Daimler Truck setzt auf Dampf statt Dieselqualm. Denn parallel zum elektrischen Lastwagen entwickelt der Nutzfahrzeugkonzern für den Schwerverkehr auch die Brennstoffzelle zur Serienreife. So wollen die Schwaben lokal emissionsfreie Mobilität auf der Langstrecke bieten und den Aktionsradius des Mercedes eActros glatt verdoppeln: Bis zu 1.000 Kilometer soll der voll beladen 42 Tonnen schwere NextGenH2-Truck schaffen, bevor seine 85 Kilo großen Wasserstofftanks wieder gefüllt werden müssen.
Genau wie der rein elektrische eActros fährt auch der Wasserstoff-Actros laut Hersteller mit einem E-Motor, der hier bis zu 375 kW/510 PS leistet. Aber wo beim elektrischen Laster eine Batterie von 600 kWh an Bord ist, gibt es hier nur etwa 100 kWh als Pufferspeicher. Die Hauptlast tragen zwei Brennstoffzellen von 150 kW/204 PS, in denen der Wasserstoff zu Wasserdampf reagiert und der Strom zum Fahren entsteht.
Zwar hat sich die Technik mittlerweile auf vielen 100.000 Kilometern bewährt. Doch nicht nur ist der Fahrzeugpreis bislang offenbar so hoch, dass Daimler Truck dazu noch keine Angaben macht. Sondern auch der Wasserstoffpreis von aktuell 11 bis 13 Euro müsse sich mehr als halbieren für einen rentablen Betrieb, räumen die Schwaben ein. Außerdem gibt es für den auf -253 Grad herabgekühlten Flüssigtreibstoff aktuell nur zwei Tankstellen in Deutschland, während für einen flächendeckenden Betrieb mindestens fünf nötig seien, so die Entwickler weiter.
Dennoch wollen Daimler Truck ab dem Jahresende die ersten 100 Fahrzeuge in Kleinserie an Kunden ausliefern. Bis der Wasserstoff-Actros neben E-Modell und Diesel regulär im Katalog steht, werde es aber bis in die frühen 2030er-Jahre dauern.
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