Das Ziel ist klar: Die Fußball-Regionalliga soll viergleisig werden. Doch wie die aktuell fünf Staffeln in Deutschland neu aufgestellt werden sollen, darüber wurde sich auch die vom Deutschen Fußball-Bund eingesetzte AG Regionalliga-Reform nicht einig.
Die 13-köpfige Arbeitsgruppe legte zum Abschluss zwei Modelle vor. Nummer eins ist das Kompassmodell. Dabei werden die Regionalligavereine jede Saison neu eingeteilt, Landes- und Verbandsgrenzen werden aufgehoben. Entscheidend sind die Fahrtstrecken. Für die SpVgg Ansbach könnte das bedeuten, künftig auch gegen Teams aus dem benachbarten Baden-Württemberg, Thüringen, Sachsen oder Hessen zu spielen.
Nummer zwei ist das Regionen-Modell. Dabei würden aus den Regionalligen Nord, Nordost und Bayern zwei Staffeln gebildet werden. Die Regionalligen West und Südwest würden in ihrer jetzigen Form bestehen bleiben.
Das Regionen-Modell allerdings dürfte besonders im Norden und Osten auf wenig Gegenliebe stoßen. Die Nordost-Staffel lockt mit den zahlreichen Traditionsvereinen, darunter Lok Leipzig, Hallescher FC, Rot-Weiß Erfurt, Carl Zeiss Jena, FSV Zwickau und Chemnitzer FC die meisten Zuschauer und gilt als wirtschaftlich erfolgreichste vierte Liga. Die Ost-Vereine würden künftig getrennt. Ein Teil würde im Norden spielen, der andere in Bayern.
„Das Thema wird in der Öffentlichkeit hochgekocht. Ich sehe das emotionslos und habe kein präferiertes Modell”, sagt Christoph Hasselmeier, der Sportliche Leiter der SpVgg Ansbach, „ich bin froh, wenn die Regionalliga an öffentlicher Wahrnehmung gewinnt und glaube auch, dass wir zu den besten 80 Regionalligisten in Deutschland gehören. Die Entscheidung treffen ja ohnehin andere, deshalb lassen wir das auf uns zukommen und konzentrieren uns auf das, was wir beeinflussen können.”
Beide Vorschläge führen in Sachen Aufstieg zum Ziel: Die Meister der künftig nur noch vier Regionalligen steigen direkt in die 3. Liga auf. Bisher ist es so: Die Meister aus der Regionalliga West und Südwest steigen direkt auf. Rotierend gibt es noch einen weiteren direkten Aufsteiger aus den Staffeln, Nord, Nordost und Bayern. Diese Saison geht der Nord-Meister direkt nach oben. Die restlichen beiden Meister, heuer Nordost und Bayern, bestreiten Aufstiegsspiele.
Der Vorsitzende der AG Regionalliga-Reform, Dr. Michael Vesper, sagt: „Die Diskussionen waren intensiv und nicht einfach, aber immer konstruktiv. Wir wollten konkrete Lösungsvorschläge vorlegen, mit denen die zuständigen Gremien der Verbände arbeiten und umgehen können. Ich freue mich, dass uns das gelungen ist. Jetzt geht es in die weitere Entscheidungsfindung unter Einbeziehung der betroffenen Vereine.”
Als nächster Schritt soll ein Meinungsbild unter den Klubs eingeholt werden. Einen Beschluss treffen dann aber erst die Präsidenten der Regional- und Landesverbände.
Ein neues Modell mit vier Regionalliga-Staffeln könnte bei entsprechendem Beschluss ab der Saison 2028/2029 umgesetzt werden. Qualifikationssaison wäre in diesem Fall die Spielzeit 2027/2028. Der AG Regionalliga-Reform gehörten Vereins- und Verbandsvertreter aus allen fünf Regionalligen an.