Der Colmberger Florian Bremm (LSC Höchstadt) verteidigte am ersten Tag der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften seinen Titel über 5000 Meter erfolgreich.
Zu abendlicher Stunde standen bei freiem Eintritt in einem gut gefüllten Stadion lediglich die 5000-m-Läufe der Männer und Frauen auf dem Programm. Vor Jahresfrist in Kassel über 5000 m und im Februar in der Leipziger Halle über 3000 m sicherte sich Bremm seinen Titel jeweils auf den letzten Metern im Endspurt.
Auf der blauen Bahn des Eintracht-Stadions nahm das Rennen einen völlig anderen Verlauf. 21 Läufer teilte der Starter in zwei Gruppen ein. Mit Nils Vogt (TV Wattenscheid), Aaron Bienenfeld (SSC Hanau-Rodenbach). Sam Parsons (SCC Berlin), Filimon Abraham (LG Telis-Finanz Regensburg) und den Führenden der deutschen Jahresbestenliste Maximilian Thorwirth (SFD 75 Düssendorf) startete Bremm mit den Mitfavoriten in der kleineren äußeren Gruppe.
Rechts neben Bremm suchte Parsons mit dem Startschuss sofort die Flucht nach vorne und setzte sich vom Feld ab. So kam es auch gar nicht erst zur bei Meisterschaftsrennen oft üblichen Pulkbildung. Das Tempo schien jedoch nicht so hoch zu sein, wie unter den Favoriten im Vorfeld ausgemacht. Etliche Läufer hatten offensichtlich “schlechte Beine” und der Vorjahreszweite Thorwirth musste frühzeitig aussteigen.
Bremm kämpfte sich in der Gruppe immer weiter nach vorne und setzte nach 2000 Metern zur Aufholjagd auf Parsons an. Sein Rückstand blieb zunächst konstant. Die Entscheidung fiel auf dem Schlusskilometer. Bremm realisierte, dass Parson sein Tempo nicht ganz halten konnte, kämpfte sich heran und übernahm 600 Meter vor dem Ziel die Führung. Nun hieß es für den Colmberger, sein Tempo hoch zu halten, denn es war damit zu rechen, dass auch die dreiköpfige Verfolgergruppe gemeinsam noch Druck machen könnte.
Doch Bremm ließ nichts mehr anbrennen. Von der vollbesetzten Gegentribüne schickten ihn Standing Ovations auf die letzten 200 Meter, bis er nach 13:38,43 min im Ziel jubelnd die Arme hochriss. Auch Voigt mit 13:41,21 min und Bienenfeld mit 13:41,89 min konnten sich noch an Parsons vorbeikämpfen, der nach 13:44,89 min Vierter wurde. Abraham lief als zweitschnellster bayerischer Läufer mit persönlicher Bestzeit nach 13:45,32 min ein.
„Das Rennen ist ganz anders gekommen, als ich gedacht hatte. Gefühlt war es am Ende eher so, dass mir Parsons entgegengekommen ist und nicht, dass ich ihn aufgeholt habe“, sagte Bremm, der für die mit zahlreichen Glückwünschen sowie Autogramm- und Selfiewünschen gespickte halbe Ehrenrunde über zehn Minuten benötigte.
„Ich habe viel geschafft und so viel für mich erreicht, darauf bin ich sehr stolz. Ich habe das nicht nur mir selbst zu verdanken, sondern dem ganzen Team, das um mich herum ist.“
Seine Saison ist jetzt fast abgeschlossen. Nach den Meisterschaften folgt nur noch ein 3000-m-Rennen in Ungarn. Anschließend geht es in die wohlverdiente Saisonpause, wo aus beruflicher Sicht noch ein einmonatiges Praktikum bei der bayerischen Polizei ansteht.