Keine Lösung für Radweg zwischen Leutershausen und Ansbach | FLZ.de

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Veröffentlicht am 15.09.2024 14:36

Keine Lösung für Radweg zwischen Leutershausen und Ansbach

Knapp 50 Bürger sind zu der Versammlung in Lengenfeld gekommen. Wirklich neue Informationen zum Radweg zwischen Ansbach und Leutershausen bekamen sie nicht zu hören. (Foto: Florian Schwab)
Knapp 50 Bürger sind zu der Versammlung in Lengenfeld gekommen. Wirklich neue Informationen zum Radweg zwischen Ansbach und Leutershausen bekamen sie nicht zu hören. (Foto: Florian Schwab)
Knapp 50 Bürger sind zu der Versammlung in Lengenfeld gekommen. Wirklich neue Informationen zum Radweg zwischen Ansbach und Leutershausen bekamen sie nicht zu hören. (Foto: Florian Schwab)

Wie wird der Radweg zwischen Leutershausen und Ansbach einmal verlaufen? Über diese Frage wird seit Jahren gestritten. Eine Lösung zeichnete sich auch am Donnerstagabend bei eine Infoveranstaltung in Lengenfeld nicht ab. Bei den Bürgern herrscht ebenfalls Uneinigkeit. Das Staatliche Bauamt sitzt derweil zwischen den Stühlen.

Die Staatsregierung verfolgt das Ziel, den Anteil des Radverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen auf 20 Prozent zu erhöhen, wie Marius Bierlein, Abteilungsleiter im Staatlichen Bauamt Ansbach, berichtete. Dafür brauche es ein Alltagsradnetz. Dieses zeichnet sich dadurch aus, dass es sozial sicher und ganzjährig nutzbar ist sowie über direkte und kurze Strecken verfügt. „Aufgabe ist, den Radler von der Straße auf den Radweg zu bekommen.“

Planungsgedanken seit 2015/2016

Mit diesen Prämissen gab es Bierlein zufolge 2015/2016 die ersten Planungsgedanken. In Teilen besteht der Radweg bereits, beziehungsweise die Arbeiten laufen aktuell. Zwischen Wiedersbach und Straßenwirtshaus habe der Bau in den vergangenen Wochen Fahrt aufgenommen, sagte Leutershausens Bürgermeister Markus Liebich. Auch beim Abschnitt weiter bis nach Lengenfeld ist er überzeugt, dass es keine Probleme geben wird.

Knackpunkt der Trasse ist der Abschnitt von Lengenfeld nach Schalkhausen. Geht es nach der ursprünglichen Idee, verläuft der Radweg südlich neben der Staatsstraße. Das ist die direkteste Route, es sei soziale Sicherheit durch die Nähe zur Straße gegeben, und es werden keine Querungen nötig, wie Bierlein aufzählte. Letztere werden zum Beispiel nötig, wenn man den Weg nördlich der Staatsstraße führt – auf Höhe von Dornberg und beim Scheerweiher. Weiterer Negativpunkt ist, dass die Bahnunterführung umgebaut werden müsste.

„Wir stehen gerade zwischen den Städten.“

Der Stadt Ansbach schwebt derweil ein Streckenverlauf nördlich der Bahnlinie vor, also auf der ehemaligen Staatsstraßentrasse. Bürgermeister Dr. Markus Bucka, der unter den Zuhörern war, betonte, dass dadurch weniger Kosten entstehen und weniger Fläche versiegelt werden müsste. Das Problem für das Staatliche Bauamt: Die Variante liegt so weit von der Staatsstraße entfernt, dass die Behörde sie nicht mehr in die eigene Baulast nehmen könne. Sprich: Sollte diese Trasse gebaut werden, müssen die Städte Leutershausen und Ansbach sie selbst zahlen. Grundsätzlich wären aber alle Varianten denkbar, so Bierlein. „Aber das ist eine politische Entscheidung“, machte er deutlich. „Wir stehen gerade zwischen den Städten.“

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Eine Lösung der Situation zeichnete sich auch im Rahmen der Bürgerinfoveranstaltung nicht ab. Die Stadt Leutershausen bleibt bei ihrer Beschlusslage und favorisiert die südliche Variante. Das hat unter anderem mit der Finanzierung zu tun, denn im konkreten Fall kostet die Trassenführung die beiden Kommunen keinen Cent.

Bürger fühlen sich nicht mitgenommen

Liebich sieht zudem weitere Vorteile, dass es eine Verbesserung für die Bushaltestellen entlang der Staatsstraße geben könnte. Durch veränderte Förderkulissen wäre es sogar möglich, den Weg breiter zu machen, damit auch landwirtschaftliche Fahrzeuge davon profitieren. Die Stadt Ansbach wiederum bleibt bei ihrer Idee, für den Radweg bestehende Strecken nördlich der Bahnlinie herzunehmen.

Auch die Bürger sind bei dem Thema nicht einer Meinung. Ein Teil favorisiert die Pläne des Staatlichen Bauamtes, ein anderer Teil kann sich mit der Ansbacher Idee anfreunden. Was aber deutlich wurde: Sie fühlen sich nicht mitgenommen. Bislang seien die Lengenfelder zu wenig über das Projekt informiert worden. „Mit uns hat noch niemand gesprochen“, lautete ein Vorwurf. Und weiter: Man begrüße zwar die Infoveranstaltung, sie komme aber viel zu spät.


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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