Spielt die SpVgg Ansbach künftig mal mehr gegen Teams aus dem Westen und Osten und im nächsten Jahr dann wieder gegen mehr Teams aus dem Süden? In der Diskussion um die Reform der Fußball-Regionalliga steht aktuell das Kompass-Modell im Fokus.
Mit diesem Modell beschäftigte sich die Arbeitsgruppe Regionalliga-Reform, in der Bayern durch Jürgen Igelspacher (Geschäftsführer Bayerischer Fußball-Verband) und Sebastian Dremmler (Ligasprecher, FC Bayern München II) vertreten ist, auf ihrer jüngsten Sitzung.
Es sieht vor, die Zahl der Regionalligen von fünf auf vier Staffeln zu reduzieren. Damit wäre das wichtigste Ziel der Reform, die Regionalliga-Meister direkt in die 3. Liga aufsteigen zu lassen, erreicht. Aktuell steigen von fünf Meistern nur vier auf, die zum Teil in Aufstiegsspielen ermittelt werden.
Die große Frage ist nun, wie die Viertligavereine auf die neuen Ligen verteilt werden. Das Kompass-Modell sieht eine flexible Lösung vor. Die Verbandsgrenzen werden aufgehoben und die Einteilung wird für jede Saison neu anhand der kürzesten Fahrtstrecken vorgenommen. Für die Ansbacher hieße das wohl, dass man sich mit Fahrten in den Großraum Frankfurt oder Richtung Stuttgart anfreunden darf, da die dort beheimateten Vereine näher liegen als etwa Burghausen.
Vorteil dieser Regelung ist, dass der Abstieg aus der 3. Liga nicht mehr wie bisher einzelne Staffeln besonders trifft, sondern durch die jeweils neue Einteilung aufgefangen wird.
Über das Stadium der Diskussion ist man in der Arbeitsgruppe jedoch immer noch nicht hinausgekommen. „Die AG Regionalliga-Reform ist auf dem angestrebten Weg, den zuständigen Entscheidungsgremien einen konkreten Vorschlag als Empfehlung vorzulegen, noch zu keiner Lösung gekommen”, teilt der DFB mit.
Die nächste Sitzung der AG ist für den 25. März terminiert. Sollte sich das Gremium dann zu einer Empfehlung durchringen, ist die Reform noch längst nicht beschlossen. Das ist Sache der Verbände.
Offene Fragen gibt es genug. Zum Beispiel, wie die Qualifikation für die neue vierte Liga ablaufen soll. Oder was mit den zweiten Mannschaften der Profivereine passiert.
Denkbar ist ein Modell mit 80 Regionalligavereinen (aktuell sind es 90). Zieht man die Qualifikation in einer Saison durch, könnte man aus jeder der alten Regionalligen zwölf Vereine in die neuen Staffeln aufnehmen. Gemeinsam mit den 14 Aufsteigern aus den Oberligen und den Absteigern aus der 3. Liga käme man ziemlich genau auf 80 Klubs.