Kein Glück für Götz und Farnbacher in Daytona | FLZ.de

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Veröffentlicht am 26.01.2025 19:47

Kein Glück für Götz und Farnbacher in Daytona

Der Mercedes AMG GT3 von Korthoff Competition Motors, in dem Maximilian Götz die 24 Stunden von Daytona bestritt. (Foto: Brandon Badraoui)
Der Mercedes AMG GT3 von Korthoff Competition Motors, in dem Maximilian Götz die 24 Stunden von Daytona bestritt. (Foto: Brandon Badraoui)
Der Mercedes AMG GT3 von Korthoff Competition Motors, in dem Maximilian Götz die 24 Stunden von Daytona bestritt. (Foto: Brandon Badraoui)

Er war lange mit im Spiel, aber Maximilian Götz hat am Sonntagabend keinen Erfolg landen können. Beim Saisonauftakt der IMSA Sportscar Championship, dem 24-Stunden-Rennen in Daytona/USA, kämpfte der Uffenheimer ums Podium in der GTD-Klasse, hatte in der Schlussphase aber kein Glück. Das Team um Mario Farnbacher aus Ansbach schied nach einem Unfall aus.

Beim ersten Höhepunkt der Motorsport-Saison waren 61 Autos in je zwei Prototypen- und GT3-Klassen am Start. Götz fuhr mit Daniel Morad, Kenton Koch und Seth Lucas einem Mercedes-AMG für Korthoff Competition Motors. Farnbacher stieg erstmals für Forte Racing in einen Lamborghini Huracan und bildete mit Misha Goikhberg, Franck Perera und Parker Kligerman ein Team. Beide Westmittelfranken fuhren in der GTD-Klasse.

Durch den frühen Zeitpunkt im Rennkalender finden in Daytona traditionell Neuerungen im Regelwerk und an den Fahrzeugen erstmals unter Rennbedingungen Anwendung. Das bekam diesmal Maximilian Götz zu spüren.

Probleme bei AMG mit neuen Drehmoment-Sensoren

Der nordamerikanische Motorsportverband IMSA glich zu dieser Saison sein Regelwerk dem der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) an und führte in den GT3-Fahrzeugen (Klassen GTD Pro und GTD) Drehmoment-Sensoren ein. Diese sollen eine exaktere Reglementierung und Überwachung der Wagen gewährleisten, die durch Vorgaben der Organisatoren auf ein gleiches Leistungsniveau gebracht werden sollen.

AMG hatte als einziger Hersteller noch keinerlei Erfahrung mit den Sensoren, da er bisher nicht in der WEC dabei war. Das führte in der Vorbereitung auf das Rennen zu Problemen. Ein Software-Update, das über Nacht in Deutschland gezimmert wurde, sollte Abhilfe schaffen. Doch trotzdem hakte es am Donnerstag bei AMG-Werksfahrer Götz im Qualifying.

Götz werden schnelle Qualifying-Runden gestrichen

Dem Uffenheimer wurden die drei schnellsten Runden gestrichen und so musste sein Team am Samstagabend (deutscher Zeit) statt von Platz 3 vom vorletzten Rang 21 in der GTD-Klasse starten. Farnbachers Kollege Perera fuhr Startplatz 5 heraus.

Allerdings ist das bei den IMSA-Regeln nicht gleich kriegsentscheidend. Wichtig ist es, in der Schlussphase der 24 Stunden noch in der Führungsrunde mitzufahren. Dann ist ein Sieg theoretisch möglich. Denn bei Gelb-Phasen nach Zwischenfällen auf der Strecke wird das Feld hinter einem Pace Car zusammengeführt und nach Klassen sortiert, ehe die grüne Flagge das Rennen wieder freigibt. Zeitrückstände werden dadurch praktisch aufgehoben, selbst Rundenrückstände können mit Glück aufgeholt werden.

Beifahrertür am Lamborghini muss gewechselt werden

Die Boxenstrategien der Teams sind deshalb sehr wichtig, Strafen sollten vermieden werden und Schäden am Auto natürlich auch. Doch selbst solche Vorfälle können gut ausgehen, wie sich bei Forte Racing früh zeigte. Goikhberg führte die GTD-Klasse an, als an seinem Auto – bei einer Gelb-Phase – die Beifahrertür gewechselt werden musste. Auch der Korthoff-AMG überstand in den ersten Stunden einen sehr langen Boxenstopp ohne dramatischen Rückstand.

Bei der Götz-Truppe stellte sich aber früh ein anderer Boxenstopp-Rhythmus ein als bei den Konkurrenten. Dadurch handelte sich Kenton Koch in der zwölften Rennstunde eine Runde Rückstand ein. Doch bei der nächsten Gelb-Phase hatte er Glück, konnte einen Boxenstopp hinauszögern, das Feld überholen und sich die Runde zurückholen.

Götz nach 16 Stunden zum zweiten Mal am Steuer

Im Verlauf des Rennens lagen beide westmittelfränkisch besetzten Autos mal an der Spitze des GTD-Feldes. Als deutlich stärker erwies sich aber das Team um Götz, der den Start fuhr und dann erst nach gut 16 Stunden zum zweiten Mal das Steuer übernahm. Der Korthoff-AMG war vor allem direkt nach Boxenstopps vergleichsweise sehr schnell, baute dafür in der Endphase der normal knapp einstündigen Rennstints spürbar ab. Aber das Paket schien gut zu funktionieren, das Quartett um Götz hatte reelle Siegchancen.

Bei Farnbacher musste dafür schon alles passen. Endgültig zerschlugen sich alle Hoffnungen beim Neustart nach der elften Gelb-Phase in Rennstunde 19. Goikhberg schoss in der ersten Kurve über die Streckenbegrenzung hinaus. Er hätte weiterfahren können, hatte aber das Pech, dass sich gleichzeitig auch der GTD-Ferrari von Alessandro Pier Guidi – Le Mans-Gesamtsieger von 2023 – nach einem Verbremser drehte und dann gegen den Forte-Lamborghini krachte. Das Team um den Ansbacher war damit aus dem Rennen.

Starker Chevrolet ist der große Konkurrent

Beim folgenden Neustart gab es in der ersten Kurve abermals einen Unfall, diesmal vorne in der GTP-Klasse der Prototypen, die um den Gesamtsieg fahren. Doch es ging mit Grün weiter und das Rennen näherte sich der Schlussphase. Koch und Morad hatten nun – ab etwa 9 Uhr Ortszeit in Florida – die Aufgabe, den Abstand auf den führenden Chevrolet des Teams AWA klein zu halten, ehe zum Abschluss Götz ins Auto stieg.

Zweieinhalb Stunden vor Schluss war es soweit. Götz übernahm und hatte nach einer Zeitstrafe, die sich Morad eingehandelt hatte, über eine Minute Rückstand. Doch es kam in der Schlussphase noch zu zwei weiteren Gelb-Phasen und es wurde hart um die Siege in den vier Klassen gekämpft.

Der Uffenheimer lag dabei zwischenzeitlich auf Rang 3, musste dann aber 30 Minuten vor dem Ende in die Box. Warum, war den Livebildern nicht zu entnehmen. In jedem Fall konnte er nicht mehr um den Sieg mitfahren.

Der reparierte Lamborghini fuhr noch einmal ein paar Runden

Auch bei seinem vierten Start in Daytona schaffte es Götz damit nicht aufs Podium. Korthoff wurde Neunter der GTD-Klasse. In all dem Trubel war auch der reparierte Forte-Lamborghini wieder auf die Rennstrecke zurückgekehrt, fuhr eine Zeitlang, Perera stellte ihn dann aber erneut ab. Farnbacher und Co. wurden auf Platz 13 geführt.

Der Gesamtsieg in der GTP-Klasse der Prototypen ging an Penske Motorsport (Porsche) mit Laurens Vanthoor, Nick Tandy und Felipe Nasr. In der GTD-Klasse siegte AWA (Chevrolet) mit Matthew Bell, Orey Fidani, Marvin Kirchhöfer und Lars Kern.

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