So recht freuen können sich Verwaltung und Gemeinderäte in Lichtenau nicht über den genehmigten Haushalt 2023: Die staatliche Rechnungsprüfungsstelle beim Landratsamt Ansbach mahnt zum Sparen, wie Kämmerer Dirk Popp bekannt gab.
„Ein Thema, das nicht so sexy ist“, bemerkte der Kämmerer. Die Rechtsaufsichtsbehörde hat den aktuellen Haushalt zwar genehmigt – ihre Stellungnahme bietet aber wenig Anlass, sich beruhigt zurückzulehnen.
„Die finanzielle Leistungsfähigkeit des Marktes ist dramatisch eingebrochen“, zitierte Popp aus dem Schreiben des Landratsamtes. Das Vermögen der Gemeinde werde nach und nach aufgebraucht. „Die Haushaltssituation ist als äußerst angespannt zu betrachten.“
Zukünftige Haushalte, die über Kreditaufnahmen finanziert werden sollen, werde die Rechtsaufsicht als nicht genehmigungsfähig betrachten, so die dramatische Ankündigung. Die Gemeinde müsse ihre Einnahmemöglichkeiten stärker ausschöpfen, freiwillige Leistungen werden nicht mehr möglich sein, stellte der Kämmerer fest. „Man wird sich auf die Pflichtaufgaben beschränken müssen.“ So könne sich der Markt Lichtenau auch das defizitäre Freibad „eigentlich nicht mehr leisten“.
Bürgermeister Markus Nehmer – die Erschütterung war ihm anzumerken – nannte Gründe, die aus seiner Sicht zu der angespannten Haushaltslage beigetragen haben: Neben der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Gewerbesteuereinbrüchen sind das auch der Krieg in der Ukraine und die Inflation. „Wir haben momentan alles, was wir nicht brauchen können.“
Man müsse „den Gürtel enger schnallen“, machte er deutlich. Doch auch wenn die Gemeinde angehalten sei, zu sparen, müsse sie ihre Pflichtaufgaben weiterhin erfüllen. Auswirken wird sich die schwierige Lage auf die nächsten Haushaltsberatungen, kündigte er schon jetzt an. „Sollten Wünsche für den Haushalt kommen, muss die Refinanzierung gesichert sein.“
Es fiel Nehmer sichtlich schwer, Optimismus auszustrahlen. „Wir werden auch dieses Problem gelöst kriegen. Aber so nah an der Kante waren wir noch nie.“