Ob Maximilian Götz einfach gleich in Belgien geblieben ist? Für den Rennfahrer ging es nach einem Einsatz in Spa direkt wieder in die Ardennen. Mit dem 24-Stunden-Rennen, das zur GT World Challenge Europe und zur Intercontinental GT Challenge zählt, steht am Samstag, 28. Juni, ein Highlight in mehrerlei Hinsicht an.
Zuallererst ist es das größte GT3-Rennen der Welt. 75 Autos sind gemeldet, aufgeteilt in fünf Leistungsklassen. Maximilian Götz will in der höchsten Kategorie Pro im Mercedes-AMG GT3 für das belgische Team Boutsen VDS bei dessen Heimrennen eine Spitzenposition einfahren.
Außerdem ist es der Abschluss einer einmaligen Konstellation im internationalen Rennkalender. Erstmals finden die drei großen 24-Stunden-Rennen in Le Mans, am Nürburgring und in Spa an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden statt. Götz fährt nur in Spa. Einige Teams und Fahrer nehmen die logistische Tortur mit drei Starts auf sich.
Götz ist da vergleichsweise frisch. Er fuhr letzte Woche in der British GT Championship, die ein Drei-Stunden-Rennen in Spa austrug. Nach Problemen mit den Bremsen am Mercedes-AMG von 2 Seas Motorsport, den zu dem Zeitpunkt Kevin Tse steuerte, fiel das Duo weit zurück.
Für den Uffenheimer lief es in Spa schon deutlich besser. Mitte Mai siegte er bei seinem Debüt in der Rennserie International GT Open zusammen mit Levente Révész in einem 500-Kilometer-Rennen. Und 2013 gewann er in Spa gleich bei seinem Debüt sein bis heute einziges 24-Stunden-Rennen mit Bernd Schneider und Maximilian Buhk.
Nun geht er zum zweiten Mal mit Boutsen VDS an den Start. 2024 fuhr Götz mit Thomas Drouet und Ulysse de Pauwes nach einer schlechten Reifenwahl bei Regen und einem Reifenschaden auf Rang 18. Diesmal gehören die AMG-Werksfahrer-Kollegen Maxime Martin (BEL) und Mikael Grenier (CAN) zum Team – nominell eine stärkere Besetzung als 2024.
Die Rolle von Martin – Spa-Sieger 2016 – ist hervorzuheben. Er entstammt einer belgischen Rennfahrer-Dynastie und wurde nach seinem Wechsel von BMW zu AMG sofort von Boutsen VDS für sich reklamiert. Denn für das belgische Team – Ex-Formel-1-Fahrer Thierry Boutsen ist offiziell ein Berater – ist Spa das Rennen des Jahres. Dem Wagen mit der Startnummer 9 wurde eine Sonderlackierung spendiert, die an das Spa-Sieger-Auto von 2015 erinnert. Die Euphorie im Team ist riesig.
Im verregneten freien Training am Donnerstag lief es erstmal gut. Da legte Götz – als es noch halbwegs trocken war – die schnellste Zeit hin. Es folgte das Pre-Qualifying (9. Platz) und das Qualifying (18.). Über die abschließende Startposition entschied die Superpole am Freitagnachmittag. Dort erreichte Maxime Martin auf seiner Heimstrecke Platz 4. Das Rennen beginnt am Samstag um 16.30 Uhr.