Um über den Stand des Straßenbaus zu sprechen, lud der Bundestagsabgeordnete Artur Auernhammer (CSU) am Freitag zur Verkehrskonferenz. Dass das Thema für die Region relevant ist, zeigte die Vielzahl an Personen, darunter auch viele Bürgermeister, die neben den Fachverbänden zur Veranstaltung erschienen waren.
Straßen haben laut Artur Auernhammer eine enorme Bedeutung für Region und die Wirtschaft. Und für die Bürgerinnen und Bürger seien sie existenziell, um voranzukommen. Eine bedeutende Rolle dabei spielen die Autobahnen A6 und A7, die durch die Region führen.
Beide zählen laut Helmut Arndt, dem stellvertretenden Direktor der Autobahn GmbH Nordbayern, zum Hauptnetz. Täglich fahren auf der A6 bei Ansbach zwischen 50.000 und 75.000 Fahrzeuge. Derzeit wird die A6 Stück für Stück sechsspurig ausgebaut. Doch „es wird enger, was die Finanzlage angeht“, befürchtet Auernhammer.
Dem pflichtete Ulrich Lange, der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU- Bundestagsfraktion, bei. Er sagte, dass weiterhin zu wenig Geld vorhanden sei, um die Verkehrsinfrastruktur zu finanzieren. „Das Auto ist im ländlichen Raum Verkehrsträger Nummer eins. Das wird sich auf dem Land auf absehbare Zeit nicht ändern. Es ist Aufgabe der Bundes- und Landespolitik, dass die Straßen die Qualitäts- und Verbindungswirkung haben, die wir erwarten.“
Laut Autobahn GmbH würden deutschlandweit 5,5 Milliarden Euro mehr benötigt, um die Sanierung von Brücken in den Jahren 2025 bis 2028 realisieren zu können. Aktuell laufen laut Helmut Arndt Verhandlungen im Bundeskabinett, nach denen weitere 300 Millionen Euro in den Ausbau der Autobahn fließen könnten. Die Verhandlungen seien noch nicht abgeschlossen, das Geld werde aber dringend benötigt. Im Landkreis Ansbach müsste laut Auernhammer über die Lkw-Maut mehr Geld direkt in die Straße fließen. „Ich kann keinem Logistiker vermitteln, dass er für die Nutzung unserer Straßen Maut zahlt, die dann im allgemeinen Haushalt der Bundesregierung untergeht. Dieses Geld muss in unsere Infrastruktur fließen“, ist Auernhammer überzeugt.
Laut Prognose der Autobahn GmbH wird der Verkehr in den nächsten Jahren nicht abnehmen. „Je näher wir in Richtung Nürnberg kommen, desto höher wird Verkehrsbelastung“, so Autobahndirektor Arndt.
Im Jahr 2019 hätten täglich im Schnitt 9000 Schwerlastfahrzeuge die A6 genutzt, inzwischen seien es 15.000 bis 17.000. Unter anderem diese immense Belastung mache den Ausbau der A6 zwischen der Landesgrenze Baden-Württemberg/Bayern und Nürnberg nötig. In der Region will die Autobahn GmbH noch in diesem Jahr die kompletten technischen Planungen mit Kostenberechnungen für die Anschlussstelle Feuchtwangen-Nord abschließen.
Auch für den Abschnitt zwischen Herrieden und Lichtenau stünden die Pläne. Der Vorentwurf wird bis Ende des Jahres verschickt und muss dann vom Bund genehmigt werden. Ausgebaut werden soll hier eine Strecke von 16 Kilometern. „Das sind Riesenabschnitte“, so Arndt.
Ein Vorteil der Sanierungsarbeiten auf der A6: „Wir können maximalen Lärmschutz betreiben“, so Arndt. Beispielsweise sollen auf 1,6 Kilometern bei Petersaurach, Lichtenau und Himmeldorf neun Meter hohe Lärmschutzwände errichtet werden.
Im Gegensatz zu den Autobahnen seien die Bundesstraßen in einem relativ guten Zustand, bilanziert Heinrich Schmidt, der Leiter des Staatlichen Bauamts Ansbach. „Der Bund hat uns in den letzten Jahren gut bedient.“ Vergangenes Jahr habe das Bauamt 40 Millionen für den Straßenbau ausgegeben. Dadurch dass es in diesem Jahr eine interne Umstrukturierung gegeben habe, sei das Bauamt nun auch für den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen zuständig. Wir betreuen über 2110 Kilometer an Strecke“, erklärt Schmidt. Im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim seien es 390, im Landkreis Ansbach 1119 und neue 588 im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Durch die Umstrukturierung stehe das Bauamt vor mehr Aufgaben bei weniger Personal.
„Auf vielen Ebenen läuft es. Diesen Standard sollten wir beibehalten“, fasst Dr. Jürgen Ludwig, Landrat des Landkreises Ansbach zusammen.