Viele lobende Worte, aber weiterhin keine Unterstützung: Die Klästerer Kerwabuum und -madli werden den Klosterstodl wohl auch in Zukunft ohne die Hilfe des Bauhofes aufbauen. Im Heilsbronner Stadtrat gab es zumindest keine Signale, dass das Gremium seine bisherige Meinung ändert.
Im August 2023 hatte sich der Ferienausschuss des Stadtrates mit dem Antrag des Vereins befasst. Die Mitglieder hatten die Bitte, dass künftig Mitarbeiter des städtischen Bauhofes beim Auf- und Abbau des Stodls helfen, abgelehnt. Die Entscheidung wurde vor allem aus Gründen der Gleichbehandlung aller Kirchweihburschen im Stadtgebiet und auch sonstiger Vereine abgelehnt, wie es in der Sitzungsvorlage für die Stadträte heißt.
Gleichwohl waren jetzt Vertreter der Kerwabuum für die Sitzung eingeladen, um ihr Anliegen noch einmal zu verdeutlichen. Seit 2015 bauen die Mitglieder des Vereins diese Festhalle zeitaufwendig am Rand der Stadtmauer auf, meist nach Feierabend und an den Wochenenden. Als Zeitraum nannte Vereinsvorsitzender Marco Wörner drei Wochen vor und drei Wochen nach der Kirchweih.
Zehn bis 15 Mann seien notwendig, um den Stodl-Anbau, der aus mehreren hundert Kilogramm schweren und massiven Balken sowie Planen besteht, aufzustellen, sagte Wörner. „Das alles muss mit Muskelkraft gemacht werden, weil man mit Maschinen kaum hinkommt“, legte der Vereinsvorsitzende weiter dar. Auch der bestehende Teil des Stodls, der ebenfalls für die Kirchweih genutzt wird, wurde nach seinen Worten in Eigenleistung und durch Spenden hergerichtet.
Das Problem der Kerwabuum: Wie andere Vereine haben die Verantwortlichen Schwierigkeiten, Nachwuchs zu generieren. „Wir werden weniger, die beim Aufbau helfen“, gab Wörner zu. Das sei schade, weil der Stodl wichtig sei, „damit wir eine ordentliche Kerwa in Heilsbronn feiern können“. Und tatsächlich: Der Stodl hat sich seit seiner Premiere im Jahr 2015 zum Zugpferd für die Kirchweih im Heilsbronn entwickelt. Den Anbau einfach stehen zu lassen, ist keine Option. Der Bereich muss für Landwirte zugänglich sein.
Es geht um die Woche vor und nach der Kirchweih, in denen die Kerwabuum Unterstützung brauchen, sagte Stadtrat Bastian Böhm (CSU). „Der Bauhof soll bei einzelnen Arbeiten helfen. Es geht nicht um ganze Arbeitstage.“ In einem waren sich die Stadträte einig: Der Stodl ist eine Bereicherung und die Leistungen der Kerwabuum ist großartig. Doch wie schon im August wurden Bedenken geäußert: Sorgen wegen Sicherheitsvorschriften (Rudolf Eger, Freie Wähler), die vielen Aufgaben des Bauhofes (Gabi Schaaf, Grüne) und die Gleichbehandlung aller Vereine (Manfred Gaukler, Freie Wähler) kamen beispielsweise zur Sprache.
Die Klästerer Kerwabuum und -madli brauchen mehr Nachwuchs, stellte Günther Brendle-Behnisch (ÖDP) fest. „Das ist euer größtes Problem.“ Er schlug deshalb vor, auch auf die Kirche zuzugehen. „Denn woher kommt denn der Begriff ,Kirchweih‘?“, fragte er rhetorisch. So sei es auch in den Ortsteilen gelungen, wieder Jüngere für die Mitgliedschaft zu gewinnen. Man sei dabei, Wege zu finden, um neue Mitglieder zu finden, hieß es vonseiten der Vereinsverantwortlichen. Stadtrat Böhm gab aber zu bedenken, dass dies in den Ortsteilen vielleicht einfacher funktioniere. „In der Stadt läuft der Hase leider anders.“