Eine Urkunde dokumentiert Rothenburgs Start als Reichsstadt | FLZ.de

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Veröffentlicht am 03.09.2023 15:47

Eine Urkunde dokumentiert Rothenburgs Start als Reichsstadt

Mehr als 200 Gäste waren ins Rathaus zum Empfang gekommen. Nach einer kurzen Rede des Oberbürgermeisters und einem Buffet ging es auf den Marktplatz zum Fackelzug. (Foto: Clarissa Kleinschrot)
Mehr als 200 Gäste waren ins Rathaus zum Empfang gekommen. Nach einer kurzen Rede des Oberbürgermeisters und einem Buffet ging es auf den Marktplatz zum Fackelzug. (Foto: Clarissa Kleinschrot)
Mehr als 200 Gäste waren ins Rathaus zum Empfang gekommen. Nach einer kurzen Rede des Oberbürgermeisters und einem Buffet ging es auf den Marktplatz zum Fackelzug. (Foto: Clarissa Kleinschrot)

Die weiteste Anreise hatte eine Delegation aus Japan vom Flughafen Tokio-Haneda. Sie wurde von Oberbürgermeister Dr. Markus Naser beim Empfang zu den Reichsstadttagen (eine Bildergalerie zur Veranstaltung finden Sie hier)am Freitagabend im Rathaus speziell begrüßt. Insgesamt waren mehr als 200 Ehrengäste der Einladung der Stadt gefolgt.

Enge Freundschaft mit Haneda

Naser betonte in seiner kurzen Rede, dass die Stadt mit dem Flughafen Haneda seit vielen Jahren eine „enge Freundschaft“ verbinde. Wegen der Pandemie und des Ukraine-Krieges konnten „leider in den vergangenen Jahren keine gemeinsamen Treffen“ stattfinden. „Jetzt sind sie endlich wieder möglich“, sagte er und begrüßte mit diesen Worten – neben nachfolgend noch vielen weiteren Ehrengästen – besonders den Chairman und CEO des Flughafens, Isao Takashiro. Außerdem ins Rathaus eingeladen wurden zum Beispiel: Hidenao Yanagi, Botschafter von Japan, sowie Generalkonsul Nobutaka Maekawa.

Nach der langen Begrüßungsrunde ging der Oberbürgermeister auf die Bedeutung der Reichsstadttage ein. „Was ist oder besser was war eigentlich eine Reichsstadt?“

Ein hohes Maß an Selbständigkeit

Seine Antwort: Reichsstädte seien ein Phänomen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit gewesen. „Es handelte sich dabei um Städte im Heiligen Römischen Reich, die nur den jeweiligen König oder Kaiser als Stadtherrn über sich hatten.“ Doch die Könige und Kaiser seien in der Regel vor allem eins gewesen: weit weg. „Sie kamen nur selten in ihren Reichsstädten vorbei.“ Dadurch hätten sich diese „ein hohes Maß an Selbstständigkeit“ erwerben können.

Rothenburg war bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts eine Reichsstadt, wie Naser den Ehrengästen erklärte, genauer gesagt bis 1803. „Kniffliger“ sei die Frage, „seit wann“ Rothenburg eine Reichsstadt gewesen sei. Er erklärte kurz: „Rothenburg wurde im Jahre 1142 von einem König gegründet und erreichte spätestens im Jahr 1274 den Status einer Reichsstadt.“

Doppeltes Jubiläum im nächsten Jahr

Warum spätestens 1274? „Weil aus diesem Jahr eine wichtige Urkunde auf uns gekommen ist, in der König Rudolf von Habsburg die Bürger Rothenburgs unter den immerwährenden Schutz des Reiches stellte und die Rothenburger Gerichtsrechte massiv erweiterte.“

Das Jahr 1274 diene daher schon seit Langem als Bezugspunkt für die Reichsstadttage, genauer gesagt seit dem Jahr 1974, „dem damals 700-jährigen Jubiläum der Verleihung der Freiheitsurkunde.“ Im kommenden Jahr werden also 750 Jahre Urkundenverleihung und 50 Jahre Reichsstadttage gefeiert.

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