Inszenierter „linker” Brandanschlag in Uffenheim: AfD schließt Parteimitglied aus | FLZ.de

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Veröffentlicht am 30.03.2026 09:55

Inszenierter „linker” Brandanschlag in Uffenheim: AfD schließt Parteimitglied aus

Der ausgebrannte Transporter am Morgen des 4. Februar in Uffenheim: Der Eigentümer hat gestanden, das Feuer selbst gelegt zu haben. (Archivbild: Feuerwehr Uffenheim)
Der ausgebrannte Transporter am Morgen des 4. Februar in Uffenheim: Der Eigentümer hat gestanden, das Feuer selbst gelegt zu haben. (Archivbild: Feuerwehr Uffenheim)
Der ausgebrannte Transporter am Morgen des 4. Februar in Uffenheim: Der Eigentümer hat gestanden, das Feuer selbst gelegt zu haben. (Archivbild: Feuerwehr Uffenheim)

Die AfD hat am Sonntagabend ein Parteimitglied aus Uffenheim (Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) ausgeschlossen. Das teilte Andreas Haas vom Kreisverband Fürth-Neustadt/Aisch in einer Pressemitteilung mit. Die betroffene Person hatte laut Polizei gestanden, das eigene Auto in Brand gesteckt und Linksextreme beschuldigt zu haben.

Der Vorfall in Uffenheim hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt: Am frühen Morgen des 4. Februar war der Transporter eines AfD-Mitglieds in Flammen aufgegangen. Schon zuvor war der Wagen mit linken Parolen beschmiert worden, der Besitzer legte dann auch noch einen Drohbrief vor. Das sollte die Schuld auf linke Gruppierungen lenken. Die AfD griff dies in einer Pressemitteilung auf und schrieb von „ersten Erkenntnissen” über „mutmaßlichen Antifa-Terror”.

Drohbrief selbst geschrieben, Feuer selbst gelegt

Die Polizei erklärte zu diesem Zeitpunkt noch, völlig offen in alle Richtungen zu ermitteln. Am 19. März dann die Wende: Nach Mitteilung des Polizeipräsidiums Mittelfranken gestand der Fahrzeugeigentümer, das Feuer selbst gelegt zu haben. Auch den Drohbrief und das Graffiti am Auto hat der 44-Jährige demnach selbst produziert. Überführt hatten ihn laut Polizei Auffälligkeiten der Handschrift im Drohbrief. Der Mann muss sich nun unter anderem wegen Vortäuschens einer Straftat strafrechtlich verantworten.

Nun zieht die AfD Konsequenzen: Wie Haas berichtet, hat der Bezirksvorstand Mittelfranken den Parteiausschluss des Mitglieds beschlossen. Der 44-Jährige sei lediglich einfaches Mitglied ohne Mandat oder Parteifunktion gewesen, betont die AfD. Laut der Pressemitteilung habe der 44-Jährige auch gegenüber Parteikollegen den Fall „in Täuschungsabsicht” als Anschlag auf sich inszeniert. Vom Ermittlungsergebnis der Polizei sei die Partei schockiert gewesen, erklärt Haas. „Niemand hatte sich vorstellen können, dass eines unserer Mitglieder zur Inbrandsetzung seines eigenen Fahrzeugs imstande wäre.”

Ein Transporter war in der Nacht zum 4. Februar in der Custenlohrer Straße ausgebrannt. Mittlerweile steht offenbar fest: Der Besitzer hatte ihn selbst angezündet.  (Archivbild: Feuerwehr Uffenheim)
Ein Transporter war in der Nacht zum 4. Februar in der Custenlohrer Straße ausgebrannt. Mittlerweile steht offenbar fest: Der Besitzer hatte ihn selbst angezündet.  (Archivbild: Feuerwehr Uffenheim)

AfD-Mitglied zündet eigenes Auto an und beschuldigt Linke: So reagiert die Partei

Der Transporter-Brand in Uffenheim nimmt eine bizarre Wendung: Der Eigentümer legte das Feuer selbst. Die AfD sprach von „mutmaßlichem Antifa-Terror” – und nun?

Mehrere politisch motivierte Straftaten in Uffenheim

Dabei war der Fall nicht die einzige Eskalation in Uffenheim im sich zuspitzenden Wahlkampf zur Kommunalwahl. Schon wenige Tage vor dem Autobrand waren Wahlplakate der SPD und der Grünen mit rechtsradikalen Parolen besprüht worden. Nach Angaben der Polizei besteht hierbei kein Zusammenhang mit dem Feuer. Die Ermittlungen gegen Unbekannt dauern an.

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Auch im Fall des abgefeuerten Schusses auf das Auto von Bürgermeister Wolfgang Lampe liegt noch kein Ergebnis vor. Die Kripo ermittle „mit Hochdruck”, versicherte ein Präsidiumssprecher am Montag auf FLZ-Anfrage.

Aufgeklärt wurde derweil, wer vor der Bürgermeisterwahl eine Schmähschrift gegen Lampe im Ort verteilt hatte: Der ehemalige Uffenheimer Stadtbaumeister war dabei gefilmt worden, wie er die Zettel in einer Bankfiliale ausgelegt hatte.


Johannes Hirschlach
Johannes Hirschlach
Redakteur für Digitales
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