Gute Nachbarschaft: Neue Grenzabmarkungen zwischen Rühlingstetten und Bergheim | FLZ.de

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Gute Nachbarschaft: Neue Grenzabmarkungen zwischen Rühlingstetten und Bergheim

Klaus Jaumann, Feldgeschworener der Gemeinde Wilburgstetten, zeigt einen der neuen Landesgrenzsteine, die am Aufeinandertreffen der bayerisch-baden-württembergischen Grenze zwischen Rühlingstetten und Bergheim gesetzt wurden. (Foto: Peter Tippl)
Klaus Jaumann, Feldgeschworener der Gemeinde Wilburgstetten, zeigt einen der neuen Landesgrenzsteine, die am Aufeinandertreffen der bayerisch-baden-württembergischen Grenze zwischen Rühlingstetten und Bergheim gesetzt wurden. (Foto: Peter Tippl)
Klaus Jaumann, Feldgeschworener der Gemeinde Wilburgstetten, zeigt einen der neuen Landesgrenzsteine, die am Aufeinandertreffen der bayerisch-baden-württembergischen Grenze zwischen Rühlingstetten und Bergheim gesetzt wurden. (Foto: Peter Tippl)

Im „Geiste der guten Nachbarschaft“ wurde gemeinsam von den jeweiligen Landes- und örtlich zuständigen Vermessungsbehörden der Sichtverlauf der Landesgrenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg an den Grenzen der Landkreise Ansbach und Ostalbkreis wieder hergestellt.

Im südwestlichsten Bereich des Landkreises Ansbach zwischen dem Wilburgstettener Ortsteil Rühlingstetten und dem Tannhausener Ortsteil Bergheim im Landkreis Ostalbkreis wurden fünf neue Landesgrenzsteine gesetzt. Bei einem Koordinatenabgleich zwischen Bayern und Baden-Württemberg seien laut Steffen Haag vom Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung München Unstimmigkeiten aufgefallen. Vielleicht im Zuge der Flurbereinigung in den 1980er Jahren entstanden, hieß es, aber problemlos korrigierbar und im gegenseitigen Einvernehmen und Zusammenarbeit zwischen den Vermessungsbehörden gelöst worden.

Mit Unterstützung von zwei Feldgeschworenen der Gemeinde Wilburgstetten, Karl Bach und Klaus Jaumann, und Mitarbeitern des benachbarten Vermessungsamts aus dem Ostalbkreis wurden die teils beschädigten oder georteten und nicht mehr sichtbaren Grenzmarken ausgegraben und gelagert. Auf einem der Steine waren noch deutlich die Jahreszahl 1914 und die Gravur B-W für Bayern und Württemberg ablesbar. Unter einem weiteren Grenzstein mit der Jahreszahl 1868 wurde sogar noch ein glasierter Tontaler entdeckt.

150 Euro Kosten pro Grenzstein

Die massiven neuen Landesgrenzsteine aus Granitgestein, etwa 150 Kilogramm schwer und in Abmessungen von 90 mal 25 mal 25 Zentimetern, wurden mittels Frontladergestänge vom Traktor Jaumanns in die vorbereiteten Gruben eingehoben. 25 Zentimeter sollen die neuen Landesgrenzsteine herausschauen, lautete die Vorgabe, damit diese auch bei landwirtschaftlicher Nutzung oder Mäh- und Pflegearbeiten an Böschungen deutlich erkennbar sind.

Rund 150 Euro wurden als Kosten für einen der Landesgrenzsteine genannt. In die Vorbereitungsarbeiten waren sowohl das Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung München als auch das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Stuttgart eingebunden. Federführende Projektleiter waren David Kernstock vom Vermessungsamt Ansbach und Johannes Sperr, Geschäftsbereichsleiter Vermessung und Geoinformation beim Landratsamt Ostalbkreis in Aalen.

Gute Zusammenarbeit bereits bei gemeinsamem Radweg

Bei der Ausführung am vergangenen Montag waren weitere Vertreter der Landesämter aus München und Stuttgart anwesend. Ebenso die beteiligten Bürgermeister Michael Sommer (Wilburgstetten) und Siegfried Czerwinski (Tannhausen). Die gute Zusammenarbeit beider Grenzgemeinden spiegelte sich beim Bau und Freigabe des knapp ein Kilometer langen Radwegs zwischen Rühlingstetten und Bergheim im Herbst letzten Jahres wider, hieß es dabei. Die Kosten für den Aufwand und die neuen Steine werden geteilt, hieß es auf Nachfrage.

Die Grundeigentümer, Stefan Uhl aus Rühlingstetten und Josef Kohnle aus Bergheim, waren beim Setzen der Steine vor Ort. Entlang der Böschung und am Radweg parallel der Staatsstraße 1076 zwischen Rühlingstetten und Bergheim wurden weitere Landesgrenzsteine gesetzt.


Von Peter Tippl
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