Nach dem Wetter wird nun die Lage auf den Autobahnen hitzig. Mit Bremen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen starten am kommenden Wochenende (3. bis 5. Juli) die nächsten Bundesländer in die Sommerferien.
Damit dürfte die „erste große Reisewelle des Sommers“ anrollen, so der Auto Club Europa (ACE). Internationaler Reiseverkehr aus Frankreich, Belgien, Nordholland und Tschechien sowie mehreren österreichischen Bundesländern belaste die Verkehrslage auf den Hauptrouten zusätzlich. Im Fokus vor allem: die Strecken in Richtung der Alpen, zu den Küsten von Nord- und Ostsee sowie zum Mittelmeer.
Auch der ADAC hat eine klare Prognose: „Ohne Stauaufenthalte kommt nun niemand mehr durch.“
Zwar kann nicht jeder den Starttermin seiner Reise flexibel gestalten. Doch wer in der glücklichen Lage ist, sollte das tun und besser unter der Woche am Dienstag oder Mittwoch außerhalb des Berufsverkehrs aufbrechen, so der ACE. Wer am Wochenende losmuss, sollte das idealerweise am Sonntag tun.
Gar kein guter Startzeitpunkt ist der Freitag. Denn hier treffen die Berufspendler auf die Reisenden, was sich meist bis in den späten Abend hinein mit dichtem Verkehr und hoher Staugefahr bemerkbar macht.
Wer partout am Wochenende starten muss, sollte das laut ACE möglichst früh am Morgen tun oder sogar darüber nachdenken, in der Nacht zu fahren. Doch das erfordert noch mehr Konzentration, eine richtige Selbsteinschätzung und regelmäßige Pausen.Die vielen Baustellen wurden schon erwähnt, doch es gibt auch gute Nachrichten: Die Anzahl der geplanten Autobahnsperren ist im Gegensatz zu den vergangenen Wochenenden gesunken. Dennoch gibt es mancherorts noch welche an diesem Wochenende: etwa in Hamburg auf der A 1 (Bremen – Lübeck). Der ADAC hat dazu eine Seite im Netz.
Der ACE und der ADAC erwarten in den Großräumen Hamburg, Berlin, Rhein-Main, Rhein-Ruhr, Stuttgart und München sowie auf folgenden Autobahnen mehr Verkehr und Staus (oft in beiden Richtungen):
Auch der Reiseverkehr im Ausland wird stärker. Drastisch formuliert der ADAC: „Fast jede Urlaubsfahrt endet im Stau.“ Auch in Österreich nimmt die Stausaison vor allem auf den Transitrouten weiter Fahrt auf, was die Wahrscheinlichkeit für stehende Fahrzeuge erhöht. Zudem starten auch hier mit Wien, Niederösterreich und dem Burgenland einige Bundesländer in die Ferien.
Wie in Deutschland muss bereits ab Freitagnachmittag mit Verzögerungen gerechnet werden. Zum Pendlerverkehr gesellen sich die Urlauber, die aus dem Norden ins Land oder noch weiter wollen.
Zudem weisen die Clubs auf Restriktionen auf den Ausweichstrecken in Tirol hin. So gelten laut ADAC hier seit 1. Mai generell Abfahrtssperren und Fahrverbote an Samstagen, Sonn- und Feiertagen auf den Ausweichstrecken im Raum Reutte (Fernpassroute), Kufstein (Inntalautobahn) und im Großraum Innsbruck für den Transitverkehr.
Wegen der stichprobenhaften Einreisekontrollen an der deutschen Grenze kann es speziell an den Übergängen von Österreich – Suben (A 3), Walserberg (A 8) und Kiefersfelden (A 93) – zu Wartezeiten kommen.
Die aktuellen Reisezeiten in Echtzeit lassen sich für viele wichtige Transitkorridore des österreichischen Autobahnnetzes in nördlicher und südlicher Richtung auf der Webseite der Asfinag ansehen.
Auch in der Schweiz verstärkt sich der Transitverkehr spürbar, so die Autoclubs. Neben den Hauptachsen wie etwa der A 1 (Bern – Zürich – St. Gallen) oder der A 3 (Basel – Zürich – Chur) ist hier die Gotthardroute (A 2) speziell gefährdet. So könne es nicht selten zu längeren Verzögerungen von mehr als einer Stunde kommen - speziell am Freitagabend und am Samstagmittag.
Ab einer Stunde Wartezeit vor dem Gotthardtunnel kommt dem ACE zufolge ein Ausweichen über die San-Bernardino-Route (A 13) infrage. Letztere dürfte allerdings auch stark befahren sein.
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