Der Kappelbuck bei Beyerberg ist ein Zentrum der Biodiversität | FLZ.de

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Veröffentlicht am 29.04.2025 19:23

Der Kappelbuck bei Beyerberg ist ein Zentrum der Biodiversität

Katharina Busch leitete eine der beiden Führungen beim diesjährigen Streuobstwiesentag am Kappelbuck bei Beyerberg. (Foto: Peter Tippl)
Katharina Busch leitete eine der beiden Führungen beim diesjährigen Streuobstwiesentag am Kappelbuck bei Beyerberg. (Foto: Peter Tippl)
Katharina Busch leitete eine der beiden Führungen beim diesjährigen Streuobstwiesentag am Kappelbuck bei Beyerberg. (Foto: Peter Tippl)

Der Tag der Streuobstwiese am 25. April ist weltweit mit zahlreichen Aktionen gefeiert worden. Auch im Landkreis Ansbach, auf dem Kappelbuck bei Beyerberg, gab es eine Veranstaltung. Organisiert hat diese der Landschaftspflegeverband (LPV) Mittelfranken mit dem Aktionsbündnis Streuobst.

Vor knapp 20 Jahren wurde die gemeindliche Fläche in Beyerberg (Gemeinde Ehingen) dem Team vom Kappelbuck zur Pflege übergeben. Daraus ist ein Verein mit nun 70 Mitgliedern entstanden. Diese kümmern sich um das 30 Hektar große Areal an der Königshofener Straße. Den Vorsitz hat Lilly Engelhard.

Hannelore Gebhardt, Katharina Busch, Brigitte Huber und Susanne Früh organisieren Führungen und Veranstaltungen im Natur-Erlebnis Kappelbuck. Rund 2000 Besuchende erlebten die Naturexkursionen im vergangenen Jahr – darunter waren vorrangig Schulklassen und Vereine.

Am Streuobstwiesentag hat das Team für die Bewirtung gesorgt und Führungen geleitet. Zudem haben der LPV Mittelfranken und das Aktionsbündnis Streuobst an Ständen informiert: Streuobstwiesen gelten als immaterielles Kulturerbe. Für schätzungsweise 5000 Tier- und Pflanzenarten bieten sie einen Lebensraum.

Projekt über vier Jahre

Die Veranstaltung fällt unter das Projekt „Streuobst für Mittelfranken“. Das vierjährige Projekt des LPV läuft im Rahmen des bayerischen Streuobstpaktes noch bis zum Jahr 2027. 1,5 Millionen Euro werden dafür aufgewendet. Die Staatsregierung bezuschusst 90 Prozent davon.

Stefan Mümmler vom LPV betont, dass nicht nur die Neupflanzung, sondern auch die Pflege der Bestände wichtig sei. In der vergangenen Pflanzsaison wurden über 1000 Bäume in Mittelfranken gepflanzt und rund 3000 bestehende Streuobstbäume gepflegt. Erklärtes Ziel der Bayerischen Staatsregierung ist die Neupflanzung von einer Million Streuobstbäume in den kommenden zehn Jahren.

Auf den Mehrwert für die Natur wurde bei den Führungen eingegangen. Katharina Busch legte den Fokus auf die Pflanzenvielfalt in der Streuobstwiese. Giersch, Scharbockskraut oder Labkräuter zeigte sie den Teilnehmenden. Diese wurden früher zur Käseherstellung verwendet.

Auf den Höhen des Kappelbucks

Bei der zweiten Führung wurde auf die gefiederte Artenvielfalt eingegangen. Neuntöter, Grünspecht, Wendehals oder der seltene Wiedehopf lieben die offenen Landschaften am Kappelbuck. Währenddessen wurden im Kinderprogramm kleine Nisthilfen hergestellt.

Der Schlüssel zum Erhalt der Streuobstkultur ist laut Stefan Mümmler eine kreative und ungezwungene Wissensvermittlung über den Wert, die Nutzung und Pflege der Obstbestände. In Beyerberg wird das effektiv mit einer eigenen Mosterei umgesetzt. Der Obst- und Gartenbauverein betreibt diese seit über 25 Jahren.

Beim Streuobsttag am Kappelbuck konnten regionalen Spezialitäten wie Säfte der Marke „hesselberger“ oder das leckere Kappelbuck-Brot, Kaffee und selbst gebackener Kuchen bei Frühsommerwetter genossen werden.


Von Peter Tippl
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