Machen wir es kurz und schmerzlos: Wer am kommenden Pfingstwochenende (22. bis 25. Mai) auf die Autobahn möchte, braucht oft gute Nerven und Geduld. Denn der ADAC rechnet „mit einer der höchsten Verkehrsbelastungen des Jahres“.
Nach Angaben des Münchner Clubs waren der Freitag vor Pfingsten und der Dienstag nach Pfingsten im vergangenen Jahr besonders staureich. Der Freitag vor Pfingsten landete demnach auf Rang 5 im Jahresranking 2025.
Zusätzlich zu den Feiertagen beginnen in einigen Bundesländern teils zweiwöchige Pfingstferien. Mancherorts ist nur der Dienstag schulfrei. Doch auch von solchen Terminen unabhängig Reisende und Kurzurlauber machen sich über die Feiertage auf den Weg.
Volle Autobahnen sagt auch der Auto Club Europa (ACE) voraus und erwartet „unzählige Staus“ vor allem auf den Urlaubsrouten. Besonders oft werden das Mittelmeer, die Küsten von Nord- und Ostsee und der Alpenraum angesteuert. Klassische Stau-Schwerpunkte: Die Bereiche von Autobahnbaustellen, von denen der ADAC aktuell mehr als 1.000 vermeldet. Auch im Zuge von Teilstücksperrungen und nach Unfällen dauert es länger.
Beide Verkehrsclubs erwarten in den Großräumen Berlin, Hamburg, Rhein-Ruhr, Rhein-Main, Rhein-Neckar, Stuttgart und München sowie auf den folgenden Autobahnen mehr Verkehr und Staus (oft in beiden Richtungen):
Auch in Österreich wird es rund um Pfingsten voll. Die Transitachsen in Richtung Süden sind dem ACE zufolge bereits ab Freitagnachmittag „stark belastet.“ Am Samstag füllen sich speziell die Nord‑Süd‑Achsen in Richtung Alpen und weiter nach Italien. Mit „zähfließendem Verkehr und hoher Staugefahr“ sei zu rechnen.
Am Sonntag und Pfingstmontag ist mit viel Ausflugsverkehr in den Tourismusregionen und auf den Nebenstrecken zu rechnen. Wer am Montag zurückreisen will, müsse mit teils auch längeren Wartezeiten an den Grenzübergängen nach Deutschland rechnen.
Als besonders staugefährdet nennt der ADAC insbesondere die Westautobahn (A 1), die Pyhrnautobahn (A 9), die Tauernautobahn (A 10), die Inntalautobahn (A 12) und die Brennerautobahn (A 13). Staugefährdet sind auch die Rheintalautobahn (A 14), die Fernpassstraße (B 179) und die Arlbergstraße (B 197). Der Club macht zudem auf ganztägige Abfahrtssperren auf der Tauernautobahn (von Freitag bis einschließlich Montag) aufmerksam.
Zudem gibt es in Tirol an Samstagen, Sonn- und Feiertagen Fahrverbote auf zahlreichen Ausweich- und Landesstraßen in den Bezirken Innsbruck-Land, Kufstein, Imst und Reutte.
Probleme drohen grundsätzlich durch Baustellen. Das gilt etwa für die Brennerautobahn aufgrund der Generalsanierung der Luegbrücke. Daher kann es gerade zu Stoßzeiten zu Verzögerungen und Staus kommen. Der ADAC stellt online weitere Informationen bereit. Auch auf dem nicht mehr generell gesperrten Reschenpass (B 180) ist weiterhin mit Behinderungen zu rechnen.
Wegen der stichprobenhaften Einreisekontrollen an der deutschen Grenze kann es speziell an den Übergängen von Österreich – Suben (A 3), Walserberg (A 8) und Kiefersfelden (A 93) – zu Wartezeiten kommen.
Die aktuellen Reisezeiten in Echtzeit lassen sich für viele wichtige Transitkorridore des österreichischen Autobahnnetzes in nördlicher und südlicher Richtung auf der Website der Asfinag ansehen.
Auch in der Schweiz dürfte es am kommenden Wochenende phasenweise richtig voll werden. Besonders belastet sind den Angaben zufolge die A 1 zwischen Bern, Zürich und St. Margrethen. Voll wird es zudem auf der Gotthardroute (A 2) auf der A 3 zwischen Basel, Zürich und Chur sowie auf der San-Bernardino-Route (A 13) in Richtung Chiasso.Seit Mitte Mai gib es laut ADAC auf der Gotthardautobahn an den Portalen des Tunnels die Sonderspur „Airolo/Pässe“: Sie mache es möglich, Airolo und die Straße zum Gotthardpass schnell zu erreichen, ohne den Stau auf der Autobahn zu durchfahren und ohne die Kantonsstraße zu belasten. Diese Spur wird abhängig von der Verkehrslage freigeschaltet und ist den Angaben zufolge nur bei befahrbarer Gotthardpassstraße zugänglich. Leuchttafeln und Beschilderung entlang der Strecke zeigen eine Freigabe an. Für weitere Infos und ein Video verweist der ADAC auf die Seite des Schweizer Bundesamts für Straßen.
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