Mit der Neuaufteilung nach der Vorrunde in Auf- und Abstiegsrunde, benannt als Zwei-Phasen-Modell, bringt der Bayerische Fußball-Verband in die Diskussion um die Reform der Regionalliga eine ganz neue Variante ein. Damit ist auch klar, dass man in Bayern mit den bisher erarbeiteten Reformvorschlägen nicht zufrieden ist.
Vertreter von 25 Klubs aus der 3. Liga, der Regionalliga und beiden Bayernliga-Staffeln sowie BFV-Funktionäre kamen in Fürth zusammen, um sich mit den von der Arbeitsgruppe des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vorgelegten Ergebnissen auseinanderzusetzen. Die Botschaft, die der BFV nun in einer Mitteilung verbreitete, lässt sich in zwei Wörtern zusammenfassen: So nicht!
Damit trifft der Verband auch die Meinung der SpVgg Ansbach. Vorstandssprecher Andreas Kapp nahm an der mehr als dreistündigen Sitzung teil. „Es war ein offener Austausch, in dem verschiedene Standpunkte zur Sprache kamen”, berichtet Kapp, „ich denke, man muss bei einer Reform die Ligen über und unter der Regionalliga mitdenken, um ein langfristig tragfähiges Konzept zu finden”. Eine Abstimmung gab es nicht.
Zwar unterstützt der BFV das Ziel, dass die Regionalliga-Meister direkt aufsteigen sollen. Aber: „Keines der beiden von der DFB-Arbeitsgruppe vorgeschlagenen Modelle (Kompass, Regionen) war zum jetzigen Zeitpunkt konsensfähig”, heißt es in der Mitteilung.
An der Schnittstelle zwischen Profi- und Amateurfußball soll kreativ weitergearbeitet werden. Dabei verweist man auch auf weitere Lösungsmöglichkeiten über den Ansatz hinaus, die Zahl der Regionalligen von fünf auf vier zu reduzieren. Dabei nimmt der BFV auch die Ligen ober- und unterhalb in den Blick: „Die Strukturreform-Ideen berücksichtigen bisher nicht ausreichend die dritte und fünfte Spielklassenebene. Auch dort muss mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit einer Reform Veränderungsbereitschaft bestehen.”
In Fürth wurde ein weiteres Modell andiskutiert, das vorsieht, die fünf Regionalligen nach der Vorrunde zu teilen. Die Klubs der oberen Tabellenhälfte spielen danach in vier Ligen je einen Meister (Aufsteiger) aus. Die Teams aus der unteren Tabellenhälfte bleiben weiter in ihren regionalen Strukturen und bestreiten eine Abstiegsrunde. Bei diesem Modell wird das Hauptproblem aber nicht gelöst, sondern nur verschoben. Auch hier müssten ja Mannschaften aus fünf Ligen auf irgendeine Art und Weise halbwegs sinnvoll auf vier Ligen verteilt werden.
„Der Austausch hat verdeutlicht, dass die bisherigen Ergebnisse und die Beschränkung auf zwei Lösungsvorschläge zum aktuellen Zeitpunkt nicht abschließend konsensfähig sind. Wir sind uns einig, dass es einen breiteren Blick braucht. Es dürfen Überlegungen auch nicht kategorisch ausgeschlossen werden”, wird BFV-Präsident Dr. Christoph Kern in der Mitteilung zitiert.
Eine eigene Arbeitsgruppe soll sich nun mit dem Zwei-Phasen-Modell befassen, das, so Kern, „ambitionierten Vereinen die Umsetzung ihrer Ziele in einem attraktiven Umfeld ermöglicht. Gleichzeitig schützt es kleinere Klubs.“ An dieser Arbeitsgruppe will sich die SpVgg Ansbach laut Kapp beteiligen
Dabei hat das Kompass-Modell, das die Einführung von vier Regionalligastaffeln nach geografischen Gesichtspunkten ohne feste Bindung an einen Regionalverband vorsieht, durchaus auch in Bayern Anhänger. Beim Spiel zwischen den Würzburger Kickers und dem FC Bayern München II sprachen sich die Fans mit Bannern und Sprechchören lautstark für dieses Modell aus. Die Partie musste sogar unterbrochen werden, weil kleine Kompasse aufs Feld flogen. Auch in anderen Stadien, darunter in Ansbach, haben sich Fans in der Vergangenheit für dieses Modell ausgesprochen.