1500 Zuschauern sahen beim Testspiel der SpVgg Greuther Fürth gegen den Regionalligisten SpVgg Ansbach ein Fußballfest, das vom FC/DJK Burgoberbach glänzend organisiert worden war. Die Grün-Weißen aus Ansbach lieferten den Weiß-Grünen aus Fürth einen beherzten Kampf, mussten sich am Ende aber mit 2:5 geschlagen geben.
Dabei führten die Ansbacher zur Pause noch mit 2:1. Der Szenenapplaus, der beim Halbzeitpfiff des überzeugend leitenden Schiedsrichters Dominik Fober (SG Herrieden) aufbrandete, gehörte zu 80 Prozent dem zwei Klassen tiefer spielenden Regionalligisten.
„Mann des Spiels“ war aber der Fürther Dickson Abiama, der zu Beginn der 2. Halbzeit eingewechselt worden war. Der ehemalige Amateurspieler der SpVgg Mögeldorf und des SC Eltersdorf trumpfte mit seiner enormen Schnelligkeit auf, war nicht zu halten und erzielte in der 54., 64. und 77. Minute drei Tore in Serie – ein lupenreiner Hattrick des Offensivspielers, der nach dem Spiel beim Autogrammeschreiben der gefragteste Fürther Zweitligaakteur war.
Wie die SpVgg Ansbach aber vor allem in der 1. Halbzeit dagegenhielt, sogar ein Pressing in der Fürther Hälfte aufzog und munter mitspielte, verdiente Anerkennung. In den ersten 45 Minuten hatten die nullneuner sogar ein Chancenplus, das sie zu zwei Treffern nutzten. In der 6. Minute zog Außenverteidiger Riko Manz beherzt ab. Sein Schuss wurde noch abgefälscht und schlug so unhaltbar für Fürths Torhüter Leon Schaffran zum 1:0 im Netz ein.
Sieben Minuten später erzielte der Zweitligist den Ausgleich. Nach präziser Flanke von Sidney Haddadi hielt Dennis Srbeny den Fuß aus drei Metern Torentfernung dazwischen und es hieß 1:1.
Davon ließ sich Ansbach aber nicht beeindrucken. Besonders Lukas Oberseider zeigte in der Innenverteidigung ein erstaunlich abgeklärtes Zweikampfverhalten und beeindruckte auch durch sein Stellungsspiel. Und vorne machte Lukas Schmidt viele Meter. Dank seiner Schnelligkeit behauptete er den Ball und gab ebenso kluge Anspiele wie Michael Kleinschrodt.
Der Neuzugang rackerte im Mittelfeld für zwei, war hinten wie vorne zu finden und krönte seine Leistung mit einem spektakulären Tor: In der 29. Minute passte Pepe Brekner von links quer auf die andere Seite zu Tom Abadjiew und dieser flankte den Ball butterweich in die Fürther Schnittstelle. Kleinschrodt kam von hinten und traf mit einem Flugkopfball zum 2:1.
Zur Pause wurde munter durchgewechselt, Fürths Trainer Alexander Zorniger brachte sogar eine komplett neue Elf, die nun viel mehr Zug zum Ansbacher Tor entwickelte, als das in den ersten 45 Minuten der Fall gewesen war. Dennoch war Zorniger mit der Leistung seines Teams der 1. Halbzeit nicht unzufrieden: „Man muss auch bedenken, dass die Jungs sehr, sehr harte Trainingseinheiten in den Knochen hatten und zwischenzeitlich kaum mehr einen Fuß vor den anderen brachten. Unter diesen Umständen haben sie es sogar gut gemacht.“
Noch besser machte es der pfeilschnelle Dickson Abiama, der innerhalb von 23 Minuten den Spielstand von 1:2 auf 4:2 für Fürth drehte. Für das letzte Tor der Ronhöfer zum 2:5-Endstand zeigte sich Lukas Petkov in der 81. Minute verantwortlich. Aber: Vor der Fürther Wende hätte Pepe Brekner auf 3:1 für Ansbach stellen können/müssen, er scheiterte aber an Keeper Lasse Schulz.
Ein zufriedenes Gesicht nach dem Schlusspfiff machte auch Ansbachs Co-Trainer Niklas Reutelhuber: „Unsere Jungs haben das richtig gut gemacht. Sie sind absolut ans Limit gegangen und hätten sogar noch mehr Tore schießen können. Die Chancen dazu waren da.“
SpVgg Ansbach, 1. Halbzeit: Schiefer – Abadjiew, Oberseider, Weeger, Manz – Sauerstein – Deliboyraz, Kleinschrodt, Brekner – Niklas Seefried, Schmidt.- 2. Halbzeit: Schiefer, Belzner, Bayerlein, Ruiu, Hartnagel, Dietrich, Sauerstein, Kleinschrodt, Brekner, Schmidt, Schelhorn.
SpVgg Greuther Fürth, 1. Halbzeit: Schaffran, Dietz, Haddadi, Pfaffenrot, Raebiger, Asta, Seufert, Consbruch, Green, Lemperle, Srbeny.- 2. Halbzeit: Schulz, Müller, Schlicke, Angleberger (80. Hauth), Itter, Wagner, Calhanoglu, Meyerhöfer, Petkov, Hrogota, Abiama.
Tore: 1:0 Riko Manz (6.), 1:1 Dennis Srbeny (13.), 2:1 Michael Kleinschrodt (29.), 2:2, 2:3, 2:4 Dickson Abiama (54., 64., 77.), 2:5 Lukas Petkov (81.).
Gelbe Karten: Dietrich – Raebiger, Hrogota, Müller.
Schiedsrichter: Dominik Fober (SG Herrieden).- Assistenten: Florian Scheller, Niels Venus.
Zuschauer: 1500.