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Veröffentlicht am 10.03.2026 14:02

Fernreisen mit Risiko – Tollwutimpfung dringend empfohlen

Tollwut wird fast ausschließlich über Kratzer oder Bisse von infizierten Hunden auf Menschen übertragen. (Foto: Robert Günther/dpa-tmn)
Tollwut wird fast ausschließlich über Kratzer oder Bisse von infizierten Hunden auf Menschen übertragen. (Foto: Robert Günther/dpa-tmn)
Tollwut wird fast ausschließlich über Kratzer oder Bisse von infizierten Hunden auf Menschen übertragen. (Foto: Robert Günther/dpa-tmn)

Das Gefährliche an der Tollwut: Hat ein Mensch die ersten Krankheitssymptome, gibt es für ihn praktisch keine Rettung mehr. Wer in gefährdete Gebiete reist, sollte sich daher vor Urlaubsantritt gegen Tollwut impfen lassen, rät das Centrum für Reisemedizin (CRM).

Besonders betroffene Gebiete sind Indien sowie andere Länder Süd- und Südostasiens, außerdem ganz Afrika. Ein Infektionsrisiko besteht vor allem für Langzeitreisende, Abenteuerurlauber und Menschen, die viel Kontakt zu Tieren haben. Auch Kinder sind noch einmal mehr gefährdet.

Infektionsweg weltweit fast ausschließlich über Hunde

Denn weltweit wird das Virus fast ausschließlich über Kratzer oder Bisse von infizierten Hunden auf Menschen übertragen, heißt es auf der Webseite der Weltgesundheitsorganisation WHO. Weil Kinder kleiner sind sowie oft weniger vorsichtig und nicht so erfahren im Umgang mit Tieren, werden sie laut dem CRM viermal so häufig von Hunden gebissen wie Erwachsene.

Ein guter Impfschutz ist dann Gold wert. In Deutschland gibt es zwei Tollwutimpfstoffe. Beide basieren auf inaktivierten Viren und sind laut dem CRM sehr verträglich. Nach drei Impfungen mit zuerst einer und dann zwei oder drei Wochen Abstand ist man grundimmunisiert.

Geimpft und verdächtiger Kontakt? - Dann ist ein Booster sinnvoll 

Sollte man einen tollwutverdächtigen Tierkontakt gehabt haben, ist noch einmal ein Booster sinnvoll, am besten am selben Tag, eventuell noch ein weiteres Mal drei Tage später. Als Kontakt gelten Bisse, Kratzer und sogar Hundespeichel, der etwa durch Abschlecken auf die Haut kommt.

Wer ohne Grundimmunisierung in kritischem Gebiet von einem Hund gebissen wird, muss zusätzlich zum Aktivimpfstoff auch passiv immunisiert werden. Diese Präparate sind in Endemiegebieten aber oft nicht schnell und zuverlässig zu bekommen. Vorsorge ist somit sicherer.

Osteuropa und Fledermäuse als Tollwut-Grauzonen

Übrigens: Auch in Osteuropa können durchaus noch Füchse und Hunde Tollwut übertragen. Und selbst in offiziell tollwutfreien Länder wie Deutschland zirkulieren noch Viren in Fledermäusen.

Eine Übertragung dieser speziellen Viren auf den Menschen und andere Tiere ist laut den Experten zwar sehr unwahrscheinlich. Wer aber verdächtige Tierkontakte hatte, sollte sich von Arzt oder Ärztin beraten lassen.

© dpa-infocom, dpa:260310-930-796026/1


Von dpa
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