehr aufmerksam agierte. Die Gastgeber waren näher dran an der Führung. So scheiterte Dietrich mit seinem Kopfball nach einer Ecke nur knapp. Auch Eric Weeger (per Kopf) und Björn Angermeier (per Distanzschuss) hatten Pech beim Abschluss.
Auf der Gegenseite wurde es erst in der 41. Minute richtig gefährlich. Der Kopfball von Kapitän Hendrik Hofgärtner touchierte die Latte. Ansonsten hatte Ansbach die Partie im Griff und hätte zur Pause führen müssen.
Die kalte Dusche für Ansbach erfolgte unmittelbar nach Wiederbeginn: Augsburg bekam einen Freistoß. Die Situation war eigentlich geklärt, doch brachte die SpVgg den Ball nicht richtig aus der Gefahrenzone. So kam David Deeger an den Ball. Der zog beherzt ab und der Ball flutschte ins Netz (47.).
Dieses Malheur konnte Ansbach sofort beheben. Angermeier wurde von Florian Hangl am Strafraumeck gelegt. Es gab Elfmeter, den Weeger sicher zum 1:1 verwandelte (51.). Ansbach wollte mehr und forcierte das Tempo. Ücüncü und Angermeier verpassten einen Treffer knapp. Aber wieder schepperte es auf der Gegenseite. Hangl hielt aus der Distanz drauf und traf zum 2:1 für Augsburg (67.). Es war fast eine Kopie des ersten Treffers.
In der 71. Minute musste Schiedsrichter Leonhard Burghartswieser behandelt werden. Wegen seiner Verletzung konnte er nicht weitermachen, beide Mannschaften wurden zunächst vom Platz beordert. Das Spiel war für rund 15 Minuten unterbrochen. Assistent Tim Grunert übernahm die Spielleitung und von der Tribüne aus wurde Schiedsrichter-Assistent Sebastian Eder runter an die Linie beordert.
Beim Re-Start tat sich für Angermeier die Riesenchance zum Ausgleich auf, er brachte aber an Keeper Jäger den Ball nicht vorbei (76.). Dafür nahm Riko Manz in der 85. Minute Maß und kanonierte den Ball zum 2:2 ins Netz. Ab der 86. Minute geriet Ansbach in Unterzahl, weil Nico Hayer die Gelb-Rote Karte vor die Nase gehalten bekam. Dennoch gelang der SpVgg der Siegtreffer: In der 94. Minute markierte Joker Dino Nuhanovic das 3:2 – grenzenloser Jubel im Xaver-Bertsch-Sportpark.
SpVgg Ansbach: Schiefer – Puscher, Weeger, Zimmermann, Manz – Dietrich – , Seefried, Angermeier (95. Oberseider), Landshuter (53. Hayer) – Schmidt (82. Nuhanovic), Ücüncü (97. Althaus).
FC Augsburg II: Jäger – Lichtensteiger, Lindermeier, Bauer – Malaj, Deger, Hofgärtner, Bleicher (46. Ruf), Sorg – Hangl (84. Rasoulinia), Dreo (72. Heinze).
Tore: 0:1 David Deger (47. Minute), 1:1 Eric Weeger (51., Foulelfmeter), 1:2 Florian Hangl (67.), 2:2 Riko Manz (85.), 3:2 Dino Nuhanovic (94.).
Gelbe Karten: Angermeier, Hayer – Bleicher, Heinze.
Gelb-Rot: Hayer (86., Ballwegschlagen).
Schiedsrichter: Leonhard Burghartswieser (TSV Bodenmais).
Zuschauer: 723.