Die vielen Themen rund um Obstbäume den Bürgern und Gästen Burgbernheims näher bringen, das will das Bernatura genannte Bürger- und Streuobstkompetenzzentrum. In einem Jahr könnte es fertig sein.
Die Streuobstwiesen Burgbernheims zählen rund 30.000 Bäume. Ein Pfund, mit dem das Städtchen am Fuße der Frankenhöhe wuchern kann und auf das man, vor allem wenn es um den Tourismus geht, ganz gezielt setzt. Streuobst-Wandertage durch ein Meer blühender Bäume im Frühjahr, Schlemmerwanderungen, der herbstliche Streuobsttag auf dem Kapellenberg oder Kräuterführungen sind längst zu Besuchermagneten geworden und locken Gäste in die Kleinstadt.
Neustes Vorhaben der Stadt: alle Informations- und Handlungsaspekte zu Streuobst zeitgemäß unter einem Dach vereinen. Von diesem, im Herbst 2022 baulich in Angriff genommenen, Ziel ist man nicht mehr weit entfernt. Läuft alles wie geplant, sollten die Baumaßnahmen bis zum Ende kommenden Jahres abgeschlossen sein, so dass das Bernatura bereits 2025 in Betrieb gehen könnte.
Für die am Bau beteiligten Handwerker erhob beim Richtfest, einer guten Tradition folgend, Zimmerer Wilfried Grauf (Flachslanden) unter dem Beifall der in großer Zahl erschienen Gäste das – selbstverständlich mit der Hausmarke „Einheimischer“ – gefüllte Glas. Für die Kinder regnete es Süßigkeiten.
Bürgermeister Matthias Schwarz, aber auch die Ehrengäste, unter ihnen der stellvertretende Landrat Reinhard Streng, die Landtagsabgeordneten Gabi Schmidt (Freie Wähler) und Werner Stieglitz (CSU) sowie dessen Vorgänger Hans Herold, zollten in ihren Grußworten der mutigen Entscheidung der Verantwortlichen, Bernatura in Angriff zu nehmen, ihre Hochachtung.
Unisono wiesen die Festredner nicht nur auf die große Bedeutung der Hege und Pflege von Streuobstbiotopen als ein Symbol für Nachhaltigkeit hin, sondern brachten zudem die Hoffnung zum Ausdruck, dass sich das Bernatura zu einem „Leuchtturmprojekt“ für den ganzen Landkreis und über dessen Grenzen hinaus entwickeln werde.
Die Voraussetzungen hierfür sind optimal. Erste Eindrücke konnten sich die Besucher bei einem Rundgang durch die Baustelle von „Streuobst erleben“ verschaffen. Nebst anderem wird es in dem, zwischen dem Rathaus und dem Marktplatz liegenden, lange Jahren verwaisten Gebäudeensemble, eine Mosterei, eine Streuobstbibliothek sowie eine Informationsbörse für Streuobst geben.
Neben dem Schwerpunktthema „Streuobst“ dient der Gebäudekomplex, ausgestattet mit einer Küche sowie einem über etwa 70 Sitzplätze verfügenden Saal, zudem als Veranstaltungsort für kulturell-gesellschaftliche Ereignisse.
Bei Gesamtkosten von 8,4 Millionen Euro war der Beschluss, das Bernatura zu verwirklichen, eine mutige, jedoch auch in die Zukunft weisende Entscheidung. Blickt man auf die Finanzierung, welche Projektleiterin Nadine Höhne parat hat, relativieren sich die Zahlen. Seitens der Städtebauförderung werden 4,5 Millionen Euro bereit gestellt. Leader, ein Programm für die Entwicklung ländlicher Regionen in Bayern, gewährte Zuwendungen von 680.000 Euro, weitere 200.000 Euro wurden aus Mitteln der KfW generiert. Weitere Fördermittel erwartet man vom bayerischen Landesamt für Denkmalpflege sowie vom Bezirk Mittelfranken zur Förderung von Museen, Ausstellungen und Sammlungen.