Kinomarathon in Feuchtwangen: 28 Filme in vier Tagen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 26.09.2024 10:30

Kinomarathon in Feuchtwangen: 28 Filme in vier Tagen

Freuen sich auf das erste „richtige“ Beyond-Festival in Feuchtwangen (von links): der Filmemacher und Medienkünstler Ludger Pfanz, Kulturbüroleiterin Dr. Maria Wüstenhagen und Wolfgang Grebenhof vom KulturKino-Verein. (Foto: Evi Lemberger)
Freuen sich auf das erste „richtige“ Beyond-Festival in Feuchtwangen (von links): der Filmemacher und Medienkünstler Ludger Pfanz, Kulturbüroleiterin Dr. Maria Wüstenhagen und Wolfgang Grebenhof vom KulturKino-Verein. (Foto: Evi Lemberger)
Freuen sich auf das erste „richtige“ Beyond-Festival in Feuchtwangen (von links): der Filmemacher und Medienkünstler Ludger Pfanz, Kulturbüroleiterin Dr. Maria Wüstenhagen und Wolfgang Grebenhof vom KulturKino-Verein. (Foto: Evi Lemberger)

Im vergangenen Jahr haben sich der Medienkünstler Ludger Pfanz und sein Future Design Institute mit einer dreitägigen Ausgabe ihres Beyond-Filmfestivals im KulturKino Feuchtwangen vorgestellt. Das war als „Appetithäppchen“ gedacht. Vom 10. bis 13. Oktober folgt nun das erste „richtige“ Beyond mit einem Wettbewerb in drei Kategorien.

Beyond versteht sich als „kreativer Zusammenschluss aus Wissenschaft, Technologie und Medienkunst“, als Labor für neue Kunstformen und Perspektiven auf die sozialen Auswirkungen neuer Technologien im globalen Kontext.

Zusammen mit Regisseurin Gülsel Özkan hat Ludger Pfanz, der aus Schopfloch stammt und die ehemaligen Regina-Lichtspiele schon lange kennt, das Festival 2011 am Karlsruher Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) gegründet. Jetzt will er es langfristig in Feuchtwangen etablieren, den örtlichen Gegebenheiten anpassen, nach und nach ausbauen.

Begleitendes Symposium geplant

Laut Pfanz ist für nächstes Jahr etwa ein begleitendes Symposium geplant. Das gehörte bisher zu Beyond dazu und in Feuchtwangen soll es auch so sein. Er sei deswegen unter anderem bereits im Gespräch mit der Hochschule Ansbach, erzählt der Filmemacher und Medienkünstler. Ausdrücklich lobt er die finanzielle Unterstützung des Festivals seitens der Stadt und das Engagement von Bürgermeister Patrick Ruh, der bei der Sponsorensuche geholfen habe.

Für das diesjährige Beyond gab es über 80 Bewerbungen von Filmschaffenden aus 31 Ländern, berichtet Ludger Pfanz. Über die Hälfte der Beiträge stammt von Frauen. 28 Filme, kurze und abendfüllende, haben es in den Wettbewerb geschafft. Preise werden in den Kategorien Utopie, Dystopie und Comedy vergeben.

Erläuterten die Idee hinter dem Filmfestival Beyond: der Filmemacher Ludger Pfanz (links), Kulturbüroleiterin Dr. Maria Wüstenhagen und Wolfgang Grebenhof vom Verein KulturKino Feuchtwangen. (Foto: Thomas Wirth)
Erläuterten die Idee hinter dem Filmfestival Beyond: der Filmemacher Ludger Pfanz (links), Kulturbüroleiterin Dr. Maria Wüstenhagen und Wolfgang Grebenhof vom Verein KulturKino Feuchtwangen. (Foto: Thomas Wirth)

Feuchtwangen bekommt ein Filmfestival

Der Medienkünstler Ludger Pfanz und sein Future Design Institute stellen sich im November mit einer dreitägigen Ausgabe von Beyond vor.

Für Pfanz haben Kunstschaffende die Fähigkeit, Zukunft zu denken. Comedy gehört für ihn dazu. „Da wird oft viel Humor gebraucht.“ Als Themen, die in den Beiträgen behandelt werden, nennt Ludger Pfanz unter anderem Künstliche Intelligenz, Klimakrise und Reproduktion.

Das Festival soll ein Event werden. Es soll um das Erlebnis gehen, einen Film mit anderen gemeinsam im Kino zu sehen und sich darüber auszutauschen. Dazu werden auch einige Regisseurinnen und Regisseure, die mit Beiträgen im Wettbewerb vertreten sind, vor Ort sein. Fast alle Filme werden mit deutschen Untertiteln gezeigt, die übrigen mit englischen, kündigt Ludger Pfanz an.

Kommt nach Feuchtwangen zum Festival Beyond: Die Filmemacherin Gülsel Özkan. (Foto: Alena Pfanz)
Kommt nach Feuchtwangen zum Festival Beyond: Die Filmemacherin Gülsel Özkan. (Foto: Alena Pfanz)

Beim Filmfestival in Feuchtwangen ein Test für die Berlinale

Zum Festival „Beyond“ bringt Gülsel Özkan eine Neufassung von „Heimatweh“ mit – insgesamt elf Filme sind am Wochenende im Kulturkino zu sehen.

Der Filmemacher und Medienkünstler hält am Donnerstag, 10. Oktober, um 17 Uhr den Eröffnungsvortrag. Um 18 Uhr wird dann „Blindgänger“ von Kerstin Polte – für Pfanz eine der derzeit besten Regisseurinnen in Deutschland – zu sehen sein. Der Film fällt in die Kategorie „Utopie“, die am Freitag im Mittelpunkt steht.

Der Samstag widmet sich der Dystopie. Und der Sonntag der Comedy, wobei bis auf eine Ausnahme nur deutschsprachige Filme zu sehen sind. An den Nachmittagen laufen eher die „komplexeren“ Werke, an den Abenden die für ein breiteres Publikum, sagt Pfanz. Es können jeweils Tagestickets erworben werden.

Empfehlungen vom Medienkünstler

Ludger Pfanz macht in einem Pressegespräch auf einige Filme aufmerksam. „Itu Ninu“ von Itandehui Jansen aus Mexiko etwa, der in indigener Sprache gedreht wurde (12. Oktober). Ebenfalls in den Wettbewerb geschafft hat es „Biergula“ des Künstlerkollektivs Halbweltmedia aus Dinkelsbühl (13. Oktober). Der Film hatte im Mai Premiere im KulturKino.

„Wer hat eigentlich die Liebe erfunden“ von Kerstin Polte (13. Oktober) ist für Ludger Pfanz eine sensibele und intelligente Komödie. Als „komplett absurd“ bezeichnt er die Grundkonstellation von „To Cut A Long Story Short“ von Minh Anh Nguyen (13. Oktober.

Das neue Führungsteam des Vereins KulturKino (von links): die Beisitzer Michael Schmidt und Hans Heinrich Unger, stellvertretende Vorsitzende Heidi Spanner, Vorsitzender Wolfgang Grebenhof, Schriftführer Richard Ruttmann sowie die Beisitzer Dieter Woyke und Jens Setzer. (Foto: Andreas Kunkel)
Das neue Führungsteam des Vereins KulturKino (von links): die Beisitzer Michael Schmidt und Hans Heinrich Unger, stellvertretende Vorsitzende Heidi Spanner, Vorsitzender Wolfgang Grebenhof, Schriftführer Richard Ruttmann sowie die Beisitzer Dieter Woyke und Jens Setzer. (Foto: Andreas Kunkel)

Erfolgs-Verein in Feuchtwangen: KulturKino „wächst immer mehr”

Die Besucherzahlen zeigen: Seit der Wiedereröffnung vor zwei Jahren hat sich die Institution etabliert. Nun gibt der Vorsitzende sein Amt ab.

Dass es nach nur zweieinhalb Jahren nach der Neueröffnung in den ehemaligen Regina-Lichtspielen ein Filmfestival gibt, freut den KulturKino-Verein. Er „ist gerne Gastgeber und Dienstleister“, betont dessen Vorsitzender Wolfgang Grebenhof.

Dr. Maria Wüstenhagen, die Leiterin des Kulturbüros, wiederum begeistert, dass mit Beyond, das international wirkt, das Kulturangebot in Feuchtwangen erweitert wird. „Input von außen ist wichtig“, betont sie. Und: „Wo Kultur stark ist, ist auch die Demokratie stark.“

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